Finn Dinghy Olympia: Jan Kurfeld macht Pause, Mathias Miller will es wissen

"Ich werde mich vorerst zurückziehen"

Jan Kurfeld bei einem Trainingssturz mit seinem Finn. © STG/Wehrmann

Deutsche Segler haben sich bisher für acht von zehn olympischen Disziplinen qualifiziert. Beim Frauen Match Race hat es nicht funktioniert, jetzt müssen nur noch die Finnsegler nachsitzen. Ein Platz unter den ersten zehn Nationen bei der nächsten WM im englischen Falmouth würde die Qualifikation noch ermöglichen.

Aber Jan Kurfeld (25), der Junioren Weltmeister von 2007 und viele Jahre die große DSV Hoffnung für Olympia, wird nicht dabei sein. Er hat jetzt bekannt gegeben: “Ich werde mich vorerst aus dem Leistungssegeln zurückziehen.”

Es lief nicht alles rund bei der Olympia-Qualifikation von Junioren-Weltmeister Kurfeld. © STG/Wehrmann

Nach der enttäuschenden WM in Perth, die Kurfeld auf dem 34. Platz abschloss, habe er sich einige Zeit genommen um darüber nach zu denken, wie es weitergehen soll. Nach den Ergebnissen der vergangenen WM hätte der 13 Platz für die Qualifikation ausgereicht. Aber Kurfeld sagt: “Die Erfüllung der Norm halte ich in Anbetracht der mir gegebenen Umstände und der verbleibenden Zeit für relativ unwahrscheinlich.”

Er wolle sich um sein Nautik/Seeverkehr‐Studium kümmern. Für den Abschluss fehlen noch zwei Praxissemester auf See und ein Semester für die Abschlussarbeit. Danach wolle er aber wieder ins Leistungssegeln einsteigen und die Qualifikation für die Olympischen Spiele 2016 in Angriff nehmen.

Der Rostocker ist mit 25 Jahren jung genug für eine zweite Kampagne 2016. © STG/Wehrmann

Kurfeld lag zuletzt in der Qualifikation überraschend hinter Matthias Miller. Der war nach einem Ausflug in das Starboot ins Finn Dinghy zurückgekommen und hatte mit Platz sechs bei der Kieler Woche Kurfeld (8.) in der internen Qualifikation überholt. Bei der ersten Ausscheidung in Weymouth hatte Kurfeld als 20. einen Punkt geholt.

Miller gibt allerdings noch nicht auf.  Er sagt: “Nach der Qualifikation ist vor der Qualifikation.” Er schwärmt vom Olympia Test-Event, das er als Quali-Führender besuchen durfte. “Das war so magisch…”

Matthias Miller schiebt noch eine große Welle vor sich her. Bis zur letzten WM-Chance will er sie überwinden. © STG/Wehrmann

Das Ergebnis ließ mit Platz 29 noch zu wünschen übrig, “aber ich wusste, wenn ich das mit dem Vorwind in den Griff bekomme habe, sollte es in der dritten Ausscheidung in Perth keine Zweifel mehr geben.”

Aber auch in Perth lief es nicht mit Rang 40. “Ich hatte mich für einen Weg entschieden, der für die Qualifikation nicht ausreichend war. Einer dieser Fehler war, dass ich meine letzte Phase ohne einen neuen Trainer fortgesetzt habe.”

Das will er nun ändern. “Jetzt habe ich wieder Fahrt aufgenommen und möchte die letzte Chance, für die Qualifikation 2012, nutzen.” Miller befindet sich schon im Trainingslager in Valencia, wo er sich bis zur Europameisterschaft im März mit einer internationalen Trainingsgruppe vorbereiten will.

Quellen: Rostocksailing.de, Finn Team Germany

Miller hat ein schweres Stück Arbeit vor sich. Er muss bei der nächsten WM unter die besten zehn Nationen. © STG/Wehrmann

 

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Carsten Kemmling

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11 Kommentare zu „Finn Dinghy Olympia: Jan Kurfeld macht Pause, Mathias Miller will es wissen“

  1. avatar Uwe sagt:

    Aufgrund der hohen Leistungsdichte ist die Olympiaqualifikation im Finn schwerer als in manch anderer KLasse zu erfüllen. Drücken wir daher Matthias Miller die Daumen, dass er es dennoch schafft.

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    • avatar Hannes sagt:

      Uwe, dass sind ja ganz neue Töne. Ich dachte immer hohe Leistungsdichte gibt es nur in sehr viel gesegelten Klassen, wie z.B bei den Lasern?! Das Finn sollte dann ca. auf dem etwas lauen Niveau der 49er liegen.

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      • avatar Christian sagt:

        die höchste Leistungsdichte liegt eindeutig beim Wildflower. Das ist ist dieses etwas eckige Boot, dass früher von Kaufhausketten verkauft wurde und von denen es gaaanz viele gibt.

