Maxi Yacht Rolex Cup: “Y3K” gewinnt Wally-Wertung trotz reißendem Spi

Offen für weitere Siege

"Y3K" gewinnt zum dritten Mal hintereinander die Wally Division beim Maxi Yacht Rolex Cup. © Rolex/Borlenghi

Der Hamburger Reeder Claus-Peter Offen hat mit seiner Segelcrew zum dritten Mal nacheinander den Maxi Yacht Rolex Cup gewonnen. Der Eigner steuerte seine Hochseeyacht „Y3K“ am Sonnabend (10. September) in Porto Cervo/Italien zum Gesamtsieg der inoffiziellen Weltmeisterschaft der Wally-Klasse.

Bei den Super-Maxis wurde der in der Schweiz lebende Industrielle Otto Happel (Norddeutscher Regatta Verein Hamburg) mit der „Hetairos“ von der überlegenen „Nyala“ des Belgiers Filip Balcaen entthront und belegte den dritten Rang. SAP-Gründer und -Aufsichtsratsvorsitzender Hasso Plattner (Kieler Yacht-Club) war mit der „Visione“einen Punkt besser Zweiter.

Claus Peter Offen (Mitte) mit seinen Taktikern Thomas Jungbluth (l.) und Jesper Radich (r.). © Rolex/Borlenghi

Zwei anspruchsvolle Kurzrennen machten den Schlusstag einer schwierigen Regattawoche, die unter zu viel und zu wenig Wind gelitten hatte, bei den Wallys zu einem Finalkrimi. Bei leichten bis mäßigen Ostsüdostwinden hatte die Mannschaft der „Y3K“nach zwei grandiosen Tagessiegen in den beiden vorangegangenen Küstenwettfahrten nicht nur mit den direkten Verfolgern zu kämpfen.

Härteste Widersacherin war plötzlich die vor Beginn hoch gewettete „Indio“ von Andrea Recordati. Der Italiener war jedoch schwach in den Maxi Yacht Rolex Cup gestartet und blies mit zwei zweiten Plätzen am Ende etwas zu spät zur Aufholjagd. Claus-Peter Offen reichten ein dritter und ein sechster Platz, um den begehrten Maxi Cup und eine edle Rolex Armbanduhr zum dritten Mal in Folge überreicht zu bekommen.

Die neue Baltic 112 "Nilaya" mit Taktiker Bouwe Bekking passiert vor der "Visione" von Hasso Plattner. © Rolex/Borlenghi

Dem 68-jährigen Präsidenten der Internationalen Maxi-Klassenvereinigung IMA war die vorausgegangene Anstrengung bei der Siegerehrung kaum anzumerken. Doch einen Moment lang hatte Offen um den angestrebten Hattrick bangen müssen, als im letzten Rennen der Spinnaker beim Setzen zerriss.

„Wir überholten gerade die ‚Magic Carpet‘ und wollten uns absetzen, als stattdessen einige andere an uns vorbeisegelten“, berichtete Taktiker und Segelmacher Thomas Jungblut (ebenfalls Hamburg). Aber die jahrelang eingespielte Crew meisterte die kritische Situation mit Bravour, hatte in Minutenschnelle einen Ersatzspinnaker hochgezogen und sicherte den sechsten Platz im Rennen, der in der Endabrechnung einen Zwei-Punkte-Vorsprung bedeutete.

Bis zum letzten Tag auf Rang zwei gelegen büßte Sir Lindsay Owen-Jones (L’Oreal) aus Großbritannien mit Taktiker Jochen Schümann auf der Wally 94 „Magic Carpet²“ den Silberrang am Ende um einen Punkt gegen die „Indio“ ein. Ex-Bugatti-Boss und Privatbankier Thomas Bscher (Köln) glänzte mit einem Tagessieg der „Open Season“ in der letzten Wettfahrt und schob sich auf Rang vier vor.

Traumhaftes Segeln im klaren Mittelmeer-Wasser vor Porto-Cervo. © Rolex/Borlenghi

Eine Premiere nach Maß feierte die neue Baltic 112 „Nyala“. Unter dem niederländischen Weltumsegler Bouwe Bekking als Taktiker gelang beim ersten Auftritt in Porto Cervo gleich ein überlegener Gewinn des Maxi Yacht Rolex Cup. Doch dahinter kämpften drei deutsche Eigner zäh um die Podiumsplätze.

