Finn Masters WM: Super-Legenden aus 28 Nationen – Beschwerde über Olympia-Rauswurf

"Wut, Frustration und Enttäuschung"

Eine der größten Einheitsklassen der Welt ist jeweils die Finn Dinghy Masters Weltmeisterschaft. In diesem Jahr sind 246 Segler vor Kopenhagen an den Start. Thomas Schmid und Uli Breuer gelingt ein starker Auftakt.

Finn Dinghy Masters

Es wird schon mal eng an der Wendemarke. © Robert Deaves

Kurz vor dem Start der Finn Dinghy Masters Weltmeisterschaft nutzte die Klasse die internationale Aufmerksamkeit noch einmal für ein Statement in Sachen Sport-Politik. Sie richtete sich mit einem offenen Brief an ihren liebsten Feind, World Sailing Präsidenten Kim Andersen. Er steht im Zentrum der Kritik, nachdem er durch einen späten Vorstoß des Weltverband-Vorstandes die neue Offshore-Mixed-Olympia-Disziplin für 2024 initiierte. Die Folge war der Abschied der Finn Dinghies.

Finn Dinghy Masters

Probleme an der Wendemarke. © Robert Deaves

In dem Brief, den mehr als 300 Segler und Unterstützer unterschrieben, heißt es unter anderem: “In der Geschichte des Segelsports hat es noch nie so viel Wut, Frustration und Enttäuschung über eine Entscheidung von World Sailing gegeben”

“Ungerechtigkeit und Diskriminierung”

Der Ausschluss des Finn-Dinghies von den Olympischen Spielen habe den Abschied einer großen Gruppe von Seglern auf der ganzen Welt zur Folge. “Es besteht die Gefahr, dass etwas sehr Wertvolles für das Segeln verloren geht. Wir halten dies für eine Ungerechtigkeit und Diskriminierung und fordern Sie daher mit Nachdruck auf, die Finn-Dinghy-Klasse beim Bemühen zu unterstützen, 2020 wieder in das Olympia-Segelprogramm aufgenommen zu werden. Sie ist die einzige Klasse, die wirklich für Segler über 85 Kilogramm geeignet ist.”

Finn Dinghy Masters

Der Deutsche Ü-60-Recke Norbert Winkler in Aktion. © Robert Deaves

Nun dürfte diesem Vorstoß der Finn-Fans eine gewisse Befangenheit zugrunde liegen. Aber sie konnten diesen Moment der Aufmerksamkeit kaum ungenutzt lassen, zumal die Finn Masters WM auch noch von Andersens eigenem Club, dem Royal Danish Yacht Club in  Skovshoved ausgerichtet wird. Und Dänemark gilt nicht nur durch den großen Paul Elvström als eine der internationalen Hochburgen in der Klasse, ganz davon abgesehen, dass sie ihre Wurzeln in Skandinavien hat.

Die Finn Masters weisen darauf hin, dass sie diese Entscheidung ja eigentlich nicht persönlich betreffe. Schließlich werden die 40 bis über 80 Jahre alten Finn-Recken keine Olympiakampagne mehr starten. Aber man sorge sich um die Perspektive von Hunderten  junger Seglern, die in keiner Jolle auf olympische Niveau mehr wettbewerbsfähig sind.

Schmid und Breuer segeln vorne

Gesegegelt wurde aber auch noch vor Skovsohved, wo die Teilnehmer in zwei Gruppen aufgeteilt sind. Nach drei Siegen in drei Rennen liegt der russische Doppel-Masters-Weltmeister Vladimir Krutskikh komfortabel in Führung vor Anthony Nossiter (46), der im Finn für Australien dreimal bei Olympia startete.

Finn Dinghy Masters

Thomas Schmid mit starkem Auftakt © Robert Deaves

Finn Dinghy Masters

© Robert Deaves

Der deutsche Finn-Weltmeister von 1988 Thomas Schmid (60) startete souverän in die Serie mit den Plätzen 4/11/4, liegt auf Gesamtrang vier und führt komfortabel die Wertung bei den Grand Grand Masters (60-69) an. Auch Uli Breuer (52) begann gut mit 3/3/15 und liegt auf Rang sechs. Mitfavorit André Budzien muss neben 6/9 schon einen Frühstart verkraften.

Finn Dinghy Masters

Uli Breuer behauptet sich in der Masters Weltspitze. © Robert Deaves

Finn Dinghy Masters

Uli Breuer hält bestens vorne mit. © Robert Deaves

Die Altersgruppen: Masters (40-49), Grand Masters (50-59), Grand Grand Masters (60-69), Legends (70+) and Super Legends (80+)

Ergebnisse Finn Masters Worlds 2019

avatar

Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Sicherheitsfrage (SPAM-Schutz): *