German Youth Americas Cup Team: Respektablem Match Race folgt Suche nach dem San Francisco Budget

Welle der Sympathie

Das deutsche Youth America’s Cup Team surft auf einer Welle der Sympathie, die ihm von der deutschen Segel-Community entgegengebracht wird. Seit es die Entscheidung öffentlich gemacht hat, auf eigene Faust den Start beim Red Bull Youth America’s Cup zu versuchen, treffen zahlreiche Hilfsangebote ein.

Philipp Buhl, Erik Heil

Philipp Buhl (l.) und Erik Heil wollen mit ihrem Team auf eigene Faust zum RBYAC. © STG/Koy

Dabei hat der Rummel um die Aktion die jungen Segler nicht daran hindern können, auch das Match Race Germany Abenteuer mit einem Erfolg zu krönen. In ihrem vorletzten Rennen gelang ihnen ein Überraschungssieg gegen den ehemaligen Match Race Weltmeister Karol Jablonski.

Der Duell-Spezialist, der 2007 sensationell das spanische America’s Cup Team ins Louis Vuitton Halbfinale gesteuert hatte, war bei seinem Comeback in Langenargen gerade wieder in Schwung gekommen und hatte gegen Weltmeister Ian Williams gewonnen, da musste er sich dem deutschen Jugendteam geschlagen geben. Er war sich sicher, damit den Einzug in die nächste Runde verpasst zu haben, kam aber schließlich doch weiter.

“Das tat mir leid”, sagt Philipp Buhl im Gespräch mir SR. “Wir hätten es Karol gegönnt weiterzukommen. Aber verschenken wollte ich den Sieg nicht.”  Buhl machte an den ungewohnten Steuerrädern der acht Tonnen schweren Bavaria eine gute Figur. Selbst gegen den Top-Favorit Williams lagen die Youngster vorne. Fast hätte sich der Brite von einem frechen Dial down Manöver auf der Kreuz beeindrucken lassen, aber am Ende rutschte er doch noch durch.

Moves in Zeitlupe

“Das Segeln hier war eine wertvolle Erfahrung, die uns auch für den Katamaran weiterhelfen kann”, sagt Buhl. “In die Kommunikation mussten wir erst einmal wieder reinkommen. Es war gut, dass die Moves hier ja quasi in Zeitlupe ablaufen. Bei den Katamaran-Rennen im kleinen Feld spielen diese Grundlagen aber auch eine große Rolle.”

Mit zwei Siegen hat sich das deutsche Jugendteam im Profi-Feld wieder einmal besser geschlagen, als man erwarten konnte – Andere hoffnungsvolle Talente haben sich schon wesentlich schlechter geschlagen 🙂 –  Aber kurz nach dem letzten Rennen ging es für die Segler nur noch um ein Thema. Wie kommen wir zum Red Bull Youth America’s Cup? Wie kommt das nötige Geld zusammen?

“Für uns war schnell klar, dass wir das durchziehen müssen”, sagt Erik Heil. “Die Frage nach möglichen Sicherheitsbedenken hatten wir unter uns schon vor dem ersten Segeln in San Francisco geklärt. Es ist klar, dass es immer ein gewisses Risiko besteht. Wir glauben aber, dass diese AC72 ein anderes Thema sind. Wenn wir mit dem 49er in Kiel bei 25 Knoten ablandigem Wind ohne Aufsicht trainieren, ist das Risiko bestimmt sogar größer.”

Aber Heil betont, dass das Team die Entscheidung von STG und NRV respektiert. Wenn es Sicherheitsbedenken gebe, sei es durchaus konsequent auszusteigen.

Startgeld schon bezahlt

Das Startgeld von 35.000 Euro war zuvor schon bezahlt worden und ist nicht erstattungsfähig. Nun gehe es um ein Minimum-Budget von knapp 56.000 Euro, das den Start ermöglichen könnte. Darin wären aber noch keine Flüge und keine Trainer-Betreuung enthalten. Erfolgscoach Markus Koy, der auch am Bodensee beim Match Race half, stehe aber wieder bereit.

Zeitlich kritisch sei ersteinmal die Überweisung von rund 16.000 Euro für Versicherung und Deposit. Dafür gebe es ein Zeitfenster von drei Wochen. Die Veranstalter haben signalisiert, dass sie danach keinen großen Druck ausüben werden. Man sei sehr an der Teilnahme des deutschen Teams interessiert.

Die Junioren sind jetzt gerade dabei, die Infrastruktur aufzusetzen, um Gelder von Förderern annehmen zu können. Sie hoffen auf das Wohlwollen der Segelgemeinschaft aber auch kurzfristige Engagements von Sponsoren. Am Bodensee gab es schon vielversprechende Gespräche. “Es wäre Wahnsinn, wenn das noch klappen sollte”, sagt Erik Heil. “Wir werden uns jedenfalls voll reinhängen.”

In Kürze will er weitere Informationen über den Ablauf der Unterstützerkampagne bringen.

Das Team

Helmsman – Erik Heil (23, Kiel, Germany)
Skipper/Tactician/Wing Trimmer – Philipp Buhl (23, Sonthofen, Germany)
Gennaker Trimmer – Max Boehme (21, Kiel, Germany)
Bowman – Max Kohlhoff (19, Kiel, Germany)
Runner – David Heitzig (22, Hamburg, Germany)
Floater – Michael Seifarth (20, Unterwössen, Germany)
Substitute – Justus Schmidt (20, Schönwalde a.B., Germany)

 

 

 

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Carsten Kemmling

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5 Kommentare zu „German Youth Americas Cup Team: Respektablem Match Race folgt Suche nach dem San Francisco Budget“

  1. avatar Martin B. sagt:

    Super Jungs!
    Habe ich fast von euch erwartet. Und die Öffentlichkeit scheint das auch gut zu verstehen 😉

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  2. avatar ac sagt:

    Wahrscheinlich habe ich mich verrechnet…
    …aber wenn 80% bereits bezahlt sind (Aussage Schwall) dann sollte doch die Budgetlücke kleiner sein oder?
    Nein, ich habe mich nicht verrechnet (!) stelle aber fest das Ziel des STG “Deutschland soll wieder zu einer der erfolgreichsten Segelnationen der Welt werden.” sich wieder etwas weiter entfernt hat.

    Ich hoffe ein Start beim Youth-AC gelingt dem Team!!!

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  3. avatar Mike K. sagt:

    Habe jetzt aus Spaß mal nach gelesen, was, wann und wo unsere Segler Teams leisten und mit was für einen schmalen Budget Sie auskommen müssen. Wenn man dann liest das der Nachwuchs um 56000 € Budget kämpfen muss frage ich allen ernstes, wo bleibt unser Staat mit einer Förderung, Unterstützung oder ähnlichen. Bei den Fußball Bundesliga Spielen werden Woche für Woche alleine nur an Bahnhöfen Dutzende wenn nicht gar hunderte von Polizisten eingesetzt die der Steuerzahler brav bezahlen muss, obwohl dieser mit diesen komischen “Balltreter Sport” nichts anfangen kann. Ich komme aus Nordbayern und bin nicht Fußball verseucht wie viele andere aus meiner Umgebung.

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  4. avatar Eule sagt:

    Wo bleibt die Kontonummer???
    Würde sofort helfen!!!

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  5. avatar stefan sagt:

    Und was ist jetzt mit der Kontonummer ?

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