Kapstadt-Rio-Race: Lebenszeichen von “Iskareen” – Start trotz Wetterwarnung

Gegen Start ausgesprochen

Die “Iskareen”-Crew meldet sich aus dem Süd-Atlantik. Nach Tagen unter Try-Segel ist jetzt kurze Hosen-Wetter angesagt. Einige Crews hätten sich gegen einen Start ausgesprochen. Der Wetterdienst hatte gewarnt.

Iskareen

Die Iskareen präsentiert sich vor dem Kapstadt Rio Start. © Iskareen

Mit Bangen hatten die Unterstützer der Hamburger “Iskareen” den stürmischen Start des Kapstadt-Rio-Rennens beobachtet, bei dem die Archambault 34 als kleinste Yacht dabei ist. Am heutigen Morgen meldete sich Sönke Bruhns per Satelliten-Telefon in der Heimat.

Sein Bericht ist auf der Facebook-Seite zusammengefasst: “An Bord ist alles wohlauf und im Wesentlichen heil geblieben– eine verbogene Relingstütze und ein Ausfall von einigen digitalen Anzeigen sind unter den gegebenen Bedingungen nichts Besonderes.

Die Crew segelt heute erstmals bei Sonnenschein bei kurze-Hosen-Wetter, vorher war es eher unfreundlich auf See. Das Steckschott kann erst seit gestern wieder offen gefahren werden, um nicht zu viel Wasser zu übernehmen. Das Schiff ist mittlerweile aber wieder so trocken, dass man „sich gegen eine Wand lehnen kann ohne nass zu werden“.

Iskareen

Letzte Energie-Aufnahme an einem echten Tisch. © Iskareen

In den ersten Tagen gab es bis zu 45 Knoten Wind. Sie wurden teilweise unter Trysegel und Heavy Jib (#4) abgeritten mit „sehr viel Wasser an Deck“. Erschwerend kam in den ersten Tagen ein alter Schwell hinzu, der gegen die Windsee stand und für konfuse Wellenbedingungen gesorgt hat. Die Situation war aber bis auf einen Sonnenschuss einigermaßen unter Kontrolle. Die Tagesetmale liegen zwischen 250 und 270 sm.

Bezüglich der Entscheidung, das Rennen im Hinblick auf die damalige Wettersituation zu starten sagte Sönke, dass sich sein Team dagegen ausgesprochen hat, wie diverse andere Crews auch. Erstmals sei das Rennen auch nicht von einem Schiff der Marine gestartet worden, da diese sich ebenfalls gegen einen Start ausgesprochen hätte. Auch der südafrikanische Wetterdienst hatte vor einem Start gewarnt.

Vor diesem Hintergrund wird sich der Royal Cape Yacht Club als Veranstalter mit Bezug auf die Havarien anderer Boote und mittlerweile 10 Rennaufgaben wohl noch einigen Fragen gefallen lassen müssen.

Kapstadt Rio

Havarist “Isla” wird nach einem Feuer im Maschinenraum nach Kapstadt geschleppt. © Trevor Wilkins

Derzeit liegt „Iskareen“ unter Groß mit A2 Spi bei 10,3 kn an vierter Stelle im Feld. Davor segeln Maserati (Volvo 70), Scarlett Runner (R/P 52) und Explora (Open 60), deren Crew ein aktuelles Video von den momentanen moderaten Segelbdingungen zeigt. Auch berechnet liegt “Iskareen” hinter den drei Yachten auf Platz vier. Insgesamt werden nur noch 22 Yachten im Rennen geführt.

Der Katamaran “Isla” ist nach zweitägigem Schlepp hinter der “Smit Madura” wieder heil in Kapstadt angekommen. Die Crew ersuchte um Hilfe nachdem sie erst einen Wassereinbruch im Maschinenraum und anschließend ein Feuer vermeldet hatte.

Stand nach vier Tagen

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9 Kommentare zu „Kapstadt-Rio-Race: Lebenszeichen von “Iskareen” – Start trotz Wetterwarnung“

  1. avatar SR-Fan sagt:

    Glückwunsch zur Platzierung – besonders unter den Bedingungen – und weiterhin viel Erfolg!

    VG

    PS: Finde ich nur die ganzen Optionen (Wetter, Ranking, Regattaverlauf, …) bei dem Racetracker nicht oder ist der wirklich so 90s?

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  2. avatar martin m sagt:

    Iskareen-Crew hat sich, wie diverse andere Crews auch, gegen einen Start ausgesprochen? Warum sind sie dann gestartet?

    Es wird beim C2R übrigens noch mit kleineren Booten gesegelt: Das kleinste Boot im Feld war bis zu seinem Ausscheiden eine MIURA. Ein 70er Jahre 1/2 Tonner von Berckemeyer, der in Südafrika über 100x gebaut wurde. Dieser Bootstyp bildete früher beim C2R sogar mal eine Einheitsklasse. Aktuell ist das kleinste Boot eine Jeanneau 3200.

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  3. avatar Sui-8 sagt:

    Finde traurig das ein Segler die Regatta mit seinem leben bezahlen musste.

    Viele sprechen von: ja wir wollten, ja eigentlich nicht Starten. Nicht das was wir wollten, sondern was wir machen gilt im Leben. Was auch heisst, jeder Skipper ist für sein Schiff und seine Crew selber verantwortlich, falls er dem Boot oder der Crew die auferlegten Aufgaben nicht zutraut, so sollte er die Wettfahrt nicht Starten.