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      • avatar Uwe sagt:

        @Hannes
        Wo hörst Du neue Töne 🙂
        Die besten Segler aus der sehr stark besetzten Laser-Klasse und anderen Klassen
        treffen sich im Finn, wenn sie ein gewisses Alter und eine gewisse Reife erlangt haben.
        Beispiel: Ben Ainslie

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      • avatar Rolf Albert sagt:

        Hannes… du scheinst nicht ganz durchzusehen. Das Finn-Dinghy mag für einige veraltet sein, out ist es aber mit Sicherheit nicht, u. zwar weltweit. Da segeln hiezulande so 130 Schiffe alleine in der Rangliste, anderswo sieht das nicht anders aus. Ich behaupte, beim 49-er gibts weltweit nicht annähernd so viele ernsthaft regatierenden Teams.

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  2. avatar Florian sagt:

    Warum haben Finn Segler immer dieses Gefühl nicht ernst genommen zu werden?

    Die Finn ist ein hübsches Boot und Sie ist olympisch. Das haben die hohen Herren der ISAF so entschieden.
    Ich fand die Finn mit Holzmast am schönsten. Dort braucht man als Segler noch ein bisschen Geschick beim Hobeln und braucht seinen Mast nicht alle paar Jahre mit UV-Schutz anmalen 😉

    Ich finde es gut das es ein Boot mit der Bezeichnung “heavy weight single-handed” gibt.
    Das zeigt, dass Segeln ein Sport für jeder Mann ist (wenn er Geld hat).

    Das ein 49er eine ganze andere Anforderung an das Team mit bringt als eine Finn ist doch klar.
    (Es gibt in Deutschland auch mehr VW Golfs als Formel 1 Wagen… ;))

    Warum muss denn Alles immer besser oder schlechter sein?

    Der Charakter eine Klasse wird durch die Köpfe und die Ellenbogen auf der Bahn geprägt und wenn jeder immer sich schon an der Startlinie so extrem beweisen muss, dann ist es bestimmt eine lustige Geschichte.

    Wahrscheinlich will man dann der Bester der Besten sein!

    Da braucht man dann auch keinen Gedanken an Olypmischa: “Dabein sein ist Alles;)”

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    • avatar Uwe sagt:

      @Florian,
      wo hast Du Finnsegler kennengelernt, die sich nicht ernstgenommen fühlten ?

      Wie früher an den Holzmasten wird heutzutage von einigen Experten auch an den Carbonmasten gewerkelt, d.h. Material abgeschliffen oder in Streifenform wieder auflaminiert, um den Masten die gewünsche Biegekurve und Biegewerte zu verpassen.

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  3. avatar Rolf Albert sagt:

    Der gute Florian wird doch nicht mich meinen ? Nun, ich segle kein Finn-Dinghy… allerdings eines, was nichtwissende bzw. (Lokal-) Zeitungsleute immer wieder als solches sich denken… nämlich FD, wie Finn-Dinghy, grins. Die schönste Jolle zweifellos 🙂 oder ? Flying-Dutchman oder Finn, beides was für richtige Männer jedenfalls. Und sogar Frauen, richtige demzufolge. Wer mag dem widersprechen ?

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  4. avatar Lyr sagt:

    schade, dass es für Jan nicht geklappt hat!! Aber ich denke seine Entscheidung ist sehr konsequent und richtig! In Rio ist es eh viel wärmer und angenehmer 😉

    grüße

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    • avatar Uwe sagt:

      Sicher ist es in Rio wärmer und angenehmer und es gab ja auch Stimmen, die der Auffassung waren, dass London für Jan noch zu früh ist.
      Allerdings wird es 2016 noch schwieriger werden, sich zu qualifizieren, da die Konkurrenz aus dem eigenen Lande, Osteuropa und Asien immer stärker wird.
      Dem Matthias Miller ist jedenfalls zuzutrauen, dass er noch etwas reissen kann, denn der Abstand zu den Profis ist ja nicht unüberwindbar.

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  5. avatar Karsten sagt:

    also ich finde auch das der finn eine sehr sportliche, anspruchsvolle klasse ist.
    international ist das ansehen der finns auch sehr groß, in gb ist es sicherlich die höchst angesehene klasse.
    wie in anderen ländern eben auch.
    nur in deutschland ist der finn vom ansehen in den letzten 15 -20 jahren eher zur altherrenklasse verkommen.. fast gleichzusetzen mit den o jollen… was ich sehr sehr schade finde!!
    aber warum und weshalb ist sicher eine lange und diskutable geschichte.
    wobei, es geht ja langsam wieder aufwärts….
    Auf jeden fall wünsche ich matthias viel erfolg und ich hoffe er wird für seinen einsatz belohnt!

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