F18 EM Las Palmas: Sach Brüder greifen an

"Die Trauben hängen hoch"

SegelReporter in Schieflage. Andreas John steht bei einer F18 Regatta in Scharbeutz kurzzeitig über den Dingen. Bei der EM in Las Palmas will er länger den Überblick behalten. © Yacht Club Scharbeutz Ostsee

93 Crews aus 13 Nationen haben die Vorboten des Winters hinter sich gelassen und ermitteln diese Woche im Urlaubsparadies Gran Canaria die Europameister der Formula-18-Katamarane.

Dabei sind die Zweirumpfsegler ihrer Zeit eindeutig voraus, denn die EM ist bereits der vorgezogene Titelkampf des Jahres 2012. Der Real Club Náutico de Gran Canaria (RCNGC) in Las Palmas, Gastgeber der XIII. Kanarischen Olympia-Segelwoche mit insgesamt 320 Aktiven, bietet dazu auch im Dezember sommerliche 20 bis 25 Grad bei hohen Atlantikwellen und abwechslungsreichen Windbedingungen.

Training vor der EM in Las Palmas bei harten Bedingungen. © RCNGC

Als Topfavoriten gelten die Ex-Weltmeister aus Frankreich und den Niederlanden. Von den elf deutschen Teilnehmern wollen die Zarnekauer Helge und Christian Sach vom Lübecker Yacht-Club unter die Top Ten. Der erste Startschuss fällt am Mittwoch (7. Dezember), die Entscheidung am Sonntag (11. Dezember). 

„Für uns ist Gran Canaria wie ein zweites Heimatrevier, da wir hier seit Jahren bei der etablierten F-18-Regatta starten“, so Steuermann Helge Sach, „und die Revierkenntnis wollen wir auch nutzen.“ Bei Starkwind am Sonntag waren sie als Einzige zum Training auf dem Wasser. 2006 mit seinem Bruder selbst Weltmeister der stärksten Kat-Klasse hatte der 54-Jährige zuletzt bei der WM 2011 auf dem Plattensee in Ungarn als 18. nicht überzeugt.

Seit einigen Jahren gilt das Revier vor Las Palmas besonders im Winter als optimal Katamaran und Jollen-Action. © RCNGC

Gleichwohl waren die Ostholsteiner einmal mehr beste Deutsche und gewann dieses Jahr die Heimspiele bei der Kieler Woche und der Travemünder Woche. „International hängen die Trauben inzwischen sehr hoch, da werden wir kämpfen müssen“, sagte Christian Sach (53). Die beste nationale Konkurrenz der zwölf deutschen Boote kommt mit Andreas John und Sven Lindstädt aus Hamburg und Norderstedt sowie Jörg und Arne Gosche aus Bremen.

Nachdem der Tornado-Katamaran seinen Olympiastatus für 2012 überraschend verloren hatte, konzentrierten sich noch mehr Strandkatsegler auf die wachsende F-18-Klasse. Aber auch der amtierende Tornado-Weltmeister Iordanis Pachalidis aus Griechenland ist auf der Kanarischen Insel mit von der Partie. Er segelt mit Vorschoter Gustaf Dyrssen unter schwedischer Flagge. Ob er die Klassenelite wird schlagen können?

Der Weg führt sicher über die zweifachen F-18-Weltmeister von 2008 und 09, Coen de Koning und Thijs Visser (Die Niederlande), die wie die Sach-Brüder einen Nacra Infusion segeln. Die Landsleute Mischa Heemskerk und Bastian Tentij, „ewige Zweite“ so auch bei der vorigen WM, wollen ebenfalls endlich einen Titel. Den haben die Franzosen Olivier Backes und Arnaud Jarlegan 2010 gewonnen, auch ihr Anspruch ist klar.

Die EM der F18 Katamarane ist auch ein Schaulaufen der Konstrukteure. Hobie ist mit dem Wildcat am Start. © RCNGC

„Diese Mannschaften sitzen inzwischen weit häufiger als wir auf ihren Formula 18“, erklärt Helge Sach, der sich seit diesem Jahr vor allem seinem neuen, zehn Meter großen M32-Katamaran widmet, mit dem er Regatten bestreitet und High-Speed-Segeln anbietet. Doch die Erfahrung macht ihm keiner streitig.

Das gilt auch für Fernando Leon. Der Spanier vom RCNGC holte 1996 Olympia-Gold und wirft ein Glanzlicht vom ganz großen Kat-Sport auf Las Palmas: Er agiert sonst als zweiter Steuermann beim America’s Cup-Projekt GreenComm.

In zwei Reihen säumen die modernsten F-18-Modelle der hart umkämpften Szene diese Woche den Traumstrand von Alcaravaneras. Die Euro 2012 ist nach 2007 erst die zweite EM dieser Bootsklasse überhaupt. Grund: Es gibt sie nur, wenn die WM nicht in Europa ausgetragen wird. Und die steht für September in Long Beach/Kalifornien in den USA auf dem Programm.

An den fünf Regattatagen sind insgesamt bis zu 15 Wettfahrten möglich. Entgegen der ursprünglichen Planung wird das Feld nicht in Gruppen unterteilt, sondern alle 93 Kats gehen gemeinsam an die Startlinie. Der erste Startschuss soll am Mittwoch um 11 Uhr Ortszeit (12 Uhr deutscher Zeit) fallen.

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2 Kommentare zu „F18 EM Las Palmas: Sach Brüder greifen an“

  1. avatar Christian sagt:

    Go for Gold, Andreas! Christian Sach hat natürlich Recht, die Trauben hängen hoch, sehr hoch sogar. Viel höher als derzeit im Tornado, mit dem nur noch wenige Top-Teams unterwegs sind. Aber man wächst ja bekanntlich mit seinen Aufgaben.

    Acha ja, übrigens, wir Daheimgebliebenen hätten gern täglich einen Rennbericht aus erster Hand 😉

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 4 Daumen runter 0

  2. avatar Christian sagt:

    mensch Andreas, was war da los im erstem Lauf? Warum DNC? Und dann im zweiten Lauf ein hervorragender 5. Platz? Wir sind sooo neugierig…

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