ISAF WM Perth: Hahlbrock mit 10:4 in nächste Runde

Harter Kampf mit dem Doctor

Der Franzose Jonathan Lobert kämpft im Finn Dinghy mit dem Fremantle Doctor. Er liegt auf Rang vier. © Ocean Images

Bei der ISAF Weltmeisterschaft zeigen die deutschen Match Racerinnen nach wie vor eine starke Form. Sie platzierten sich am Ende der ersten Round Robin in der Gruppe A gegen 15 Teams auf Rang fünf. Nach einem Score von 10:4 Siegen verpassten sie zwar den direkten Einzug in die Runde der letzten acht, der den ersten beiden der Gruppen vorbehalten ist.

Sie haben aber in der nächsten Runde die Chance, einen der verbliebenen vier Plätze zu erreichen. Sieger in der Gruppe A wurde die Amerikanerin Anna Tunnicliffe, die mit 11:3 ebenso viele Siege aufweist wie Skudina (2. RUS), Souter (3. AUS) und Lethinen (4. FIN). Die Hoffnungsläufe beginnen nach einem Tag Pause im Hafen von Perth.

Das Hahlbrock Team hat als fünfte der Round Robin die nächste Runde erreicht. © Ocean Images

Bei den 470ern liegen Gerz/Follmann weiterhin auf Rang sechs. Sie mussten im einzigen Tagesrennen der Gold Fleet aber Federn lassen und segelten bei dem stark einsetzenden Thermikwind Fremantle Doctor mit Platz 23 ihren Streicher. Für das Duo geht es darum, einen der in Perth vergebenen 14 Nationenplätze in ihrer Klasse zu sichern.

Zurzeit würde Rang 18 ausreichen, weil sich Briten und Franzosen mehrfach unter den Top 14 platziert haben. Für den Sieg in der nationalen Qualifikation reicht ein Punkt für Platz 20 aus, da sie nach Weymouth und Kiel gleichauf mit Wagner/Bolduan liegen.

Sahne-Bedingungen für die Finn-Segler vor Perth. © Ocean Images

Ganz schwierig wird diese Aufgabe für die Finn Segler. Jan Kurfeld müht sich redlich, konnte sich aber nach einem 32. Rang im ersten Goldfleet Rennen nur auf Platz 30 vorschieben. Er muss unbedingt Rang 20 erreichen, um den einen Punkt gutzumachen, der ihm zu Matthias Miller fehlt. Der schaffte es nicht in die Goldgruppe.

Insgesamt werden 18 Nationenplätze bei den Finns ausgesegelt. Zurzeit belegt Kurfeld als 30. genau diese Nationen-Position nach Abzug der Länder, die mit ihren Seglern mehrfach vor ihm platziert sind. So könnte die skurrile Situation entstehen, dass Kurfeld die Fahrkarte für Miller sichert.

Superstar Ben Ainslie muss sich bei Hack ganz schon strecken um mit den schwereren und jüngeren Kollegen mithalten zu können. Er liegt auf Rang drei. © Ocean Images

Klarer ist die Situation bei den Surferinnen. Hier gilt es für Moana Delle, unter die ersten zwanzig Nationen zu kommen. Dieses Kriterium dürfte für die einzige deutsche Weltklasse-Surferin aber nur am Rande eine Rolle spielen. Sie will in der Weltspitze bestehen, hat aber bei diesem Anliegen am ersten Goldfleet-Tag einen Rückschlag erlitten. Mit den Plätzen 16/18/13 fiel sie auf Rang 14 zurück.

Auch bei den Laser Radial Seglerinnen konnt Lisa Fasselt mit 40/23/22 in der Goldgruppe noch nicht Fuß fassen. Sie fiel auf Rang 18 zurück. Ihr persönliches Olympia-Wunder scheint nicht mehr möglich. Sie müsste auf Platz sechs landen, um in der internen Qualifikation an Franziska Goltz vorbeizuziehen. So obliegt es ihr, die Nationenquali für ihre Gegnerin einzufahren. 29 Startplätze werden in Perth vergeben.

