Extreme Sailing Series: Mega Crash zwischen Roland Gäbler und Alinghi

Aus dem Rennen geschossen...

Tornado Weltmeister Roland Gäbler hat in Istanbul bei dem dritten Lauf zur Extreme Sailing Series, der wichtigsten Profi-Segelserie für Katamaransegler, einen spektakulären Crash erlebt.

Alinghi, das Team des ehemaligen America´s Cup Siegers aus der Schweiz, raste bei stark böigem Wind um 19 Knoten mit maximaler Geschwindigkeit in den Backbord-Rumpf des deutschen Olympia-Bronze-Gewinners von 2000.

Der französische Alinghi Steuermann Tanguy Cariou näherte sich ohne Vorfahrt mit Wind von Backbord der Luvmarke und musste zahlreichen Katamaranen im elf Boote Feld ausweichen. Nur an Gäbler kam er nicht mehr vorbei. Er erwischte ihn mit seiner Backbord-Bugspitze voll im hinteren Bereich des Rumpfes.

Der laute Aufprall  konnte noch 500 Meter weit entfernt gehört werden. Auf beiden Schiffen gingen Crewmitglieder über Bord, sollen aber unverletzt sein. Beide Kats waren so schwer beschädigt, dass sie aus dem Rennen genommen werden mussten. Der Kat von Gäbler weist ein großes Loch auf. Bei Alinghi sind Bug und -spriet in Mitleidenschaft gezogen.

Alinghi kollidiert massiv mit dem Extreme Kat von Roland Gäbler. © Mark Lloyd

Da die Schuldfrage ohne Zweifel bei Alinghi liegt, kann man davon ausgehen, dass Gäbler für die ausgefallenen fünf Rennen eine Punktegutschrift als Wiedergutmachung erhält. Es ist noch nicht klar, ob die Schäden bis zum nächsten Renntag repariert werden können.

Das Unglück für den besten deutschen Katamaransegler besonders  ärgerlich, weil er am dritten Tag im Feld der America´s Cup Anwärter um das Team New Zealand und Artemis und mit einem zweiten, vierten und sechsten Platz sehr gut unterwegs war.

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Carsten Kemmling

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10 Kommentare zu „Extreme Sailing Series: Mega Crash zwischen Roland Gäbler und Alinghi“

  1. avatar stefan sagt:

    Extreme Sailing Series ist schon eine schwachsinnige Veranstaltung. Bei böigen Winden auf so kleinen Revieren mit diesen doch recht großen Booten zu agieren hat mit Segeln nicht viel zu tun.

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    • avatar Wilfried sagt:

      Okay, aber Formel 1 Rennen haben auch nicht viel mit Autofahren zu tun. Das macht ja gerade das Interesse aus. Oder hast du schon mal eine Zuschauertribüne in Höhe der Elbtunneleinfahrt gesehen, weil die Leute den Stau so spannend finden?

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      • avatar stefan sagt:

        …der Unterschied im Autoennsport ist allerdings, das man dort ein Gaspedal und eine Bremse hat, über die man jederzeit volle Kontrolle hat. Sicherlich gibt es dort auch Unfälle und auch beim Regattasegeln auf offenen Revieren knallt es ab und an. Was hier bei den Extreme 40 aber überwiegt, wenn man die auf solchen Revieren segelt, ist nicht mehr kalkulierbar und dann auch meist nicht mehr kontrollierbar.

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        • Egal, wo und wann man segelt. Das beste Team gewinnt immer….

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        • avatar Schlaufux sagt:

          Find die X-40’s geil.
          Wenn man das Gross einfach rechtzeitig aufmacht,
          hat man auch Druck am Paddel und kommt hintenrum.

          Ausserdem passiert dasselbe auf jeder Mittwochsregatta
          3 mal weil der Dude am Gross pennt oder keine Ahnung hat.

          Hab selber mal mit ner X-99 ne Dehler 34 ge T-boned,
          weil der Grosstrimmer aufs Kommando “schmeiss auf”,
          gerade mal 2m Schot fiert. Bei 1:8 sind das ganze 25cm Baum.
          Strömungsabriss, dann kurz wieder Druck, nochmal beschleunigen
          und..
          Volltreffer.
          Zu allem Überfluss hat der Bugbeschlag auf 2m die genietete !!! Rumpfdecksverbindung der D34-TupperWare aufgerissen.
          Nicht schön, aber hoffentlich selten.

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          • avatar Carsten sagt:

            Man muss zu den X 40 sagen, dass die Großschot nicht so richtig weit aufgeht. Die wird über einen Hydraulikzylinder am Baum gespannt, wie man auf diesem Bild vielleicht sieht. Die Schot wird per Hebel vom Steuermann dicht gepumpt. Deshalb ist ja auch “Groupama” damals gegen die Mole gekracht: http://segelreporter.com/2010/08/03/groupama-ruderbruch-alle-mann-von-bord/ Da bleibt nicht viel Spielraum zum Abfallen, wenn der Traveller schon maximal nach Lee geschoben ist. So macht es wohl Sinn, sehr vorausschauend zu segeln.

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          • avatar wilfried sagt:

            watt´n weichei. 1:8 Großschot auf der x-99. 😉

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  2. avatar Lyr sagt:

    Holy Moly …. :-O Wat für ein Crash!

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  3. avatar Marc sagt:

    Und schon wieder steigt der Pantenius Beitrag 😉

    Spaß beiseite: Wichtig ist, das alle mit dem Schrecken davon gekommen sind und keiner schwer verletzt ist oder schlimmer. Material kann man immer ersetzen, Menschenleben nicht.

    Finde allerdings nicht, das es bescheuert ist, mit solchen großen Renngeräten zuschauerwirksam in Landnähe zu fahren. Das ganze passiert bei jeder Regatta an jeder Luv und Leemarke an der mehrere Boote gleichzeitig um die Tonne wollen, da wird es halt immer eng. Und wenn dann einer etwas falsch einschätzt bei der Entfernung oder nicht Regelfest ist, dann kracht es leider meist. Der Trick ist wie bei der Formel 1: Weit vorne sein, da kracht es weniger als im Hauptfeld 😉

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    • avatar wilfried sagt:

      schaut mal genau auf das Video, wer und von wo aus das Boot vor dem Aufprall steuert. Der Mann sitzt in Lee und schiebt direkt an der Verbindung zwischen den Rudern. Da er dabei Quer über dem Traveller hängt kann der Traveller auch nicht weiter gefiert werden. Auch sieht man das niemand auch nur darüber nachdenkt die Großschot zu fieren.

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