Jules Verne Trophy: 700 Meilen Umweg für “Spindrift 2” – 6:45 Stunden Vorsprung

Knappe Kiste

Nach zwölf Tagen 14 Stunden und 58 Minuten hat “Spindrift 2” in dieser Nacht zum Dienstag um 3:40 Uhr deutscher Zeit den Längengrad des Kaps Agulhas erreicht und ist vom Atlantik in den Indischen Ozean eingetaucht. Der Vorsprung auf Francis Joyon und seine Crew betrug 6 Stunden und 43 Minuten.

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Kleiner Mann, großes Boot. © Spindrift

Yann Guichard und seine elf Männer mussten bis zur Südspitze Afrikas im Vergleich zur Rekordfahrt von Francis Joyon einen 700 Meilen langen Umweg in Kauf nehmen, weil das ausgeprägte St. Helena-Hoch den Weg blockierte. Eine knappe Kiste, aber dennoch können sie es mit der Referenzzeit aufnehmen. Der Vorsprung beträgt rund sieben Stunden.

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Christophe Espagnon und François Morvan haben ihren Spaß im Southern Ocean. © Spindrift

“Die Route war ziemlich extrem”, sagt Guichard. “Aber wir hatten keine andere Wahl. Wir mussten den Umweg einfach ertragen, zumal uns ein Wellengang genau von vorne Schwierigkeiten machte. Aber vor drei Tagen konnten wir das Tempo erhöhen und es bis jetzt halten. Es fühlt sich gut an.”

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Spindrift musste einen 700 Meilen längeren Umweg um das St. Helena-Hoch in Kauf nehmen, liegt aber trotzdem vorne.

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Der Vorsprung auf den Rekord (r.) und der 24-Stunden-Speed.

Grund zum Jubeln an Bord des 41 Meter langen Trimarans gibt es allerdings wenig. Die Zeit ist nur die drittbeste aller Jules Verne Versuche, und Guichard hatte eigentlich auf einen Tag Vorsprung gehofft. Denn im Indischen Ozean war Joyon besonders schnell unterwegs.

Jean-Yves Bernot, der Rekord-Router an Land, gibt sich für die nächsten Tage dennoch  zuversichtlich. Ein Hoch im Süden Madagaskars bei den Crozet Inseln befinde sich in einer guten Position und die starken westliche Winde sollten die Durchschnittsgeschwindigkeit des Trimarans wie in den vergangenen Tagen auf über 35 Knoten halten können.

Die Wind-Situation auf der Rennstrecke im Indischen Ozean.

“Wir werden bald 50 Grad Süd erreichen, das Wetter ist grau und die Temperatur des Wassers beträgt zwei Grad. Wir sind im Indischen Ozean! Aber mit Albatrossen an unserer Seite ist es unglaublich! Die Bedingungen helfen uns, die Kerguelen schnell zu erreichen. Wir lassen diese Inseln im Norden, da wir zweifellos bis auf 53-54 Grand nach Süden segeln. Ab Mittwoch müssen wir auch mit Eisbergen rechnen. Wir versuchen, sie am Radar und mit unserer Infrarotbrille zu entdecken.”

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Die Rekordzeiten an der Südspitze Afrikas. © Spindrift

Nach den Kerguelen wird die Crew einige Halsen ausführen müssen, aber Guichard rechnet nicht mit einer deutlichen Verlangsamung. “Wir sollten schnell durch den Indischen Ozean kommen.”

Ein südlicher Kurs verkürzt die Strecke, allerdings steigt das Eisberg-Risiko. Die größten Brocken können auf Satellitenbildern deutlich lokalisiert werden, gefährlicher sind die kleineren. Ohne Risiko geht es aber nicht auf diesem Abschnitt der Route. Denn Francis Joyon und seine Crew haben den Indischen Ozean extrem schnell passiert.

Rekord-Tracker

Spindrift Rekord-Website

 

 

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

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