Um es noch komplizierter zu machen: Auch ein drittes Kriterium geht noch in die Wertung ein. Die Segler, die schließlich in Weymouth für Deutschland an den Start gehen, müssen auch noch in einer internen Nationenquali bestehen.

Dafür gilt es, in der Punktewertung nach Weymouth, KielerWoche und Perth einen Platz unter den ersten zehn Nationen zu belegen. Dabei könnte den deutschen Seglern helfen, dass die Kieler Woche in vielen Klassen international schwach besetzt war. Besonders für die Finnsegler wird das aber ganz eng.

Die Amerikanerin Erika Reineke bereitet sich auf die Luvtonnenrundung vor und löst den Niederholer. © Ocean Images

Die Schweizerin Nathalie Brugger kämpft mit den Elementen. Sie liegt auf Rang 17. © Ocean Images

Die Weltseglerin des Jahres Anna Tunnicliffe in Bedrängnis. Sie wird nach der Luvtonne von der Neuseeländering geluvt. Der Spibaum steht schon für einen schnellen Set. Am Ende gewinn Tunnicliffe doch. Das Rennen und die Gruppe A. © Ocean Images

Die ISAF Videos von der WM sind recht lang. Ab 10:00 wird ein Finn Rennen übertragen, ab 20:35 ein Laser Radial Lauf

Ergebnisse

Stand der nationalen Qualifikation

 

avatar

Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
Spenden
http://nouveda.com

6 Kommentare zu „ISAF WM Perth: Hahlbrock mit 10:4 in nächste Runde“

  1. avatar Marc sagt:

    Schon ein bischer “bekloppt” das ein Segler das Ticket für Olympia löst, damit Deutschland überhaupt in der Klasse startet und ein anderer der vielleicht in Kiel besser war dann fährt.

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 7 Daumen runter 1

  2. avatar Lyr sagt:

    zumal Kurfeld ja immer besser ist als Miller, nur eben bei dem kleinen Kieler Woche-Feld nicht. Das ist schon irgendwie “doof”. Vielleicht hat er ja noch einen starken Tag, aber das wird schwer 🙁

    Like or Dislike: Daumen hoch 3 Daumen runter 1

  3. Pingback: Perth – Tag 4 – P.J. Postma holds the lead » www.finn-dinghy.de

  4. avatar karsten sagt:

    ich freu mich für miller wenn die quali gegen kurfeld gewinnt, muss allerdings sagen das es echt ungerecht ist wenn kurfeld überhaupt erst den nationenplatz holt und dann nicht fahren darf…
    Allerdings war beiden eindeutig klar das das schwache feld der kieler woche für beide die entscheidende regatta ist wo die punkte zzu holen sind. Und da eben war miller stärker bzw. Besser vorbereitet.
    das sie in perth keine punkte holen war beiden denke ich klar!

    Like or Dislike: Daumen hoch 1 Daumen runter 1

  5. avatar Klugschnack sagt:

    müßig zu diskutieren – für DOSB Kriterien reicht das eh never ……
    das ist das schwierigere Kriterium als ein Nationenplatz

    in der 2. Woche kommen ja endlich die spannenderen Klassen

    Like or Dislike: Daumen hoch 2 Daumen runter 2

    • avatar Besserschnacker sagt:

      naja, stimmt nicht ganz: Kurfeld muss nach 8 Rennen 19 Punkte gut machen auf den Brasilianer Zarif, der im Moment den letzten (18.) Nationenplatz belegt. In der interen Quali muss er nur 1 Punkt auf Miller gut machen und liegt auch nur 2 Plätze hinter den TopTen-Nationen.
      Aber schwierig ist das unbestritten beides!

      Like or Dislike: Daumen hoch 1 Daumen runter 0

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Sicherheitsfrage (SPAM-Schutz): *