Golden Globe Race: Uku Randmaa wird am Sonntag als Dritter erwartet – 20 kg abgenommen

Hunger!

Golden Globe Race

Uku Randmaa – hier noch einige Kilogramm schwerer © ggr

Die letzten Monate und Wochen waren eine schwere Prüfung für den Esten Uku Randmaa. Seine Vorräte gingen zur Neige, er ernährte sich hauptsächlich von frischem Fisch. Doch der biss nur selten an. 

Es wird Zeit, dass der Mann nach Hause kommt. Der drittplatzierte Este Uku Randmaa musste am Dienstag dieser Woche seinen wohl letzten Sturm abwettern – 50 kn-Böen bei miserabler, bis zu sechs Meter hoher See. Jetzt ist der 56-jährige Weltumsegler allerdings endgültig auf der Zielgeraden eingebogen: Nur noch 180 Seemeilen trennen ihn vom Finish dieser Weltumseglungs-Regatta im Retro-Stil vor Les Sables d’Olonnes. Und von seiner Frau und noch sehr jungen Kindern, die er mehr acht Monate lang nicht mehr gesehen hat. 

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Uku Randmaa auf seiner Rustler 36 © ggr/favreau/ppl

Doch was Uku Randmaa offenbar mehr als alles andere antreibt, ist ein profanes Verlangen nach Nahrung. Der Mann hat Hunger, und zwar richtig. Seit Wochen ernährt er sich hauptsächlich von Fisch, den er selbst fängt. Andrerseits ist die Angelei auf Hoher See offenbar nicht ganz so einfach, wie sich das immer bei den Weltumseglungs-Abenteuergeschichten liest. Jedenfalls meldete sich Randmaa bei seinen wöchentlichen Sicherheits-Telefonaten mit der Golden Globe Race-Leitung mehrfach mit den Worten: „Ich habe schon wieder tagelang nichts gefangen. Der Hunger wird immer grimmiger!“ Offenbar überlebt der Este schon seit Monaten mit einer deutlich reduzierten Nahrungsaufnahme – bis heute hat Randmaa bereits mehr als 20 kg abgenommen!

Seine gebunkerten Vorräte waren ganz offensichtlich falsch berechnet. Denn alle Teilnehmer mussten von einer Dauer zwischen 250 und 350 Tagen für ihre Weltumseglung ausgehen. Und Uku Randmaa hat erst heute den 251. Tag begonnen. 

Schnöde Rechnerei, die den Drittplatzierten des Golden Globe Race wohl nicht mehr interessieren dürfte. Wenn er voraussichtlich am Sonntag Morgen über die Ziellinie vor dem französischen Les Sables d’Olonnes segelt, will man ihn jedenfalls mit ein paar anständigen Snacks empfangen. 

Und in einer seiner letzten Nachrichten von Bord schrieb er lapidar: „Mein Schiff steht zum Verkauf. Mit allem Inventar – allerdings ohne einen Krümel Nahrung an Bord!“ 

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Mittlerweile dürfte Uku Randmaas Gesicht deutlich eingefallen sein. Der Mann hat immerhin 20 kg abgenommen © ppl/ggr/favreau

Vor eineinhalb Monaten kam Sieger Jean Luc van den Heede ins Ziel. Der hat in der Zwischenzeit bereits seine Rustler 36 „Matmut“ verkauft (VK 130.000 Euro) und reist mit unzähligen Geschichten und Abenteuern im Gepäck von einem Vortrag zum anderen. Ähnlich ergeht es Mark Slats. Der zweitplatzierte GGR-Finisher Australier/Niederländer tingelt ebenfalls von einem Termin zum anderen und lässt sich als Segelheld feiern. 

Vielleicht hätte Randmaa sich einige Muschel-Gerichte zubereiten sollen? So sah jedenfalls sein Unterwasserschiff beim obligatorischen Zwischenstopp in Hobart aus! © ggr

Beide unterbrechen übrigens ihre Vortrags-Tournée, um Uku Randmaa höchstpersönlich hinter der Ziellinie zu empfangen. Van den Heede reist von einem Vortrag in Bilbao an, Slats fährt mal eben schnell von der Amsterdam Boat Show nach Les Sables.

Die Ankunft des Esten Uku Randmaa kann hier live verfolgt werden

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