Faszination Segeln: Endlich auf dem Wasser – 470er-Duo ballert über den Genfer See

Dieses Gefühl...

Ein Segel-Video auf dem Genfer See macht deutlich, warum es so weh tut, wenn man diesen Sport nicht ausüben darf. Filmer Christophe Margot setzt  das Spiel mit Wind und Welle perfekt um.

Möchtegern-Segel-Olympioniken haben es dieser Tage nicht leicht. Die Corona-Krise hat ihnen erst die geplanten Wettkämpfe genommen, dann den Zugang zum Wasser versperrt und schließlich die Lebensplanung verhagelt. Mit der Verschiebung der Olympischen Spiele auf 2021 brach für viele das Gerüst einer filigran ausgearbeiteten Karriere-Idee in sich zusammen.

Besonders ältere Sportler müssen sich sputen, wenn sie nach intensiven Olympiakampagnen im Segeln noch einmal einen Weg in den Arbeitsmarkt finden wollen. Ein Jahr kann einen großen Unterschied ausmachen bei der Planung von Berufseinstieg, Studium oder Ausbildung. Und nun mehren sich sogar Stimmen, die Olympia auch 2021 für unmöglich halten, wenn die Genesung der Welt so langsam voranschreitet wie zurzeit. Damit droht das große Ziel auch für die Spitzensportler im Segeln immer mehr seine Konturen zu verlieren.

Das beste Schweizer 470er Duo darf wieder über den Genfer See heizen. © Wagen/Siegwart

Aber manchmal geht es eben nicht nur um große Gedanken und Ziele, sondern einfach nur um Spaß und Lebensfreude. Dieses Gefühl vermittelt das Video von Christophe Margot, der das schweizer 470er-Segelteam Kilian Wagen und Grégoire Siegwart bei den ersten Segelstunden nach der Lockdown-Lockerung auf dem Genfer See begleitet hat.

Wager/Siegwart stellen das beste 470er-Duo des Landes dar. Es hat sich aber noch nicht für die Olympischen Spiele qualifiziert und ist damit eines der größten Konkurrenten der Deutschen 470er Teams Simon Diesch / Philipp Autenrieth sowie Malte Winkel / Matti Cipra, die allesamt um den nur noch einen vakanten Nationenplatz kämpfen. Die Schweizer sind in der Weltrangliste als 16. genau einen Platz hinter Diesch/Autenrieth platziert, aber immer noch steht nicht fest, wann und wo die letzte Entscheidungsregatta stattfindet.

Deshalb bemühen sich die Schweizer, zumindest das Bootshandling auf einem guten Niveau zu halten. Effektive Speedtrainings mit internationalen Trainingspartnern sind derzeit nicht möglich.

Vom Radsport zum Segeln

Umso einfacher war es für Christophe Margot, die Segler in der Heimat vor die Kamera zu bekommen. Der Fotograf, der seine Karriere durch die Begleitung von Radsport-Projekten begonnen hat, wechselte im Laufe der Zeit zum Video-Medium und arbeitete sich auch in den Segeslport ein. Er machte sich insbesondere durch seine Arbeit mit dem Team Tilt einen Namen, das schon zweimal für die Schweiz beim Red Bull Youth America’s Cup (2013, 2017) teilgenommen hat. Dabei ist unter anderem ein Film entstanden, den Margot bei den Mirabaud Video Awards präsentierte:

Die Schweizer haben bisher für zwei Disziplinen bei den Olympischen Spiele in Japan qualifiziert. Das 49er Team Lucien Cujean und Sebastien Schneiter sowie RS:X Windsurfer Mateo Sanz Lanz haben von Swiss Sailing grünes Licht bekommen.

470er Steuermann Kilian Wagen hofft noch auf die Chance. “Wir konzentrieren uns auf unsere physische Vorbereitung zu Hause und sehen, wie sich die Dinge entwickeln. Es besteht noch immer eine große Unsicherheit über die Olympiaqualifikationsregatten. Aber auf jeden Fall sind wir noch nicht am Höhepunkt unserer Performance angekommen und wir werden weiter hart arbeiten.”

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

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