Faszination Frauen-Power: Irre WM-Bilder aus Argentinien – Herber Rückschlag für Büsselberg

Von wegen Damenbrise

Die Bilder von dem WM-Revier der ILCA6-Seglerinnen bestätigen, was vielen noch nicht aufgefallen sein mag. Frauensegeln bewegt sich längst auf dem Niveau der Männer. Julia Büsselberg erlebt in Argentinien allerdings eine Enttäuschung.

Heftige Brecher auf dem WM-Revier vor Mar del Plata. © Matias Capizzano

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Der viel zitierte Spruch des Journalisten Kurt Tucholsky von 1926, passt zu der unglaublichen Bilderserie, die dem argentinischen Fotografen Matias Capizzano bei der ILCA6 WM vor Mar del Plata gelungen ist. Denn die außergewöhnliche Sturm-Optik, die beim Training vor der WM entstand, führt Zweiflern vor Augen, dass die aktuelle Generation der Seglerinnen längst auf höchstem sportlichem Niveau angekommen ist.

Zwar wollen das Männer oft nicht wahrhaben und Frauen wird erst durch Quoten die Teilnahme etwa bei The Ocean Race oder SailGP ermöglicht – und ein Helga Cup ist nötig, um ihnen eine größere Bühne zu geben. Aber gerade auf olympischer Bühne zeigt sich, dass es längst kaum noch einen sportlichen Unterschied zwischen den Geschlechtern gibt, wenn physische Gesichtspunkte keine Rolle spielen.

Megan Thomson bei der Match Race WM in China. © Ian Roman

So ist es unter anderem Mitte Dezember der Neuseeländerin Megan Thomson (25) gelungen, sich bei der Match Race WM in China als erste Steuerfrau überhaupt, die Bronzemedaille zu sichern. Im Wettkampf mit den besten elf Teams der Welt besetzte sie die physisch anspruchsvollen Crewjobs mit namhaften Männern, wie dem niederländischen Laser- und Finn-Weltmeister Nicolas Heiner an der Großschot. Aber an der Pinne ließ sie nicht die nötige Aggressivität vermissen. Im Viertelfinale besiegte sie den schwedischen Qualifikationssieger Björn Hansen 2:1, beim Duell um Rang drei ließ sie dessen namhaften Landmann Johnie Berntsson hinter sich. Im Halbfinale musste sie sich nur dem späteren Sieger Ian Williams 1:3 geschlagen geben.

© Matias Capizzano

© Matias Capizzano

Auch die Bilder von der ILCA6-WM räumen mit dem immer noch verbreiteten Vorurteil auf, dass man nur Leichtwind als Damenbrise bezeichnen müsste. Das Feld der 101 Frauen hat nicht nur beim Training die schwierigen Bedingungen vor Mar del Plata gemeistert.

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Carsten Kemmling

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