Golden Globe Race: Nächste Rettungsaktion nach Riggverlust – Lepage drohte zu sinken

Alle 20 Minuten pumpen

Der Soloskipper Loïc Lepage ist am Wochenende beim Golden Globe Race 600 Meilen südwestlich vom australischen Perth in Seenot geraten. Nun wurde er an Bord eines Frachters genommen.

Loïc Lepage, der 62-jährige Golden-Globe-Race-Skipper aus Frankreich ist in Sicherheit. Er wurde an Bord des Massengutfrachters “Shiosai” genommen und ist nun auf dem Weg nach Las Palmas auf den Kanarischen Inseln.  Seine Nicholson 32 MK X war etwa 600 Meilen südwestlich vom australischen Perth im schweren Wellengang gekentert und hatte den Mast verloren. Bevor der Einhandsegler die Reste des Riggs abschneiden konnte, hatten sie ein Leck geschlagen.

Lepage schneidet den Rest der Takelage ab, bevor er das Boot verlässt. © Kim Daniels/AMSA

Die “Laaland” drohte zu sinken. Lepage musste zuletzt alle 20 Minuten die Pumpe betätigen. Er tat es manuell, um die Batterien zu schonen. Vor dem Verlassen der Yacht hatte er die Reste der Takelage  abgeschnitten. Es ist aber noch nicht klar, ob er sein Schiff auch versenkt hat.

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Loïc Lepage (62)© Christophe Favreau/PPL/GGR

Die Operation wurde von der Australian Maritime Safety Authority (AMSA) koordiniert, die zwei Flugzeuge der Royal Australian Air Force P-8A zur Unterstützung der Rettung entsandte.

Der Ort des Geschehens.

Außerdem war der Solo-Skipper Francis Tolan, der an der parallel laufenden Veranstaltung La Longue Route teilnimmt, zur Unfallstelle gesegelt und in Bereitschaft. Er hatte den Kurs seiner Beneteau Ocean 43 “Alizes II” etwa 300 Meilen umgeleitet, um die Rettung zu unterstützen.

Ein Sprecher des Golden Globe Race kommentiert. “Die GGR dankt allen Beteiligten für ihren professionellen Einsatz und ihre Leidenschaft, Loïc vor einer sehr schwierigen Situation zu bewahren. Wir haben gerade mit seiner Familie gesprochen und sie sind allen ewig dankbar. Fantastische Neuigkeiten!”

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© Kim Daniels/AMSA

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© Kim Daniels/AMSA

Die Yacht hatte zuletzt 160 Liter pro Stunde aufgenommen, aber Lepage sagte, dass die Pumpen an Bord Schritt halten und keine unmittelbare Gefahr bestehe, sofort zu sinken. Die Situation sei aber nicht stabil. Deshalb hatte der 62-jährige Skipper seine EPIRB ausgelöst und die Rettung in Gang gesetzt.

Lepage war zuvor schon nicht mehr in der offiziellen Golden-Globe-Race-Wertung  gelistet, sondern in der Chichester Class. Das sehen die Regeln vor, weil die Vorgabe “nonstop” nicht merh zutraf. Der Franzose hatte einen Zwischenstopp in Kapstadt eingelegt, um die Wasservorräte aufzufüllen und die Funkanlage zu reparieren.

Damit ist die Zahl der Aufgaben in diesem Rennen auf zehn angestiegen. Acht Segler befinden sich noch in der Regatta. Aber die britische Skipperin Susie Goodall vermeldet als nächste große Probleme. Sie war in 24 Stunden dreimal heftig mit dem Rigg aufs Wasser gedrückt worden und hat schwere Schäden an ihrer Selbststeuerung erlitten. Sie hofft, Reparaturen in Hobart durchführen zu können und auch die leeren Wassertanks auffüllen zu können.

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Sisie Goodall © Christophe Favreau/PPL/GGR

Auch der weit am Ende des Feld segelnde Russe Igor Zaretskiy sieht sich großen Problemen gegenüber. Bei schwierigen Bedingungen musste er das Vorstag reparieren und verletzt sich dabei.

Besser sieht es für den Holländer Mark Slats aus, der es am Wochenende auf Platz zwei das obligatorische Hobart-Tor absolviert hat. Er sprach über seine Erfahrungen im Southern Ozean: “Es war ziemlich hart, aber ich bin immer noch dabei, und das Boot ist in gutem Zustand, also bin ich glücklich. Der Indische Ozean war die meiste Zeit sehr hart und sehr schmerzhaft. Man sagt, der Pazifik ist viel besser, also freue ich mich darauf!”

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Mark Slats passiert das GGR-Tor vor Hobart. © Christophe Favreau/PPL/GGR

 

Letzte Positionen beim GGR

1 Jean- Luc VDH (FRA) Rustler 36 Matmut
2 Mark Slats (NED) Rustler 36 Ohpen Maverick
3 Uku Randmaa (EST) Rustler 36 One and All
4 Susie Goodall GBR) Rustler 36 DHL Starlight
5 Istvan Kopar (USA) Tradewind 35 Puffin
6 Tapio Lehtinen (FIN) Gaia 36 Asteria
7 Mark Sinclair (Aus) Lello 34 Coconut
8 Igor Zaretskiy (RUS) Endurance 35 Esmeralda

Aufgegeben

Ertan Beskardes (GBR) Rustler 36 Lazy Otter
Kevin Farebrother (AUS) Tradewind 35 Sagarmatha
Nabil Amra (PAL) Biscay 36 Liberty II
Philippe Péché (FRA) Rustler 36 PRB
Antoine Cousot (FRA) Biscay 36 Métier Intérim
Francesco Cappelletti (ITA) Endurance 35 007
Are Wiig (NOR) OE32 Olleanna
Abhilash Tomy (IND) Suhaili replica Thuriya
Gregor McGuckin (IRE) Biscay 36 Hanley Energy Endurance
Loïc Lepage (FRA) Nicholson 32 Laaland

 

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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