IDM H-Boot: Stadler/Fritz/Henning neue Deutsche Meister

Tanz mit dem Wind, in Dirndl und Krachlederner

IDM, H-Boot

Wind war nicht immer, doch wenn… dann wurde es bunt © Nordhoff

Hier ist der Begriff „Flotte“ wörtlich zu nehmen: 64 Boote starteten vor Tutzing auf dem Starnberger See. Launiger Bericht von der Regattaleitung

Bringen wir es gleich auf den Punkt: Wer heutzutage in großen Regattafeldern segeln möchte, aber diese anstrengende Rumhampelei auf Massenjollen wie Laser und Co. vermeiden will, der sollte sich… nein, nicht bei den hochmodernen, innovativen und vielgelobten Kielbootsklassen wie J’s, Melges etc. umschauen, sondern vielleicht einen Blick zurück werfen. Einen Blick auf Klassen, die angeblich längst der Vergangenheit angehören und (zum Trotz?) sich noch enormer Beliebtheit erfreuen. Kurz, bei der IDM der H-Boote starteten heuer sage und schreibe 64 Boote. Nicht mehr, und nicht weniger!

Kunststück: H-Boote gelten europaweit nach wie vor als die größte, nichtolympische Kielbootklasse; der 8,28 m lange und mit 25 qm am Wind bestückte „Renner“ wird seit 1967 als Touren- und Regattaschiff gebaut.

IDM, H-Boot

Über 60 Boote am Start – ziemlich voll an der Linie © Nordhoff

Letzte Woche trafen sich die Regattacracks der Klasse bei Deutschen Touring Yachtclub in Tutzing am Starnberger See, um ihre Deutschen Meister zu ermitteln. Doch das Wetter meinte es mit dem Herbst etwas zu golden, so dass diese Meisterschaft von Warten auf Wind und Rennen bei eher flauen bis moderaten Winden geprägt war. Was wiederum der Bewertung in der P-Note ( =Party) zugute kam.

Zur Abwechslung soll Regattaleiter Wolfgang Stueckl berichten, der die Flotte schnell „lieben“ lernte…

• Donnerstag.  Wind kam erst gegen 14 Uhr. Erster Start mit „P“.

Dann habe ich „U“ probiert,  was die H-Boote nicht unbedingt beeindruckte.  Na gut, ab da nur noch „black“ und schon hat es geklappt! Drei Läufe Ostwind bei Sonne und 7-11kn Wind. An der Startlinie sehr konstant oben in Luv 30 Grad drehend,  deshalb starke Verschiebungen im Feld. Letzter Start 17:40. Ziel 18:40 bei Sonnenuntergang! Als wir in den Hafen einliefen, war es schon dunkel. Sofort weiter zu Party… Feiern können sie, die H-Boot-Segler! Gut, die Rahmenbedingungen waren aber auch optimal: Anstatt eine Fahrt auf das Oktoberfest mit den damit verbundenen Schwierigkeiten und Unwägbarkeiten zu organisieren, haben wir beschlossen, lieber hier eine “kleine Wies’n” zu veranstalten. Schnell noch alles rund ums Wettsegeln organisieren (Proteste abgeben, Entlastungsmeldung ausfüllen etc.), Schiff aufräumen und rein ins Dirndl/ in die Lederhosn. Einige Segler aus dem Westen hätten sich die Tracht sogar eigens für diesen Abend angeschafft, so wurde gemunkelt.

IDM, H-Boot

Volle Konzentration vor der Luvboje © Nordhoff

Der Wirt servierte a guads Essen, die Kaltgetränke flossen in Strömen, Manöverdiskussionen gab es vermutlich zu Hauf. Eingeheizt haben nicht nur die Gasöfen, sondern vor allem die Band “Tromposound” vom Ostufer.  Sechs junge Burschen aus Holzhausen, die von Volksmusik bis hin zum echten Wies’nsound die ganze Palette beherrschten und den Saal zum kochen brachten! Herrlich!

• Freitag: Wie angekündigt Flaute. Trüber Regen, rumhängen, Katerstimmung.

• Samstag: Zunächst Flaute und strömender Regen. Dann leichter Wind und Auslaufen bei Regen und Gemaule aber für Sonntag war auch Flaute vorhergesagt;  also Herrschaften, los, wir wollen doch eine Meisterschaft! Später dann, als ich schon abbrechen wollte, plötzlich Wind konstant aus SSO mit 7kn. (Die Einheimischen sagen alle, die Richtung gibt es gar nicht!). Ein schönes Rennen mit leichtem Dreher nach SW. Dann noch ein Rennen gestartet bei abnehmendem Wind, abgekürzt ins Ziel.

IDM, H-Boot

Starke Stimmung bei den H-Booten, nicht nur bei den abendlichen Partys © Nordhoff

Wetterbericht für Sonntag: immer noch Null. Abends hat das führende Team um Fips Ullherr bis in die Morgenstunden gefeiert; wohl etwas verfrüht. Nach dem 5. Lauf dachte man, die Meisterschaft sei nun beendet – war doch die Wettervorhersage denkbar schlecht. Also stürzten sich alle ins Partygetümmel, wie schon erwähnt: Feiern können sie, die H-Boot-Segler. So manch einer fand gar kein Ende, um 3.30 Uhr wurde noch  auf dem Klavier geklimpert.

H-Boot, IDM

Dichte Felder: jedes Rennen war spätestens 8 Minuten nach dem Erstplatzierten beendet! © Nordhoff

• Sonntag: Erst Südwind aber mit 4-5kn zu schwach, also warten. 30 Min später dann 6 kn… Als alle auf dem See waren, bricht der Wind komplett zusammen. Da nun alle schon mal da sind… Ich hatte schon AP über H in der Hand, als plötzlich ein Anruf von Possenhofener Drachenregatta im Norden kam mit der Meldung „Nordwind, wir laufen aus!“ 30 Min später auch bei uns Nordwind mit 8-11kn und noch zwei schöne Wettfahrten.

An den Tonnen wurde hart gekämpft und die Jury hatte viel zu tun:

Juryobmann Ulli Finkh und sein Team haben Direktentscheid auf dem Wasser getestet, deshalb gab es abends nur wenige Verhandlungen.

Hat der Steuermann die Lederhose an? © northoff

Hat der Steuermann die Lederhose an? © Nordhoff

Auch nicht schlecht! Insgesamt war die Leistungsdichte sehr hoch und das Feld von 64 Booten war immer in 5-8 Min im Ziel. Die vier ersten Plätze lagen jeweils nur einen Punkt auseinander!

Ergebnisse

Website DTYC

Klassenwebsite

H-Boote, IDM

Ja mei… © Nordhoff

 

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2 Kommentare zu „IDM H-Boot: Stadler/Fritz/Henning neue Deutsche Meister“

  1. avatar Henk sagt:

    Viele liebe Grüße an Else, Dirk, Nils und Wolf 😉
    Ach hätte ich doch nur auch können dürfen, war sicher extrem lustig. Aber ich glaub ich weiß schon wer die Puppen hat tanzen lassen!
    Es geht halt nix über Einheitsklasse!

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  2. avatar Kermet sagt:

    Du hast eindeutig gefehlt, Henk

    Biertischtanz im Zelt rulez!
    Onedesign at its best!

    Nächstes Jahr biste fällig

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