Med Cup: Audi zieht sich aus der TP52 Serie zurück. Kein Event 2012

Aus für Schümann, Schütz und Co

Es geht bergab mit dem MedCup. © Guido Trombetta_Studio Borlenghi/Audi MedCup

Das World Sailing Management (WSM) hat das Aussetzen des Audi MedCup für die Saison 2012 bekannt gegeben. Diese schwierige wirtschaftliche Entscheidung  sei durch die Finanzkrise in der Welt und besonders Europa erzwungen worden, heißt es in einer Pressemitteilung der Organisatoren.

Die Ankündigung kommt parallel mit einer Erklärung von Audi, mit sofortiger Wirkung die Ambitionen im internationalen Segelsport restrukturieren zu wollen. Man ziehe sich als Namensgeber und Sponsor des Med Cups zurück.

Jochen Schümann hatte zuletzt Probleme mit seinem All4One Neubau. Er brachte ihn nur bei Starkwind in Fahrt. © Stefano Gattini Studio Borlenghi/Audi MedCup

“Wo immer sich Audi im internationalen Sport engagiert, steht unsere Marke für sportlichen Wettkampf auf höchstem Niveau”, betont Lothar Korn, Leiter Marketing Kommunikation der AUDI AG per Pressemitteilung. Segeln gehöre dabei zu den Kernsportarten des Sponsoring-Engagements von Audi.

“Wir wollen unseren Fokus allerdings künftig verstärkt auf Segel-Events in einzelnen Ländern legen – sei es über die Fortführung von Bootspartnerschaften, Engagements bei traditionsreichen Regattawochen oder nationalen Regattaserien”, erklärt Korn die Entscheidung.

"Container" segelte stark in der ersten Saison, fiel dann etwas ab und kam zurück als Vizeweltmeister. © Ian Roman/Audi MedCup

Zu den weiterhin von Audi unterstützten Regatten zählen die “Copa del Rey” vor Mallorca, die nationale Audi Sailing Series in Italien oder die Kieler Woche. Auch das Engagement beim Audi Sailing Team Germany sei nicht von der Entscheidung betroffen.

Die Entwicklung hatte sich schon in der dieser Saison abgezeichnet, als die potenziellen America’s Cup Teams nicht mehr dabei waren. Oracle, Team New Zealand, Artemis und Luna Rossa strichen die Fahnen und segeln jetzt im Cup. Das britische Origin Team stieg ganz aus dem Profi Zirkus aus.

Einer der Aufreger in der Saison 2010. Schümanns "All4One" steckt in der "Bribon" © Audi MedCup

Die verbliebenen Teams griffen zwar mit Neubauten an und hievten die Veranstaltung auf ein neues sportliches Niveau. Das erhöhte die Hürden für potenzielle Neueinsteiger aber noch mehr. Zuletzt wurde krampfhaft versucht, durch Regeländerungen die Eigner alter TP52s zum Med Cup zu locken. Aber die Bemühungen waren offensichtlich nicht von Erfolg gekrönt.

Die fehlenden Zusagen auch von bestehenden Teams führt das WSM als einen der Hauptgründe für die Aussetzung des Med Cups in 2012 an. Dazu kommen fehlende finanzielle Ressourcen bei den Städten der Tourstandorte. Dennoch wolle man weiter daran arbeiten, in den folgenden Jahren die Regatta wieder aufleben zu lassen.

All4one gibt Vollgas bei über 30 Knoten. © Ian Roman/Audi MedCup

Das plötzliche Aus für den Med Cup ist eine direkte Auswirkung von Larry Ellisons Entscheidung, den America’s Cup auf Katamaranen aussegeln zu lassen. Der führende Monohull Zirkus der Welt hatte einen Aufschwung zu verzeichnen als sich die potenziellen Profi Teams nicht sicher waren, wie es mit dem America’s Cup weitergehen würde. Der Med Cup bedeutete eine gute Park-Position, um eine Mannschaft zusammenzuhalten.

