Frauen 470er-Streit: Lutz/Beucke ziehen vor Hamburger Gericht

Der Ärger geht weiter

Der Streit der 470er Frauen Qualifikation für Olympia 2012 in Weymouth hat die nächste Eskalationsstufe erreicht. Die FAZ berichtet, dass Sportrechte-Anwalt Michael Lehner für Tina Lutz und Susann Beucke vor dem Landgericht Hamburg eine Einstweilige Verfügung gegen die DSV-Entscheidung erwirken will, derzufolge Kathrin Kadelbach und Friederike Belcher dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) zur Nominierung vorgeschlagen wurden.

Lutz/Beucke und Kadelbach/Belcher (r.) auf getrennten Wegen. © BSV

Lutz/Beucke hoffen, den DOSB dazu bringen zu können, das Ticket ihnen entweder direkt zuzusprechen, oder ein Stechen während der 47er Weltmeisterschaft in Spanien zu beschließen.

Laut Lehner sei eine gütliche Einigung angestrebt gewesen, aber der DSV habe den Gang vor Gericht gewollt. Von DSV-Seite ist zu hören, dass es im Rahmen der Qualifikation keinen Spielraum gebe, die Entscheidung anzufechten. Die Konformität der regelgerechten Ausscheidung sei inzwischen von mehreren Instanzen bestätigt worden.

Lutz-Gegnerin Kathrin Kadelbach sagt gegenüber der dpa: “Ich glaube, es ist gut, wenn das jetzt vor Gericht geht. Die Sache wurde bereits in den Instanzen – Welt-Seglerverband und DSV – für uns entschieden und nun dann auch vor Gericht, wobei Lutz/Beucke ihre Begründung ausgewechselt haben, nachdem die Medienkampagne gegen uns nicht gefruchtet hat.”

 

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Carsten Kemmling

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30 Kommentare zu „Frauen 470er-Streit: Lutz/Beucke ziehen vor Hamburger Gericht“

  1. avatar Backe sagt:

    Nää, watt isset esu jemötlich, nitt olympisch zu sinn.

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    • avatar Wilfried sagt:

      das ist der Vorteil der Professionalisierung des Sports. Die toben sich in eigenen Klassen aus, die sonst kaum noch einer segelt und wir haben unsere Ruhe. Allerdings, überlegt mal ihr hättet vor 20 Jahren prophezeit das fast niemand mehr 470er segelt. Das war mal ne Massenklasse.

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      • avatar Christian sagt:

        es ist auch im olympischen Segelsport die absolute Ausnahme, dass vor Gericht wegen einer Quali geklagt wird. Das Ganze ist ein Fall Lutz/ Beucke (und ihres nicht-verlieren-Könnens), sonst gar nichts.

        Verallgemeinerungen verbieten sich, auch und gerade wegen der überwältigenden Mehrheit jener Olympiasegler, die soetwas nicht nötig haben. Und daher zu Recht Fairness-Preise bekommen, wie z.B. Peckholts oder das Laser-Team.

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        • avatar Wilfried sagt:

          das wollte ich damit auch nicht sagen, dass das Prozessieren um Ergebnisse in den Olympia-Klassen zum Alltag gehört. Es muss ja aber einen Grund geben, warum die nicht olympischen Segler keine Lust haben in Olympia-Klassen zu segeln. Mir als Held-vom -Mittelfeld ist es letztendlich egal in welcher Klasse ich von den Spitzenseglern lang gemacht werde. Entscheidende für mich ist der Spaß an der Sache und die Atmosphäre, denn für mich ist es Freizeit und Hobby. Und der Spaß und die Gemeinsamkeit scheint ja auch viele ehemalige Olympiasegler in andere Klassen zu locken. Und damit haben dann die “Profis” ihre Klassen für sich.

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        • avatar Söldner sagt:

          Natürlich ist das in den anderen Klassen anders. Bei den Starboot- und Finnseglern gibt es dann Abends an Land eine auf Maul. Die haben eben eine direktere professionelle Härte. Die Damen bleiben da wohl lieber beim traditionellen Stutenbeissen.

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          • avatar Kiel sagt:

            Wie waere es denn wenn diese albernen Verallgemeinerungen mal ausbleiben wuerden?

            Mit dem Spruch wuerde ich mich weder in der Finn noch in der Starklasse blicken lassen, sonst gibt es echt was auf die Ohren.

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          • avatar Söldner sagt:

            @kiel: womit du ja direkt meinen Beitrag bestätigst ;-))

            abgesehen davon möchte ich dich nur an Sydney 2000 erinnern …. wo dann doch dir Fäuste flogen 😉

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          • avatar Kiel sagt:

            und nochmal @Soeldner:
            touche

            2 Segler vom DSV – beide frustriert ueber ihre Leistungen hauen sich…

            wieviele andere Star / Finnsegler haste denn sich noch aufs Maul hauen sehen damit diese ‘ich schere alle ueber einen Kamm’ bestand haben kann?

