Kapstadt-Rio: Extreme Momente auf der “Iskareen”

Champagner-Segeln

Die Crew der Hamburger “Iskareen” meldet sich aus dem Süd-Atlantik vom Kapstadt-Rio-Rennen mit einem Rückblick der vergangenen Tage. Demnach gab es schon einige haarige Momente.

Iskareen

Drei Deutsche, je ein Gemischte Crew. Je ein Kanadier, und Franzose sowie eine Südafrikanerin rasen mit der Hamburger “Iskareen” über den Teich. © Iskareen

Besonders heftig war ein Strömungsabriss am Ruder, in dessen Folge die Archambault M34 auf die Seite schleuderte. Die Südafrikanerin Phillippa Hutton-Squire, die beim Double Handed Global Ocean Race um die Welt 2011/12 mit einer Class 40 teilnahm, rutschte über das Deck nach Lee, kippte in die unter Wasser stehende Reling und konnte sich nur knapp festhalten.

Kurz danach landen in der folgenden Patenthalse bei fünf bis sechs Meter hohen Wellen auch der Kanadier Sandy MacPherson und Skipper Sönke Bruhns im Seezaun. Das Schiff kippt mit flatterndem Gennaker 90 Grad auf die Seite. Mühsam können sich die drei wieder berappeln und blieben unversehrt.

Unter Trysegel und Sturmfock

Iskareen

In luftiger Höhe muss das gekappte Fall wieder eingeführt werden. © Iskareen

Das Fall muss durchtrennt werden, um den A5-Gennaker kontrollieren zu können und das Boot wieder aufzurichten. “Danach tauschten wir Groß- gegen Trysegel und setzten die Sturmfock”, schreibt Christiane Dittmers. Die Bedingungen wurden zu heftig. Aber auch mit dieser Besegelung erreichte die “Iskareen” bei konstantem Wind über 30 Knoten noch eine Top-Geschwindigkeit von 19,5 Knoten.

Der absolute Rekord gelang kurz danach. Als der Wind etwas nachließ rutschte die M34 unter vollem Groß und schwerer Fock 21,75 Knoten. “Wir haben inzwischen auch von dem Todesfall gehört und senden unser Beileid an die Familie. Hoffentlich haben es auch alle anderen sicher in den Hafen geschafft.”

Iskareen

Gute Kontrolle im Sturm mit Trysegel und Sturmfock. © Iskareen

Die “Iskareen” rase jetzt im sicheren Modus gen Rio. Dabei hat der dritte Deutsche an Bord Christian Halbig per Telefon von seiner Frau erfahren, dass er wieder Vater wird. Die Nachricht hebe die gute Stimmung an Bord zusätzlich, obwohl sich das Team in der Konstellation erst seit zwei Tagen vor dem Start kenne.

Zurzeit entwickelt sich der Glitsch dann doch zu dem Raumschots-Ritt auf den Dittmers und Bruhns gehofft hatten, als sie sich mit ihrem kleinen Racer für das Transatlantik-Abenteuer angemeldet hatten. “Genau dafür ist das Schiff gemacht”, freut sich die Hamburgerin.

Zweimal in den Mast gestiegen

Iskareen

Die verdiente Belohnung. Champagner Segeln mitten auf dem Süd-Atlantik. © Iskareen

Einige kleine Dinge seien kaputt gegangen. So sei der Franzose Foresher Loic zweimal im Mast gewesen, um das Großsegel zu reparieren und ein neues Gennakerfall einzuführen. Sönke sei einigen Problemen bei der Elektronik auf der Spur.

“Insgesamt waren es bis jetzt sehr aufregende, tolle Tage.” Besonders die vergangene Nacht hatte es in sich. “Der Wind nahm auf über 20 Knoten zu und wir surften im hellen Mondlicht auf dem Süd-Atlantik. Der Wind blieb auch am Tag beständig stark und nun rauschen wir  unter blauem Himmel nur so dahin. Die Sonnenbrillen kommen zum Einsatz!” Champagner-Segeln.

Maserati

Die “Maserati” mit Boris Herrmann rast dem Rekord hinterher und wurde von einigen Schäden aufgehalten. © Maserati

Auch Boris Herrmann kommt gut auf der “Maserati” voran. Das ohnehin größte Boot versucht, den Uralt-Rekord für das Rennen zu brechen und liegt bei perfekten Bedingungen exzellent im Soll. Dabei brach in der Nacht ein Backstag und der Spi ging in Fetzen. Aber alle Reparaturen sind erledigt und das Schiff hat schon mehr als die Hälfte der Strecke zurück gelegt.

Race Tracker Kapstadt – Rio

Eventseite Kapstadt – Rio

Kapstadt Rio

Das Feld auf dem Weg nach Rio. “Iskareen” in rot. “Maserati” vorneweg.

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Carsten Kemmling

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