Golden Globe Race: Pinne gebrochen – Franzose treibt bei 50 Knoten Wind auf dem Atlantik

Manövrierunfähig

Bei der Golden Globe Regatta, Einhand auf alten Yachten um die Welt, befindet sich der zweitplatzierte Franzose Philippe Péché mitten auf dem Atlantik in großer Bedrängis. Bekommt er Hilfe von den Kollegen?

Golden Globe Race

Philippe Péché mit seiner Rustler 36 PRB, © Benoit Stichelbaut/GGR/PPL

Der 57 Jahre alte Philippe Péché hat einen Notruf an die Rennleitung des Golden Globe Race abgesetzt. Bei 45 bis 50 Knoten Wind gab er bekannt, dass seine Rustler 36 “PRB” nach einem Bruch der Pinne manövrierunfähig sei.

Die Segel seien geborgen und das Schiff treibe in schwerer See. Die Ersatzteile für den Anbau einer Alu-Teleskop-Pinne seien bereits bei der Reparatur der Selbststeueranlage eingesetzt worden.

Der 56-jährige Franzose vor seiner Yacht Péché. © Benoit Stichelbaut/PRB

“PRB” befindet sich 1500 Seemeilen westlich vom nächsten Hafen Kapstadt. Sein Leben sei nicht unmittelbar in Gefahr, berichtet Péché, und zwei Wettbewerber befinden sich einigermaßen in der Nähe. Der führende Landsmann Jean-Luc Van Den Heede (“Matmut”) segelt voraus und der drittplazierte Holländer Mark Slats (“Ohpen Maverick”) folge achteraus.

 

Die Position des Havaristen

Wettfahrtleiter Don McIntyre sagt, die Situation werde beobachtet. Péché sei ein sehr erfahrener Skipper, der schon zweimal um die Welt gesegelt sei. Der Sturm müsse erst einmal durchziehen und werde wohl noch 24 Stunden dauern. Danach hoffe Péché, eine Lösung für das Problem finden zu können.

Der Franzose habe schon per Satelliten-Telefon mit seinen Partnern an Land überlegt, wie er eine neue Pinne bauen könne. “Dadurch fällt er allerdings aus der offiziellen Golden Globe Rangliste”, sagt McIntyre.

Die Regeln für das strikte Einhand-Rennen um die Welt erlauben keine Hilfe von außen oder moderne Navigationshilfen. Er wird entsprechend in die Chichester-Wertung herabgestuft, die eine Verletzung der strengen Vorgaben in einem Fall erlaubt. Ein Bruch der Regeln in einem zweiten Fall entspricht einer Aufgabe beim Golden-Globe-Rennen.

Die Ruderanlage von Péché. Die Pinne ist gebrochen. © Benoit Stichelbaut/GGR/PPL

Auch der führende Franzose Jean-Luc Van Den Heede segelt in dem heftigen Sturm und berichtet über Probleme. Der 73-Jährige, der seit 2004 den Rekord für die schnellste Einhand-Weltumsegelung gegen die vorherrschende Windrichtung auf der Westroute hält, musste die Selbststeueranlage reparieren. Ein Bolzen war abgeschoren, und er konnte die Yacht in schwerer See nicht mehr vor dem Wind halten. Aber er konnte auf seiner Rustler 36 “Matmut” die Verbindung wieder ersetzten.

Insgesamt 17 Skipper sind am 1. Juli in Les Sables d’Olonne zum 50. Jubiläum des Golden Globe Race gestartet (SR-Reportage vom Start). Ihre Weltumsegelung auf bestimmten klassischen Yachttypen einer bestimmten maximalen Größe soll mit der gleichen Ausrüstung erfolgen, die den Teilnehmern bei der ersten Auflage zur Verfügung gestanden hat.

Event Seite

Tracker 

Facebook

 

avatar

Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
Spenden

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Sicherheitsfrage (SPAM-Schutz): *