Golden Globe Race: Van den Heede macht weiter – Verfolger zeigt dramatische Sturmbilder

Frau angerufen - Zeitstrafe

Jean-Luc Van Den Heede schien am Ende nach Kenterung und drohendem Riggverlust. Aber so schnell gibt er nicht auf. Der Zweite Mark Slats hat dokumentiert, was die Skipper auf den alten Booten aushalten müssen.

Wenn man derzeit die bewegten Bilder von der Route du Rhum mit denen des Golden Globe Races vergleicht, wird der Unterschied schnell klar. Die modernen Racer filmen oft achteraus in das schäumende Kielwasser, Mark Slats dagegen zeigt im Video oben, wie er den Sturm vor Topp und Takel mit dem Heck im Wind abwettert.

Jean-Luc Van den Heede will nicht aufgeben. © GGR

Er ist wie seine Kollegen nicht schnell genug mit seiner alten Rustler 36, um die Wellen abzureiten oder die Weite des Ozeans zu nutzen, um den härtesten Wettersystemen aus dem Weg zu gehen. Außerdem hat er nur vergleichsweise bescheidene Informationen über die Wetterentwicklung.

So kommt es zu den Kenterungen, die allen Golden Globe Teilnehmern das Leben schwer gemacht und vielen das Rennen gekostet haben. Auch der überlegen führende Franzose Jean-Luc Van Den Heede schien die Waffen nach einem folgenschweren Knock-Down strecken zu müssen. 1.900 Meilen westlich von Kap Horn wurde sein Rigg so schwer beschädigt, dass er eigentlich einen Nothafen anlaufen wollte und aus der Wertung gefallen wäre.

Rigg in Gefahr

Aber der 73-jährige Solo-Weltumsegler, der weiterhin einen Vorsprung von 1.500 Meilen auf den zweitplatzierten Niederländer Mark Slats hat, hat nun entschieden, dass er versucht, eine bestmögliche Reparatur  auf See durchzuführen und das Rennen fortzusetzen.

Er sagte der Rennleitung: “Das Schlimmste, was passieren kann, ist, dass ich mein Rigg verliere. Und mein Not-Rigg liegt bereit.” Damit hat besonders Mark Slats noch die Chance, den Franzosen einzuholen. Er liegt etwa 90 Tage zurück und muss auf der verbleibenden Strecke zurück nach Les Sables d’Olonne durchschnittlich 1 Knoten schneller segeln als Van den Heede.

Golden Globe Race

Weiter geht’s. Der Finne Tapio Lehtinen verlässt Hobart mit seiner Gaia 36. © GGR

Der dürfte zusätzlich noch eine Zeitstrafe erhalten, denn er gab bei der Wettfahrtleitung an, zweimal das Satellitentelefon benutzt zu haben, nachdem der Mast beschädigt wurde.  der Skipper rief seine Frau an. Die GGR-Regeln erlauben es aber nur, dass Satellitentelefone als Sicherheitsmaßnahme verwendet werden. Jegliche anderen Kommunikation darf nur über Funk oder UKW erfolgen, eben so wie beim ersten Sunday Times Golden Globe Race 1968/9. Der Wettfahrtleiter McIntyre räumte ein, dass Van Den Heede, wohl eine 18-Stunden-Strafe erhalte.

Inzwischen ist mit dem Finnen Tapio Lethinen der sechste Skipper am Hobart-Tor angekommen. Er legte einen zusätzlichen Pausen-Tag für Reparaturen ein und hat dann seinen Weg fortgesetzt.

Golden Globe Race Tracker

Aktuelle Platzierung:

  1. Jean- Luc VDH (FRA)Rustler 36 Matmut
  2. Mark Slats (NED)Rustler 36 Ohpen Maverick
  3. Uku Randmaa (EST) Rustler 36 One and All
  4. Susie Goodall (GBR) Rustler 36 DHL Starlight
  5. Istvan Kopar (USA) Tradewind 35 Puffin
  6. Tapio Lehtinen (FIN) Gaia 36 Asteria
  7. Mark Sinclair (Aus) Lello 34 Coconut
  8. Igor Zaretskiy (RUS) Endurance 35 Esmeralda

Aufgegeben

  1. Ertan Beskardes (GBR) Rustler 36 Lazy Otter
  2. Kevin Farebrother (AUS) Tradewind 35 Sagarmatha
  3. Nabil Amra (PAL) Biscay 36 Liberty II
  4. Antoine Cousot (FRA) Biscay 36 Métier Intérim
  5. Philippe Péché (FRA) Rustler 36 PRB
  6. Are Wiig (NOR) OE 32 Olleanna
  7. Gregor McGuckin (IRE) Biscay 36 Hanley Energy Endurance
  8. Abhilash Tomy (IND) Suhaili replica Thuriya
  9. Francesco Cappelletti (ITA) Endurance 35 007
  10. Loïc Lepage (FRA) Nicholson 32 Laaland
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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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