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          • avatar Söldner sagt:

            @kiel

            Ich dachte wir reden hier über “Olympia” ….. oder hat es so ein Verhalten wie bei den 470-“Damen” schon mal ausserhalb dieses Olympia-Kindergartens gegeben?

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      • avatar Willii Gohl sagt:

        Hallo Wilfried, woher Sie die Erkenntnis haben, “das fast niemand mehr 470er segelt” wird Ihr Geheimnis bleiben, vielleicht beziehen Sie sich auf Meldezahlen aus dem seglerischen Nebenschauplatz Deutschland, aber dort wo international seglerisch die Post abgeht (Asien, Australien, USA, Südeuropa) ist das immer noch eine Massenklasse. Oder meinen Sie, die Thailänder sollten dem Rest der Welt erklären wie Fußball geht? Ich bitte alle thailändischen Fußballspieler wegen dieses Vergleiches um Entschuldigung.
        Nix für ungut, Willii Gohl

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        • avatar Wilfried sagt:

          für den Standort Deutschland und unser hiesiges Regattasegeln und darüber reden wir gerade ist es völlig irrelevant was in Thailand gesegelt wird. Wir spielen hier auch kein Cricket und die sprotliche Leistung von Cricketspielern überall auf der Welt wird dadurch nicht besser.

          Fakt ist, dass sich die Hobbyregattasegler in Deutschland nicht in den Olympiaklassen tummeln. Die Analyse von Verbandstrukturen und Gründen überlassen ich den Oberschlauen.

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          • avatar Wilfried sagt:

            meinte natürlich die sportliche Leistung der Cricketspieler wird nicht schlechter

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          • avatar Uwe (Finn) sagt:

            Wilfried schreibt: “Fakt ist, dass sich die Hobbyregattasegler in Deutschland nicht in den Olympiaklassen tummeln.”

            Das kann ich leider hinsichtlich der deutschen Finn-Dinghy-Segler nicht bestätigen: Dort sind zu 100 % Hobbysegler am Start.

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          • avatar Söldner sagt:

            Naja, entsprechend ist das Finn ja olympisch in Deutschland auch besetzt……

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          • avatar Ingo sagt:

            LoL ;-)))

            Genau – eben zu 100% mit Hobbyseglern…

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          • avatar Uwe (Finn) sagt:

            Söldner schrieb: “Naja, entsprechend ist das Finn ja olympisch in Deutschland auch besetzt……”

            Ich fürchte, dass das nicht nur für das Finn gilt. Aufgrund des geringen Stellenwertes, den der Segelsport bei uns geniesst, können unsere Spitzensegler von der Förderung, die bsw. englische Segler erfahren, leider nur träumen.

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          • avatar Söldner sagt:

            Dafür fahren (dank Sponsoren) unsere Olympia-Segler(innen) Autos mit deutlich gesteigertem Status. 😀

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    • avatar Francesca sagt:

      Schön, wenn Leute die Dinge einfach mal positiv sehen können! Der ganze Olympiaheckmeck ist auch in anderen Sportarten einfach nur grotesk!

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      • avatar Rolf Albert sagt:

        Ich geb Wilfried hier vollkonnen recht. Der 470er ist im Grunde tot. Nicht nur hierzulande (man nehme nur mal die Rangliste her u. subtrahiere die Mannschaften mit Olympiaambitionen bis Mitte letzten Jahres), sondern auch weltweit ist da nicht mehr allzuviel los. Interessant ist im Übrigen, von wie vielen Mannschaften man seit Weymouth, später Kiel 2011 nichts mehr hört… sehr klassenverbunden scheinen die Leute nicht zu sein. Ergo : die Klasse ist lediglich Mittel zum Zweck, der Unterbau fehlt mittlerweile fast völlig… Sie wird a.G. dessen ein schweres Leben nach Verlust des Olympiastatus haben, anders , als dies bei z.B. Drachen, Flying Dutchman u. bald auch beim Starboot der Fall ist.

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        • avatar Christian sagt:

          jetzt lasst doch mal die armen 470er in Ruhe, die können doch auch nichts für dieses Heckmeck.

          Und wenn ein Protagonist einer Zweimannbootsklasse andere Zweimannbootsklassen madig macht, dann fällt das auf wen zurück? FDs, das habt ihr doch eigentlich gar nicht nötig.

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          • avatar Rolf Albert sagt:

            Nöö. Natürlich nicht. Wir sind eh die schönsten, grins… Aber Spaß beiseite : madig machen will ich die Klasse nicht, warum auch. Ist ein schönes Boot. Aber es ist eben, zum. derzeit, nicht viel los dort.

