Golden Globe: Vom Werkzeugkasten getroffen – Holländischer Skipper verletzt

"Wer zahlt für die Rettung?"

Der niederländische Skipper Mark Slats hat die Golden Globe Regattaleitung informiert, dass seine Yacht zwei Mal in schneller Folge mit dem Rigg aufs Wasser geschlagen ist. Dabei hat sich der Zweitplatzierte offenbar eine Verletzung zugezogen.

Der Niederländer Mark Slats bei der Arbeit. © Christophe Favreau/PPL/GGR

Mark Slats ist von einer Werkzeugkiste getroffen worden, der bei einem Knockdown durch die Kajüte flog. Offenbar hat er sich dabei eine Rippe gebrochen. Allzu viele Sorgen scheint sich der Holländer

Der harte Holländer war nicht allzu besorgt über die Verletzung, sondern mehr über die plötzliche Veränderung der Bedingungen. Er berichtete, dass der Wind plötzlich von einem Moment auf den anderen auf 35 Knoten zugenommen hatte und drei Meter hohe Brecher angerollt kamen, die seine Yacht seitlich erwischten. Die Rennleitung überwacht die Situation und steht mit Slats in Kontakt.

Schwere Rückenverletzung

Derweil hat sich der Inder Abhilash Tomy, dessen Rettung aus dem Southern Ocean nach einer schweren Rückenverletzung weltweite Beachtung gefunden hat, in Indien einer Operation unterzogen. Es wird erwartet, dass er sich wieder vollständig erholt. Ein Besucher im Krankenhaus hat getwittert: “Die See-Legende hat einen Rücken aus Stahl. Die Ärzte sind völlig begeistert von seinem Sinn für Humor.” Tomy weist in seiner Twitter darauf hin, dass es nicht um Stahl sondern Platin geht. “Mein Wert hat sich deutlich erhöht.”

Auch der Ire Gregor McGuckin, der im selben Sturm sein Rigg verloren hatte und dennoch seinem 90 Meilen entfernt treibenden Kollegen mit Notrigg zur Hilfe eilen wollte, ist ebenfalls sicher an Land. Er wird in der Heimat als Held gefeiert. 

Bei einen offiziellen Termin hat er noch einmal beschrieben wie seine Masten von den 10 bis 15 Meter hohe Wellen weggerissen wurden. Er musste dann an Deck, um die Reste des Riggs abzuschneiden bevor sie für schwere Leckagen sorgen konnte. Zusammenfassend sagt er: “Die Situation war nicht ideal”. Nach dem erfolgreichen Kampf zog er sich hinter eine wasserdichte Luke zurück und verkeilte sich im Rumpf, um gegen die nächste befürchtete Rolle gewappnet zu sein.

Auf die Frage, ob er bereits plane, noch einmal auf die hohe See zurückzukehren, antwortete er verhalten: “Es ist noch ziemlich früh, um so etwas zu sagen…. Ich denke, ich muss mich erst wieder auf die Beine bringen.”

Wo bleibt die Schlagzeile: “Wer zahlt für die Rettung?”

Nach der hohen Ausfallquote – nur acht von 18 Skippern sind noch in der Wertung – greifen die Organisatoren der anstehenden Kritik vor. Sie wundern sich, noch nicht die Schlagzeile gelesen zu haben: “Wer zahlt für die Rettung?” wie es bei anderen Regatten um die Welt die Regel ist, wenn Hochsee-Abenteurer, das internationale Rettungsnetz in Anspruch nehmen. 

Ihre Erklärung dafür: “Die Leute scheinen zu verstehen, dass Tomy ein erfahrener Segler ist, in einem guten Boot, und er das Abenteuer verantwortungsvoll geplant hat. Grund für die Rettung sei auch nur die schwere Verletzung gewesen. Ohne sie wäre Abhilash Tomy jetzt per Notrigg unterwegs nach Australien. Und auch Gregor McGulkin hätte wohl nicht den Lift nach Hause wahrgenommen. Er tat es einfach weil er es konnte.” Die Retter waren wegen Tomy in der Nähe.

Dabei ist die Veranstaltung durchaus in den Fokus der Kritiker geraten. So wird moniert, dass die vergleichsweise kleinen und langsamen Yachten gefährlich sind. Schließlich habe sich auch die Sicherheitstechnik in 50 Jahren weiterentwickelt. Diesen Stimmen bemühen sich die Organisatoren den Wind aus den Segeln zu nehmen. “Sie liegen falsch. Natürlich kann ein 60-Fußer problemlos schlechtes Wetter mit 25 Knoten Fahrt umfahren, indem der Skipper auf bunte Satelliten-Schirme sieht und sich von künstlicher Intelligenz führen lässt. Aber heißt das, man muss ein Multi-Millionen-Dollar-Boot haben, um die Welt sicher umrunden zu können? Das kann nicht sein.”

Tracker

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Das aktuelle Ranking beim GGR

  1. Jean- Luc VDH (FRA)Rustler 36 Matmut
  2. Mark Slats (NED)Rustler 36 Ohpen Maverick
  3. Uku Randmaa (EST) Rustler 36 One and All
  4. Susie Goodall (GBR) Rustler 36 DHL Starlight
  5. Tapio Lehtinen (FIN) Gaia 36 Asteria
  6. Istvan Kopar (USA) Tradewind 35 Puffin
  7. Mark Sinclair (Aus) Lello 34 Coconut
  8. Igor Zaretskiy (RUS) Endurance 35 Esmeralda

Chichester Klasse (ein Stopp)

  1. Loïc Lepage (FRA) Nicholson 32 Laaland

Aufgegeben

  1. Ertan Beskardes (GBR) Rustler 36 Lazy Otter

  2. Kevin Farebrother (AUS) Tradewind 35 Sagarmatha

  3. Nabil Amra (PAL) Biscay 36 Liberty II

  4. Antoine Cousot (FRA) Biscay 36 Métier Intérim

  5. Philippe Péché (FRA) Rustler 36 PRB

  6. Are Wiig (NOR) OE 32 Olleanna

  7. Gregor McGuckin (IRE) Biscay 36 Hanley Energy Endurance

  8. Abhilash Tomy (IND) Suhaili replica Thuriya

  9. Francesco Cappelletti (ITA) Endurance 35 007

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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