"Container" mit Markus Wieser am Steuer lieferte eine gute Premierensaison ab. © Ian Roman/Audi MedCup

Aber diese Funktion hat sich nun erledigt. Die Spitzen-Profis konzentrieren sich darauf, das Segeln auf zwei Rümpfen zu erlernen. Folgerichtig schreibt die Katamaran Veranstaltung Extreme Sailing Series weiterhin ihre Erfolgsgeschichte.

Das Segeln auf Yachten ist zurzeit nicht angesagt. Allein die RC44 One Design Serie von Russell Coutts scheint zu funktionieren. Da stehen allerdings beim Fleetrace die Eigner am Steuer.

Es bleibt abzuwarten, ob es noch eine Zukunft für die TP52 Flotte gibt. Diese Entwicklung ist besonders für Deutschland traurig, weil mit Udo Schütz  “Container” endlich einmal wieder ein ambitioniertes deutsches Projekt bei den Großen mitspielen konnte. Auch das All4One Syndikat mit Jochen Schümann wird hart getroffen. Ein Ersatz für den Med Cup ist bisher nicht in Sicht.

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Carsten Kemmling

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9 Kommentare zu „Med Cup: Audi zieht sich aus der TP52 Serie zurück. Kein Event 2012“

  1. avatar AST sagt:

    Erst STP 65 und nun die TP 52, kommt jetzt die zweite Container auf den Markt, oder spielt eine gar endlich mal wieder im Nordeuropäischen-Raum mit?

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  2. avatar Afterguard sagt:

    Dann gibt es ja jetzt bald viele schicke Schiffe zu kaufen. Die Ancasta Seite sollte also beobachtet werden…

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 5 Daumen runter 0

  3. avatar RVK sagt:

    Das dürfte dann doch auch das aus für die T52 Boxrule bedeuten, oder? Wer baut sich noch so nen Zossen, wenn es keinen Spielplatz gibt? Die restlichen Dampfer werden jetzt noch fürs Verrechnungssegeln umgebaut, aber neue Modelle sind doch nicht mehr zu erwarten. Spannend abzuwarten, ob und wie sich das auf den Gebrauchtmarkt durchschlägt!

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  4. avatar AST sagt:

    es gibt doch schon zwei neue TP52 die sich im Bau befinden, sehr ärgerlich auch für diese Teams, aber mal sehen, ob und wie diese denn auch schwimmen werden

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  5. avatar 1 sagt:

    Und was gibt es jetzt für spannende Regatten für Monohulls?
    FAst nix was in den medien vertreten ist.
    Wirklich schade

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 4 Daumen runter 0

  6. avatar Manfred sagt:

    Das letzte Wort ist wohl noch nicht gesprochen. Lediglich AUDI ist ausgestiegen aus dem AUDI Med Cup. Vermutlich werden sich die TP52 Eigner zusammen tun und für kleines Geld ne eigene Serie organisieren. Mit ner professionellen Wettfahrtleitung und angehängt an vielleicht bestehende Serien im schönen Mittelmeer. Ist zwar schade für uns Couch Segler, denn die professionelle und teure Übertragung wird wohl auf der Strecke bleiben. Vielleicht noch ein bißchen Twitter, sowie beim AC ´92 in San Diego, wo über CompuServe richtig gut von draussen berichtet wurde. Jeder, der auf dem Presseboot war, durfte mal den “Western Stecker” an seinen Lappie anstecken und seinen Teil berichten. Good Times!

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  7. avatar Marc sagt:

    Nun haben die Bleitransporter Fans ja nicht mal mehr ihren Med Cup. Irgendwie tun sie mir auch leid. Nun werden sie noch mehr jammern und den AC verfluchen und weiter rummeckern 😉

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  8. avatar Nord sagt:

    Schade um diese tolle Veranstaltung aber bei SA wird schon gemunkelt, dass es vielleicht wieder eine ähnliche Serie unter anderem Namen geben soll möglicherweise sogar wieder mit Audi als Sponsor.

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