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  2. avatar Lionel Hutz sagt:

    So ein bescheuerter Egotrip. Wer in einem Fleet- Race direkte Attacken nicht abwenden kann, sollte seine kostbare Zeit vlt. lieber auf dem Wasser, als im Gerichtssaal verbringen.

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    • avatar Robert Mürtz sagt:

      Und bei Gelegenheit mal bei den Kollegen von Teamrace oder Matchrace vorbeischauen. Oder die Trainer zur Nachhilfe dort vorbeischicken. Schnell geradeaus nützt nämlich nix, wenn man nicht weiß wie man regelkonform manövriert.

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      • avatar Christian sagt:

        @Robert: Beim Teamrace sollten sie lieber nicht vorbeischauen, das ist nämlich generell in regulären Fleetraces regelwidrig (anders als die meisten Matchrace-Taktiken).

        2005 wurde z.B. der Weltmeistertitel der 14 Foot Skiffs am grünen Tisch zugunsten eines australischen Teams entschieden, weil es nachweisen konnte, dass es durch zwei britische Teams in der letzten Wettfahrt mittels Teamracing zurückgesegelt wurde.

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  3. avatar rg sagt:

    Als so junges Segelteam, mit all den Möglichkeiten in der Zukunft, sich so ins Abseits zun manövrieren, dass hätten nur wenige geschafft. Die Berater müssen eine glatte Katastrophe sein. Besorgt euch schnell Neue wenn Ihr in Zukunft weiter erfolgreich sein wollt. Ich freue mich für K/B, dass sie es jetzt auch noch schriftlich bekommen das Sie Recht haben. Viel Erfolg bei den weiteren Regatten.

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    • avatar John sagt:

      Komisches Verhalten ist nur dann nachteilig, wenn man nicht erfolgreich ist. Es gibt genug Gegenbeispiele, wo haarsträubende Aktionen in der Vergangenheit sofort vergessen wurde, wenn Edelmetall glänzt.
      ZB: Pechstein, Springstein, …

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  4. avatar Andreas Ju sagt:

    Sehr souveräne und PR-mäßig die bestmögliche Reaktion von Kathrin Kadelbach! Glückwunsch auch dazu.

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  5. avatar Christian sagt:

    endlich mal wieder was los bei SR! Dafür immerhin müssen wir Lutz/ Beucke dankbar sein.

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  6. avatar Florian sagt:

    Es geht bei dieser Entscheidung unter anderem um viel Geld und auch Zukunftperspektiven von profil Seglerinnen. Normalerweise ist jeder stolz, auf die Ausdauer von Sportlern und ihren eisernen Willen ihr Ziel zu erreichen. Dann sollte man diese Charakterzüge aber auch tolerieren und gerade auch bei jüngeren Personen.

    Der Einzige der, bei der juristischen Auseinandersetzung Ansehen, verliert ist der DSV.
    Wenn in der Sportwelt bekannt wird, wie die DSV Seglerinnen ihre Olympiaquali sichern, dann wird der Sport ganz schnell zur Lachnummer. Klar ist Alles Regelkonform, nur lustig ist es schon, wenn die DSV-Teams auf einer WM Privatrennen fähren( Fragt sich nur für wen?). Da der DSV und die ISAF nach ihrer Vorfestlegung bereits während der WM nochmal einen Rückzieher machen ist eher ungewöhnlich.

    Es ist eher untypisch für Sportler, dass man ein “ordentliches” Gericht anruft, aber für die Klärung des Sachverhalt aus juristischer Sicht durch aus sinnvoll, wenn nicht gleich zielführend für eine zukünftige Olympiateilnahme.
    Der DSV ist in diesem Fall ja keine übergeordnete und neutrale Instanz mehr, da die Auswahlkriterien durch ihn festgelegt wurden und gerade diese zur Disposition stehen.

    Der Ärger und die emotionale Wut über diese Auswahlkriterien der Athletinnen ist für mich vollständig verständlich. Ob sie sich mit den Gang vor das Gericht persönlich einen Gefallen getan haben, wage ich zu bezweifeln.
    Institutionen, wie der DSV, können durchaus mal nachtragen sein.

    Peinlich würde es dann, wenn das ordentliche Gericht zu einem anderen Schluss kommt.

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  7. avatar Florian sagt:

    Zusätzlich kommt dazu, dass Lutz/Beucke durch ihr “schlechtes” Abschneiden in Perth ihren B-Kaderplatz verloren haben (siehe FAZ Artikel) und damit auch massive finanzielle Nachteile entstehen.

    Warum wurde von anderen Nationen, welche mit Sicherheit solche Duellsituationen hatten nicht Matchrace gesegelt?

    Sind Kaderplätze nicht an Plätze bei WMs & EMs verknüpft?

    …Vielleicht gibt es ja einen anderen Verband, welche dankbar für ein gutes 470er Frauen Team wären…

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