    Wenn 30. Boote im Hafen bleiben und zu einem späteren Zeitpunkt das Rennen aufnehmen. Sind das dann Loser oder Helden, oder schlicht einfach Skipper die Ihre Crew mit dem Boot kennen!

    – Die Wettfahrtleitung beim MiniTransat 2013, hat die richtig entschieden?
    – Was währe bei einem, . . . . . . . und dä währs, wer übernimmt die Kosten?

    Ein Skipper, oder die Crew die in Kapstadt ins Meer raus segelt, sollte wissen was da draussen ist.
    Wenn ich aber Bilder sehe, nehme an von einen der aktuellen Regatta Teilnehmer, Solarpanele oben auf dem Bimini. So muss ich mich doch verwundert fragen, Karibik-Tages-Tour oder.
    Seid Ihr euch bewusst was Ihr da vorhabt!

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  4. avatar Backe sagt:

    So, lieber “Fastnetwinner”, lieber “Skiffy”, nun haben wir also etwas mehr Klarheit über die strittige Frage in unserer kontroversen Diskussion im “Unglück vor Kapstadt”-Thread:

    Diverse Crews (einschließlich der überaus erfahrenen Maserati-Mannschaft) sprechen sich gegen einen Start aus, die Marine lehnt es sogar ab, wie sonst üblich das Startschiff zu stellen, der Wetterdienst spricht Warnungen aus … und die Organisatoren starten dennoch.
    Und was passiert? Der überwiegende Teil der Teilnehmer, Profis wie Amateure, beißt die Zähne zusammen und segelt…
    Sind die nun alle doof?

    Oder könnte es vielleicht doch sein, dass es – anders als von Euch dargestellt – doch nicht ganz so einfach mit der Zuweisung einer alleinigen Verantwortung an die Skipper ist.
    (Zitat von Fastnetwinner: “Es wird deshalb selbstverständlich von kompetenter Stelle auch keine unangenehmen Fragen geben, und es wird auch kein Skipper die Verantwortung bei jemandem anderen suchen, als bei sich selbst.”)

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    • avatar Fastnetwinner sagt:

      Backe, was kannst Du an “sole” und “exclusive” nicht verstehen?

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      • avatar Backe sagt:

        Was ich daran nicht verstehe? Diese Art von Paragraphenreiterei …

        Mir geht es nicht um irgendwelche Paragraphen, auch nicht um eine eventuelle Haftung … Mir geht es um die moralische Frage dahinter, den gesunden Menschenverstand. Um die mangelnde Professionalität eines Sportveranstalters, der (s.o.) seine Teilnehmer in eine größtmögliche Zwickmühle bringt, indem er sie mit einer – wie wir nun leider erfahren haben – Entscheidung auf Leben und Tod alleine lässt.
        Das zu übersehen, oder in einer selbstgefälligen, besserwisserischen “Was-regt-ihr-Euch-eigentlich-so-auf?” – Pose kleinzureden ist für mich nach wie vor blanker Zynismus.

        Ich denke, wir werden in den nächsten Tagen weitere Meldungen sehen, die sich mit dem “Versäumnis” des C2R-Veranstalter beschäftigen und am Ende erleben, dass die alleinige Verantwortung eben nicht “sole” und “exclusive” bei den Skippern liegt.

        Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 9 Daumen runter 6

        • avatar Backe sagt:

          P.S. zur Begriffsklärung:
          Zynismus ist für mich, zu sehen (oder hier: zu lesen), dass ein Sportler unter dramatischen Umständen ums Leben kommt, und dann etwas von “verweichlichter Gesellschaft” und “Schuld immer bei anderen zu suchen” zu schreiben.
          Zynismus ist ein Mangel an Empathie.

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    • avatar Skiffy sagt:

      Ich will eigentlich gar viel darüber diskutieren. Jeder soll machen was er selbst für richtig hält. Ich kann nur für mich sprechen: Ich wäre bei dieser Wettervorhersage 100% einfach nicht rausgegangen, auch wenn der Papst persönlich den Startschuß gegeben hätte.

      BTW: Als ich noch jünger war, bin ich auch schon mehrfach trotz Startbereitschaft nicht rausgegangen, weil mir die Wetterbedingungen zu rau waren (bin Amateur). Ich kann gar nicht glauben, dass Du das nie hattest und immer nur den Anweisungen der Wettfahrtleitung folgst?

      Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 5 Daumen runter 5

  5. Hmh, Wenn ich das C2R als eines der Highlights in meiner Vita haben möchte und dafür sehr viel Geld und Zeit investiert habe, dann würde ich natürlich auch teilnehmen selbst wenn die Bedingungen problematisch werden könnten (vorausgesetzt ich traue mir und dem Schiff das auch zu). Das ist sicher anders, als ein Aero-Rund oder Rund-Skagen oder die 20h vom Müggelsee … die ich einfach sausen lassen würde …

    Der Vergleich mit dem Mini-Transat hinkt ein wenig, da die Klasse (also Solofeld) nur deshalb so erfolgreich in Frankreich starten kann, da das Sicherheitsniveau sehr hoch ist – auch auf Veranstalterseite – Da wird zwar auch bei 30kn gestartet ABER … sie sind sich dessen bewusst, dass einmal ein zu großes Risiko auch das komplette Ende der Klasse bedeuten kann.

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