IDM Finn Dinghy: Beeindruckende 105 Boote aus sieben Nationen!

Aufmarsch der Schwergewichte!

Wie eine Herde Großwild kommen sie angebrettert © IDM Finn/Berni Mund

Wie eine Herde Großwild kommen sie angebrettert © DTYC/Berni Mund

Neuer Deutscher Meister in der Finn-Dinghy-Klasse ist der Ungar Zsombor Berecz. Mit einem Sieg im finalen „Medal Race“ holte sich der 26-jährige zweifache Olympiateilnehmer auch den Titel. Zweiter und damit bester Deutscher ist Uli Breuer (YC Rursee) mit nur drei Punkten Rückstand. Bronze holte sich André Budzien (Schweriner YC), der Deutsche Meister von 2010. Insgesamt waren 105 Starter aus sieben Nationen beim Deutscher Touring Yacht-Club (DTYC) auf dem Starnberger See vor Tutzing am Start.

Begonnen hatte die fünftägige Regattaserie bei schönstem Spätsommerwetter. Föhnwetterlage bescherte warme, aber unbeständige Südwinde – Geduldsprobe für alle Beteiligten!

Es begann alles ziemlich beschaulich © IDM Finn/Berni Mund

Es begann alles ziemlich beschaulich © DTYC/Berni Mund

So warteten Segler und Wettfahrtleitung fast zwei Tage, ehe das erste Rennen auf der Bahn war. Doch der Wetterdienst beendete diese Wettfahrt schon an der ersten Wendemarke.

Geduld = höchste Tugend bei den Finns!

Hektisch blinkten die Sturmwarnleuchten rund um den See und warnten vor einer heranziehenden Kaltfront mit Sturmböen. Aus Sicherheitsgründen musste der Lauf abgebrochen werden – auch wenn es erst einige Stunden später stürmisch wurde.

Am dritten Tag mussten die Segler wieder bis zum Nachmittag warten, ehe stabiler Wind für meisterschaftswürdige Wettkämpfe wehte. Dann aber ging es Schlag auf Schlag.

Drei Wettfahrten wurden am Freitag gesegelt, weitere drei am Samstag und schließlich eine am Sonntagvormittag. 15 bis 25 Knoten Wind (vier bis sechs Beaufort) bei strahlendem Sonnenschein zeigten, warum das Finn-Dinghy vor allem bei (etwas) schwereren Seglern beliebt ist.

Doch bald schon wurden Fahrfehler bei böigem Wind sofort bestraft © DTYC Berni Mund

Doch bald schon wurden Fahrfehler bei böigem Wind sofort bestraft © DTYC Berni Mund

Beste Startdisziplin

Wettfahrtleiter Stückl hatte das große Feld zweigeteilt und ließ jeweils eine Hälfte auf einem trapezförmigen Kurs den Outer- und die andere Hälfte den Inner-Loop segeln. „Bis auf den ersten sind alle Starts durchgegangen“, war Stückl mit der Startdisziplin der Finn-Segler zufrieden.

Und jetzt mit dem Wetter sowieso: „Wir hatten Bedingungen, die es sonst am Starnberger See nur selten gibt. SW-Wind fast konstant in Richtung, aber böig in der Stärke 12 – 30 kn!“, freut sich Wolfi Stückl. „Das Dumme war nur: Ich saß auf dem Startschiff und nicht in der Jolle!“

Welle, Wind, Sonne – das alles gibt's am Starnberger See! © DTYC/Berni Mund

Welle, Wind, Sonne – das alles gibt’s am Starnberger See! © DTYC/Berni Mund

Nach diesen sieben Wettfahrten stand ein fundiertes Ranking, aus dem die zehn Teilnehmer des „Medal Race“ hervor gingen.

Ein Lasersegler will auch mal bei den “Großen” Meister werden!

„Zsombi“ Berecz, der bisher im Laser segelte und mit dem Finn erst zum zweiten Mal bei einer Regatta antrat, war nach den sieben Rennen schon Spitzenreiter. Da sein Vorsprung aber nur einen Punkt betrug, kam es im Medal Race zu einem echten Finale gegen Uli Breuer.

Meisterlich - der Ungar Berecz Zsombor, dessen seglerische Basis, unschwer zu erkennen, im Laser gelegt wurde © DTYC/Berni Mund

Meisterlich – der Ungar Berecz Zsombor, dessen seglerische Basis, unschwer zu erkennen, im Laser gelegt wurde © DTYC/Berni Mund

Doch auch bei nun strömendem Regen und nicht mehr ganz soviel Wind wie am Tag zuvor ging der Ungar als Erster durchs Ziel, unmittelbar gefolgt von Breuer.

 

 

 

 

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2 Kommentare zu „IDM Finn Dinghy: Beeindruckende 105 Boote aus sieben Nationen!“

  1. avatar Ballbreaker sagt:

    Hektisch blinkten die Sturmwarnleuchten rund um den See ……. auch wenn es erst einige Stunden später stürmisch wurde.

    Kann mir einer mal den Sinn dieser schwachsinnigen Funzeln erklären. Ich weiss nicht wie oft ich bei bestenfalls schönem Segelwind und schlechtestenfalls tagelanger Flaute mit fragendem Blick auf diese offensichtlich übermotivierten Blinklichter geschaut habe.

    Sind die alle miteinander gekoppelt oder warum ist eine lokale, vernünftige Sturmwarnung offensichtlich nicht möglich. Nur zum Verständnis: ich habe auch keinen Bock auf einem bayrischen See von einer Föhnwalze erwischt zu werden, aber warum ist dieses System offenkundig so unglaublich unaussagekräftig?

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 14 Daumen runter 6

    • avatar Huber A. sagt:

      Es waren 40 Knoten Wind im Anmarsch. Der Wettfahrtleiter wurde auch telefonisch darüber informiert. Am Alpenrand war allerdings Föhneinfluß. Der hat seine schützende Hand über uns gehalten und die Front abgemildert. Aber vorhersehbar ist das sicher nicht, ob uns der Druck ereilt oder nicht. Von daher war alles vollkommen richtig, wie es war. 🙂

      Bei den Tagesberichten auch noch nachlesbar.

      http://dtyc.de/IDM_Finn-1-108.htm

      Like or Dislike: Daumen hoch 1 Daumen runter 0

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