Garmin Round Denmark Race und MidsummerSail: Robbe an Bord brachte kein Glück

Geduldsspiele

Eine ausgedehnte Hochdrucklage über der Ostsee strapazierte die Aktiven mit schwacher Brise zwischen Wismar und Töre/Schweden sowie den Gewässern rund um Dänemark. Viele waren schlicht zu langsam, aber die Sieger strahlten.

Start der Midsummer Sail 2021 Regatta am 21.06.21 in Wismar. Die Regatta führt auf dem längsten Weg durch die Ostsee bis nach Törre in Nordschweden.
© Axel Schmidt/Midsummer Sail
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650 und 900 Seemeilen können mit Cruiser-Racern oder gar Fahrtenyachten ganz schön zäh werden, wenn der Wind kaum weht. Das bekamen die 62 Teilnehmer am ersten Garmin Round Denmark Race von Aarhus rund um Seeland und alle anderen dänischen Inseln zurück in Jütlands größte Hafenstadt besonders zu spüren. Denn nur 24 von ihnen erreichten das Ziel im Zeitlimit. Das gab es bei der längsten Ostseeregatta vom südlichsten Punkt in der Wismarer Bucht bis hinauf zum nördlichsten im schwedischen Töre zwar nicht. Doch mehr als ein Viertel der 44 gestarteten Crews musste seiner Urlaubszeitplanung Rechnung tragen und die MidsummerSail vorzeitig aufgeben.

Die Black Maggy Crew. Gewinner der Midsummer Sail 2021 © Axel Schmidt/Midsummer Sailwww.axelschmidt.net

Durch die Bank waren aber auf beiden Langstrecken nach erlebnisreichen Tagen viel positive Stimmen zu hören. „Es war einerseits zermürbend, denn wir haben 14mal auf der Stelle gestanden, aber andererseits die Krönung für uns und das Schiff“, schwärmte Wolfgang Heibeck. Der Spezialbootsbauer aus Hooksiel gewann die MidsummerSail mit seinem selbst entworfenen und gebauten Open 40 „Black Maggy“ den er vor gut vier Jahren von 32 auf 40 Fuß verlängert hatte um damit das Sliverrudder zu gewinnen. Dabei war zuvor schon extrem schnell unterwegs, wie das SR-Video zeigt.

Die Route der Mitsummer Sail von Wismar nach Töre in Schweden.

Heilbeck benötigte sechs Tage, 21 Stunden, 44 Minuten und sieben Sekunden. Mit dem Kieler Co-Skipper Thies Bartels profitierte das Duo am Ende von frischem raumem Wind und 14 Knoten Bootsspeed, zwei Knoten schneller als die Luffe 45 „Nike“ von Patrick Wendisch, die nach tagelangem Zweikampf gut eine Stunde später ankam.

Die Black Maggy an der Zieltonne im schwedischen Töre. © Axel Schmidt/Midsummer Sailwww.axelschmidt.net

Zum ersten Mal überhaupt gewann ein schwedisches Boot einen Siegerpreis. Bester Mehrrümpfer war der ehemalige America’s Steuermann Peter Holmberg (Alinghi) mit der Dragonfly 28 „Three Sisters“. Der schnellste Seehund im Rennen ließ sich einen Tag lang auf dem Heck des 8,50-Meter-Trimarans „Flaneur“ von Andre Baetz spazieren fahren. Das brachte jedoch kein Glück. Kurz nach dem Besuch der Robbe lief er mit einem Schwert auf Grund und musste aufgeben.

Event Website MidsummerSail

Rund Dänemark

Die Option des Aufgebens war auch war auch für die begeisterten Mannschaften bei der parallel gestarteten Premiere von “Rund Dänemark” real. Denn ihnen war der Windgott ebenfalls nicht wohlgesonnen. Nur 24 von 62 Yachten schafften es, innerhalb des Zeitlimits die Linie zu queren.

Die Crew der “Rafale”. © Garmnin Round Denmark

Schnellste deutsche Yacht war “Rafale” die ehemalige “Outsider” von Tilmar Hansen, eine Elliott52, die nun von Eigner Henri de Bokay und Skipper Philipp Kadelbach mit einer Crew aus VSaW- und NRV-Liga-Seglern bewegt wird. Es ist der Start eines dreijährigen Projektes, in dessen Rahmen auch die großen Mittelmeer-Regatten bestritten werden sollen.

Das erste Boot, dass es nicht rechtzeitig ins Ziel schaffte, war die neue JPK 38 “Belle” von Andreas Willim. Er segelte mit seinem langjährigen Match-Race-Taktiker Tom Gosch zwar flott um den 650 Meilen langen Rundkurs verfehlte aber das Limit knapp. Ebenso wie das  Duo Jan Heinze und Peter Sorowka. Ihre Dehler 30 OD „Calle“ kam eine Minute später ins Ziel. Die Crew betonte dennoch „jeden fantastischen Moment“ genossen zu haben.

JPK 38 “Belle”. © Garmnin Round Denmark

Der 650-Meilen-Kurs rund Dänemark.

First Ship Home war nach knapp sechs Tagen die getunte Figaro 2 „The Beast“ des dänischen Einhandseglers Jan Hansen, der mit den anderen Solisten 48 Stunden vor den Konkurrenten starten durfte. Der schmelzende Vorsprung reichte im Kleinen Belt so gerade noch, bevor Gegenstrom die Verfolger erneut einbremste.

First ship Home war die Figaro 2 des Dänen Jan B. Hansen. Einhandsegler starteten 48 Stunden früher. © Garmnin Round Denmark

Ganze 49 Minuten vor Torschluss schaffte es die Crew des Kielers Martin Görge zurück nach Aarhus. Mit der J/117 „Hunky Dory“ kamen sie auf eine Durchschnittsgeschwindigkeit von nur 3,9 Knoten – ein klares Indiz, wie mau die Brise die meiste Zeit war. Sohn Rasmus als Navigator und die Olympia-Neunte von Rio 2016 im 49erFX, Anika Lorenz, holten aber zumindest genug für eine gewertete Zeit heraus.

Veranstalter Morten Brandt will sich um die Kinderkrankheiten der Premiere kümmern und nächstes Jahr ggf. rechtzeitig die Bahn verkürzen, damit noch mehr Langstreckenenthusiasten ihren Spaß haben.

Event-Website Round Denmark

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3 Kommentare zu „Garmin Round Denmark Race und MidsummerSail: Robbe an Bord brachte kein Glück“

  1. avatar Peter sagt:

    Danke Andreas! Aber der Fairness halber korrigiere ich, die Belle war eine Minute vor uns (Calle) im Ziel!

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