Junioren-Liga: Starkes Talsperren-Finale – Jahrhundert-Sommer problematisch für NRW-Segler

Segeln im Amphitheater

Das Finale der Deutsche Junioren Segel-Liga sorgt am leeren Biggesee für interessante Perspektiven. Flensburg vor München und Kiel. Bayern gewinnt die Gesamtwertung.

Biggesee

Viel Land, wenig Wasser, aber genug Platz für Liga-Rennen an der Bigge. © DJSL

Des einen Freud, des anderen Leid. Während der Jahrhundert-Sommer an den deutschen Küsten den Seglern eine unglaubliche Saison beschert hat, leiden besonders die Binnensegler unter den geringen Wassertiefen der Seen. In NRW liegt der Füllungsstand der Talsperren aktuell bei 51,6 %, Tendenz fallend.

Biggesee

Steganlage des Yachtclub Lister 14 Meter tiefer als normal. © DJSL

Biggesee

Viel Sand und wenig Wasser am Yachtclub Lister. © DJSL

Biggesee

Lange Wege zum Boot. © DJSL

Die Auswirkungen konnten am Wochenende beim Finale der Deutschen Junioren Segel-Liga (DJSL) im Sauerland auf dem Biggesee verfolgt werden. Die Bilder zeigen viel Land und wenig Wasser. “Der Biggesee ächzt unter der Trockenheit des Jahrhundert Sommers”, sagt Joachim Hellmich, DJSL-Projektleiter. “Das Spielfeld lag 14 Meter tiefer als normal.”

Das ist insofern problematisch, weil der Wind noch größere Schwierigkeiten hat, die bewaldeten Hänge zu überwinden und bis auf das Wasser zu gelangen. Aber beim Finale gelang es dennoch, mit den 18 Teams bestehend aus Seglern zwischen 16 und 21 Jahren acht Flights zu absolvieren.

Und die Perspektive auf die Rennen war außergewöhnlich. „Es war Segeln wie im Amphitheater, definitiv einzigartig”, sagt Hellmich. “Das Clubhaus liegt noch einmal ca. 15 Meter höher, und so hatte man einen Blick auf die Regatta wie aus einer 30 Meter hoch dauerhaft fliegenden Drohne.”

Biggesee

Trotz hoher Ufer, guter Wind auf der Bigge. © DJSL

Sportlich beherrschten die Flensburger das ungewöhnliche Revier am besten. Das FSC Team um Laser Radial-Segler Thore Kiesbye, der schon an Bord von Jan Hauke Erichsen Bundesliga-Luft schnuppern durfte, siegte knapp vor dem Münchner Yacht-Club und dem neuen Verein One Kiel, das Projekt, mit dem Beiersdorf-Chef Heidenreich Deutschland wieder zur führenden Segelnation machen will.

Damit gewinnt nach vier Stationen – Starnberger See, Wannsee, Köhlfleet/Hamburg, Biggesee – der Bayerische Yacht-Club die diesjährige Deutsche Junioren Segel-Liga vor dem Münchner Yacht-Club und dem Verein Seglerhaus am Wannsee mit Steuerfrau Fanny Popken, die schon starke  Auftritte für das VSaW-Erstliga Team hingelegt hat.

Die Junioren-Liga wird erwachsen. Besonders Nils Sternbeck der Opti Vizeweltmeister 2013 und Steuermann der Gesamtsieger-Mannschaft vom Bayerischen Yacht-Club (2) äußerte sich begeistert über die Stimmung und den gewachsenen Zusammenhalt der jungen Segler in der DJSL seit Mai 2018.

“Am Anfang in Tutzing war man noch recht reserviert untereinander, aber jetzt zum Finale war die Stimmung super.” Eine Party bis früh in den Sonntag morgen stellte das unter Beweis. Das Team vom Münchner Yacht-Club trug in entsprechender Tracht besonders dazu bei.

Biggesee

Liga-Segeln unter den Berghängen des Sauerlands. © DJSL

Stolz sind die Organisatoren darauf, dass sie nun schon die fünfte Junioren-Liga-Veranstaltung ohne motorisierte Shuttleboote abhalten konnten. Auch am Biggesee beim YC Lister war der Wechselsteg nur 50 Meter von der Startlinie entfernt.

Biggesee

Start nahe der Untiefe. © DJSL

Die Junioren Segel-Liga orientiert sich am großen Bruder, der Deutschen Segel-Bundesliga. Sie soll die Liga für den Vereins-Nachwuchs sein und eine attraktive und alternative Wettkampf-Möglichkeit für talentierte Regattasegler sein. Die DJSL erkennt keinen Wettbewerb zum vor-olympischen Segelsport, den Kritiker gerne vorbringen. Vielmehr glauben die Veranstalter, viele junge Menschen über das Format für den Regatta-Sport zurückzugewinnen, indem sie diese Plattform als weiteres Angebot schaffen.

Ergebnisse Biggesee

Crewliste JSL Biggesee

Die Sieger in der Saison-Wertung. © DJSL

Die Sieger des Finals am Biggesee. © DJSL

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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