Foiling Week: Sieht so die Zukunft aus? – Raumschiffe schweben über das Wasser

Wie von einem anderen Stern

Im Rahmen der Foiling Week Awards ist die US-italienische Design-Schmiede Schickler Tagliapietra mit dem Projekt-Preis ausgezeichnet worden. Die abgedrehte Vision ist näher an der Realität, als man denken könnte.

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Zweikampf mit den Flug-Foilern. © Studio ST Yacht

Viele Traditionalisten hatten schon frohlockt, dass nach dem überraschenden Gewinn der Neuseeländer beim America’s Cup die Zeit des Foilens vorbei ist, und normale Segelboote wieder in den Fokus der Spitzensportler rücken. Denn die neuen Wächter der alten Silberkanne versprachen, Abstand von den Katamaranen zu nehmen und zum Monohull zurückzuwechseln.

Das ist auch passiert, aber die Einrumpfer für den nächsten America’s Cup haben so gut wie nichts mit den heute bekannten Yachten gemein.  Ihre Welt scheint noch weiter von den üblichen Blei-Transportern entfernt, als sie es bei den AC50-Kats war. Denn die AC75 werden die Foiling-Technik noch weiter ausreizen.

Raumschiffe

Die Renderings der neuen Cupper sehen aus wie Raumschiffe von einem anderen Stern und vor diesem Hintergrund scheint dann der ST Foiler von Doug Schickler und Davide Tagliapietra viel mehr als eine abgedrehte Design Studie.

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Bei der Tonnenrundung. © Studio ST Yacht

Auch deshalb haben die Konstrukteure, die regelmäßig bei den führenden aktuellen Segelprojekten involviert sind, den “Project Award” der Foiling Week Veranstaltung gewonnen, die den Anspruch hat, die verschiedensten Tragflächen-Entwicklungen im Wassersport unter einen Hut zu bekommen.

Da ist schon auf den ersten Blick sichtbar, dass der ST Foiler etwas Besonderes ist. Denn die ausführliche und detaillierte Präsentation legt nahe, dass es sich um viel mehr als eine abgedrehte Vision von der Zukunft des Segelns handelt. Tatsächlich ist es die sehr konkrete Antwort auf die Frage der Volvo Ocean Race-Organisatoren, wie man in Zukunft die Inport-Races bestreiten kann.

Radikale Gedanken

Inzwischen weiß man gar nicht, ob diese Strategie von Mark Turner überhaupt noch verfolgt wird. Schließlich ist der Mann nicht mehr am Ruder, und mit ihm dürften auch seine radikalen Gedanken zu dieser führenden Veranstaltung des Segelsports entschwunden sein.

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Kleine Flügel unter den Bugspitzen verhindern den gefürchteten Überschlag. © Studio ST Yacht

Was bleibt, ist die Vision vom Segeln, wie sie Schickler und Tagliapietra  skizzieren. Und das ist “Segeln” wie von einem anderen Stern. Schickler erklärt, dass die Studie im Haus schon Mitte 2015 etnstanden sei, als sie sich bemühten, radikal über den Tellerrand hinauszusehen. Sie wollten bewusst ergründen, ob Segeln einen parallelen Weg zum Flugzeug-Design einschlagen könne.

Das Ergebnis der Gedanken ist schon sehr real. Ob der Flieger je gebaut wird, steht aber in den Sternen. Das Volvo Ocean Race Management hat den ursprünglichen Plänen erst einmal eine Absage erteilt. Der Zeitplan für das nächste Rennen drückt, und inzwischen sieht es sogar so aus, als wenn die aktuelle One-Design-Flotte noch einmal zum Einsatz kommen könnte, anstatt die Pläne zu den neuen 60 Fußern oder eben auch den speziellen Inshore-Racer fortzuführen.

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Dreimann-Cockpit vor dem Segel. © Studio ST Yacht

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Die Dimensionen: Fast so breit wie lang. © Studio ST Yacht

 

 

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

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