Iskareen-Bordbuch TJV: Bruhns-Brüder Vollgas – T-Bone vermieden, viermal fast überschlagen

"Game on"

Arnt Bruhns hat auch nach der brutalen Route du Rhum Gefallen am Class40-Offshore-Racing gefunden. Bei der Transat Jacques Vabre will er mit Bruder Sönke die Profis ärgern. Bericht von Bord.

Arnt Bruhns bei seinem ersten Update von Bord der “Iskareen”

Day 1 – Race Day, Sonntag, 27.10.

Wir sind für unsere Verhältnisse früh am Dock, dass es schon hell ist, haben wir eigentlich nur der Zeitumstellung am Starttag zu verdanken. Am Dock dann große Verabschiedung, Familie, Freunde und einige Clubkameraden sind extra nach Le Havre gekommen, um uns auf die Reise zu schicken. Kurz vor 10 dann Leinen los, durch die bei Hochwasser offene Schleuse hinaus aus dem großen Hafen; die Fans stehen an Land und jubeln, das gibt es nur in Frankreich.

Bis zum Start ist noch etwas Zeit, zahllose gute Wünsche von unseren Supportern kommen über diverse soziale Kanäle bei uns an, das Motorsiegel wird angebracht und dann heißt es um 13.15 “Game on!” – das Race startet mit einem “Bon depart” und wir begeben uns auf eine schier endlose Kreuz. Gegen die Tide entlang der Küste gen Norden zum Wendepunkt bei Etretat.

An der Wendetonne kommt das Rennen für vier Boote dann fast zu einem abrupten Ende als Simon Koster und Catherine Pourré sich beim Strom verschätzen, die Tonne nicht bekommen und in letzter Sekunde nochmal auf Steuerbord wenden wo wir zusammen mit einem Kollegen auf Backbordbug kommend nur noch mit einem Panikmanöver das gegenseitige T-Bonen verhindern können.

Die drei anderen Boote bleiben im Knäuel zurück, wir können uns rasch befreien und Kurs auf Pointe de Barfleur nehmen. Ersatzstrafen werden natürlich trotz Aufforderung nicht ausgeführt.

Unter unserem großen A2 geht es dann rund um Asterixland und das Cap de La Hague downwind Richtung Bretagne. Leider hat irgendwer ein paar Kanalinseln dazwischengelegt, die einige Halsen erfordern um herumzukommen.

Da die Tide mit gefühlten 7 Knoten schiebt und wir bereits 14-16 fahren, werden die Räume irgendwann klein. Später dreht auf einmal der Wind auf, und wir müssen den Spi gegen den A4 tauschen, mit dem wir dann gerefft durch die Nacht brettern.

Doch der Wind legt nach: Bis auf 35 Knoten geht die Uhr hoch, als wir uns zum vierten Mal fast überschlagen haben, beschließen wir das Teil zu bergen und den Solent heraus zu rollen; To finish first you have to finish first….. Mittlerweile hat sich auch eine ganz amtliche See aufgebaut, der Autopilot knackt in Surfs regelmäßig die 20 Knoten Marke.

Bits & Bites

Es gibt endlich mal wieder Trockennahrung, Storegryte aus der orangenen Tüte, kennen wohl hauptsächlich Segler – Den Geschwindigkeitsrekord für das Boot dürfte dem Autopiloten gehören, ich habe ihn einmal mit 24,3 Kn erwischt, aber man sieht nicht immer hin und Autopiloten sind verschwiegen….

“Iskareen” liegt zurzeit auf Rang 17 im Feld der 27 Class40s und kreuzt gen Süden.

Bei den Class40s liegt das Hamburger Brüder-Duo zurzeit auf dem 17 Platz und muss nun gegen einen harten Südost ankreuzen. Ein Team – die Mitfavoriten aus England – musste schon mit Mastbruch aufgeben, drei weitere steuern mit Problemen die Küste an.

Die Spitze der Klasse ist für die Bruhns-Brüder 67 Meilen entfernt. Dort hält Jörg Riechers nun mit seinem französichen Partner Cedric Chateau gut mit auf Rang sechs. Er befindet sich mit 24 Meilen Rückstand noch in Schlgdistanz zum führenden Boot.

Transat Jacques Vabre Tracker

2 Kommentare zu „Iskareen-Bordbuch TJV: Bruhns-Brüder Vollgas – T-Bone vermieden, viermal fast überschlagen“

  1. avatar Björn sagt:

    Ersatzstrafen werden natürlich trotz Aufforderung nicht ausgeführt.
    A………r

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  2. avatar Sven 14Footer sagt:

    Es ist immer wieder schön von euch zu lesen. Schon von der Route du Rhum hast Du sehr kurzweilig geschrieben.
    Vielen Dank für diese Art der Berichte!

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