Foiling: Der neue Windsurfer-Flieger – Olympia-Entscheidung gegen das RS:X Board?

Noch ein Foiler?

Am Donnerstag fällt beim Weltsegler-Verband-Jahrestreffen auf den Bermudas die Entscheidung über das Windsurf-Material für Olympia 2024 in Marseille. Wie die Alternative zum RS:X-Brett aussieht.

Das Gros der RS:X Surfer lehnen eine Veränderung des Olympia-Materials naturgemäß ab. Sie fürchten um ihren Trainingsvorsprung, den sie sich auf dem klassischen Surfbrett erarbeitet haben. Aber viel deutet darauf hin, dass sie nicht gehört werden.

In Bermuda könnten die Delegierten bestimmen, dass nach vier olympischen Titel-Entscheidungen (2008-2020) die RS:X-Klasse weichen muss. Beim Mid Year Meeting in London war zwar Windsurfen als Disziplin bestätigt worden, aber das Council von World Sailing hatte sich geweigert, die Empfehlung des WS-Vorstandes zu akzeptieren, am RS:X Material festzuhalten.

iFoil ist der Sieger

Es wurde eine Evaluierungsveranstaltung am Gardasee beschlossen, und dabei entpuppte sich unter den Testern das iFoil von der Firma Starboard als Favorit. 17 von 19 Surfern sprachen sich dafür aus 2024 mit einem Windfoiler um Medaillen zu kämpfen.

iFoil bei den Tests am Gardasee.© Jesus Renedo / Sailing Energy / World Sailing

Das Equipment Committee von World Sailing hatte in den vergangenen drei Jahren jeweils erfolglos einen Austausch des RS:X Boards empfohlen hatte. Diesmal könnte der Weg für einen Windfoiler für 2024 frei sein.

Insidern zufolge sollen vier der führenden Nationen bei den Olympischen Spiele 2016 die Wahl des Starboard Windfoilers unterstützen. Das Einheitsmaterial kostet mit 6830 Euro zwar etwa 500 Euro mehr kostet als der RS:X, aber dieser Preis beinhaltet auch das Karbon-Hydrofoil. Eine Jugendversion mit Aluminium-Tragfläche kostet 4.300 Euro.

Einsetzbar zwischen 5 und 35 Knoten

Das iFoil soll in einem Windbereich zwischen 5 und 35 Knoten zum Einsatz kommen. Wenn die Welle zu hoch wird, besteht auch die Möglichkeit, auf eine normale Finne zu wechseln.

Sieht so die neue Olympia-Klasse aus? © Jesus Renedo / Sailing Energy / World Sailing

Der Erfinder des Starboard iFoil, Svein Rasmussen aus Norwegen steht mit seiner Person für Kompetenz. Er war 1983 Windsurf-Weltmeister mit dem Mistral-Brett und vertrat Norwegen bei den Olympischen Spielen 1984. 1994 gründete er die Firma Starboard in Thailand und hat sich damit als einer er erfolgreichsten Marken etabliert.

Die Tragflächen unter den Boards. © Jesus Renedo / Sailing Energy / World Sailing

Die ersten Windfoiler sind erst vor zwei Jahren auf dem Markt erschienen, aber seitdem verbreitet sich das Fliegen rasant in der Windsurf-Szene. Allerdings ist es fraglich, ob die Foiler auch modernen taktischen Anforderungen entsprechen. Die Kiter habe vorgemacht, dass sie auch schnell wenden und damit auch mal eine Winddrehung mitnehmen können.

Bei den Windsurfern sieht es eher unbeholfen aus, wenn sie die Brettspitze durch den Wind drehen.

Und wenn es nicht klappt, dabei im Foiling-Modus zu bleiben, dann werden reine Speed-Wettkämpfe generiert, bei denen es darauf ankommt, nur maximal eine Wende ausführen zu müssen. Ob das sportlich wirklich so spannend sein kann, wie eine echte Segelregatta, muss sich zeigen. Vielleicht schaffen es die Profis ja auch bald, die Foil-Wende zu meistern.

Stehsegeln im Flugmodus. © Jesus Renedo / Sailing Energy / World Sailing

 

 

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

Ein Kommentar „Foiling: Der neue Windsurfer-Flieger – Olympia-Entscheidung gegen das RS:X Board?“

  1. avatar Alf sagt:

    > Bei den Windsurfern sieht es eher unbeholfen aus, wenn sie die Brettspitze durch den Wind drehen.

    Das würde ich nun so nicht unterschreiben, siehe z.B. ab 0:48 😉
    https://youtu.be/Hqd6wfCkPoQ

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