„Wir haben zum Schluss eigentlich zu viel riskiert, aber es ist ja nochmal gut gegangen“, resümierte Walter Meyer-Kothe von der „Visione“, „uns hätten durchgehend mehr Wind wie zum Regattabeginn sicher mehr gelegen, als die leichte Brise in der zweiten Wochenhälfte.“

Gleichwohl war Eigner Hasso Plattner zufrieden, die nationalen Gegner hinter sich gelassen zu haben. Im Vorjahr war er Otto Happels schwerer, klassischer „Hetairos“ unterlegen gewesen, die bei den Wettfahrten nach Handikap viel Zeitvergütung von den modernen Schiffen bekommt.

Die Kielbombe in Luv hilft dem Neigekieler "Esimit" beim aufrechten Segeln. © Rolex/Borlenghi

Der Hamburger Immobilienmagnat Albert Büll konnte mit der 45,19 Meter langen „Saudade“, der größten Yacht unter 45 Teilnehmern, nicht ganz an den überragenden Sieg vom Vortag anknüpfen und musste sich mit dem vierten Platz von neun Super-Maxis begnügen.

Alter und neuer Mini Maxi Rolex Weltmeister ist der Skype-Erfinder Niklas Zennström. Mit seiner „Rán 2“ gewann der Schwede am Steuer vor der „Alegre“ aus Großbritannien und George Sakellaris „Shockwave“ aus den USA.

Der Hamburger Günter Herz (Ex-Tchibo) kam mit seiner „Allsmoke“ auf einen guten sechsten Platz unter 16 Mini Maxis. Die Maxi Racer/Cruiser-Wertung gewann die „DSK Pioneer Investment“ von Danilo Salsi aus Italien. Bei den reinen Racern siegte Irvine Laidlaw mit der „Highland Fling“ (Monaco) punktgleich vor der „Esimit Europa 2“ von Igor Simčič aus Slowenien nur aufgrund des Tagessiegs im letzten Rennen.

Start der Maxi-Flotte zum letzten Rennen beim Maxi Yacht Rolex Cup vor Sardinien. © Rolex/Borlenghi

Für viele Teilnehmer, darunter Schümann mit den Audi Sailing Team powered by All4One und Zennström mit seiner kleineren TP 52 „Rán“ geht es direkt zum Saisonfinale des Audi MedCup Circuits nach Barcelona/Spanien, wo am Dienstag (13. September) der erste Startschuss fällt.

Endstände des Maxi Yacht Rolex Cup 2011

Wally

1.) Y3K (Hamburg), Claus-Peter Offen, 1-1-3-6, 11

2.) Indio (Italien), Andrea Recordati, 4-5-2-2, 13

3.) Magic Carpet² (Großbritannien), Sir Lindsay Owen-Jones, 2-3-5-4, 14

Supermaxi

1.) Nilaya (Belgien), Filip Balcaen, 1/1-2/4-2/2-1/1, 14

2.) Visione (Kiel), Hasso Plattner 3/2-3/1-4/4-6/5, 28

3.) Hetairos (Hamburg), Otto Happel, 2/4-1/2-5/6-3/6, 29

Die Supermaxi-Klasse wurde in jeder Wettfahrt zweimal gewertet, einmal unter IRC und einmal unter ORC. Das kombinierte Ergebnis wurde für die Gesamtwertung herangezogen. Die einzelnen Rennergebnisse zeigen die Positionen nach IRC/ORC.

Maxi Racing/Cruising

1.) DSK Pioneer Investments (Italien), Danilo Salsi, 1-2-2-1, 6

2.) Aegir (Großbritannien), Brian Benjamin, 3-1-1-2, 7

3.) Kora 5 (Italien), Paolo Scerni, 2-4-3(DNF)-8(DNC), 17

Maxi Racing

1.) Highland Fling (Monaco), Irvine Laidlaw, 1-2-2-1, 6

2.) Esimit Europa 2 (Slowenien), Igor Simčič, 2-1-1-2, 6

Mini Maxi Rolex Weltmeisterschaft

1) Rán 2 (Großbritannien), Niklas Zennström, 1.5-1-1-(4)-2-1, 6.5

2) Alegre (Großbritannien), Andres Soriano, 4.5-2-2-(3)-3-2, 13.5

3) Shockwave (USA), George Sakellaris, 6-(4)-4-1-1-4, 16

 

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Ein Kommentar „Maxi Yacht Rolex Cup: “Y3K” gewinnt Wally-Wertung trotz reißendem Spi“

  1. avatar Greg Fischer sagt:

    Hallo,
    ich wusste garnicht das soviel Wally Segelyachten in deutscher Hand sind.
    Ich beschäftige mich echt viel mit dennen aber das habe ich noch nicht gewusst, ich dachte immer, dass die Filmstars oderso gehören.

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