Kieler Woche: Offshore Team Germany tauft neue Dehler 30od – Stanjek und Bogacki als Duo

Kurs Olympia

Das Offshore Team Germany setzt auf die neue Klasse Dehler 30od. Robert Stanjek und Morten Bogacki segeln „Humboldt“ bei der Kieler Woche. Start einer Olympia-Kampagne.

Das Offshore Team Germany hat auf der neuen Dehler 30od “Humboldt” den “Adenauer”-Kite gesetzt. © OTG

Das Offshore Team Germany (OTG) gibt weiter Gas, um Deutschland im Kreise der Hochseesegel-Nationen zu etablieren. Seitdem klar ist, dass The Ocean Race (TOR) im Herbst 2021 ausfällt und man ein weiteres Jahr bis zum ersten großen Auftritt überbrücken muss, sind nun weitere Ziele dazugekommen.

DSV-Präsidentin Mona Küppers hat die neue OTG-Yacht vom Typ Dehler 30od auf den Namen „Humboldt“ getauft – in guter Tradition des OTG, das seine Schiffe nach deutschen Pionieren benennt. Die neue Yacht soll nicht nur Robert Stanjek in der Vorbereitung auf das Ocean Race dazu dienen, möglichst viele Offshore-Meilen zu sammeln, sondern sie dient auch als Basis für eine Offshore-Olympia-Kampagne. Dazu hat sich Morten Bogacki nach seinem starken dritten Platz beim Minitransat 2019 bekannt.

DSV-Präsidentin Mona Küppers tauft die Dehler 30od von Jens Kuphal auf den Namen „Humoldt. Robert Stanjek (l.) und Morten Bogacki segeln in Kiel in der Dehler 30od-Klasse. © www.segel-bilder.de

„2020 fahren wir in der Entwicklung unserer Kampagnen mehrgleisig“, erklärt OTG-Teammanager Jens Kuphal. „Unser IMOCA Open 60 ‚Einstein‘ wird in der Werft in Südengland auf die Ausstattung mit Foils vorbereitet. Gleichzeitig entwickeln wir in Kooperation mit anderen TOR-IMOCA-Teams Foils der neuesten Generation, so dass wir nach dem Einbau ein ganzes Jahr mit Team und Boot zur Vorbereitung auf das Ocean Race haben.“

Französisches Vorbild

Daneben wird der IMOCA-Mannschaft um TOR-Skipper Robert Stanjek für diese Saison das Feld bereitet für die sportliche Entwicklung. „Wir orientieren uns am französischen Vorbild, wonach viele der erfolgreichen Imoca-Segler immer wieder auch in der Figaro-Serie engagiert sind. Mit der Entwicklung der Dehler 30 One Design sehen wir die große Chance, dass sich hierzulande ein Pendant entwickeln kann. Wir wollen die entstehende Klasse unterstützen, den neuen Renn-Circuit stärken und natürlich auch für uns nutzen“, sagt Kuphal.

Aus seiner Sicht hat die neue Klassenvereinigung mit der Beteiligung an Shorthanded-Regatten wie den Baltic500, der Kieler Woche oder auch dem Silverrudder die richtige Plattform geschaffen für den Offshore-Nachwuchs in Deutschland.

Eine Strategie, die genau mit den Zielen des OTG zusammenpasst. Denn im künftigen Team zum Ocean Race sollen neben internationalen Hochsee-Experten junge deutsche Segler aufgebaut werden. Skipper Robert Stanjek bildet dafür die Schnittstelle. „Wir haben mit unserem Finn-Ass Phillip Kasüske neben Morten Bogacki schon starken deutschen Offshore-Nachwuchs in die Kampagne integriert. Dieses Team nun in einer neuen Klasse direkt in Deutschland weiterentwickeln zu können, ist eine großartige Chance“, sagt Robert Stanjek.

Die kurzen Wege der Teammitglieder zum Liegeplatz der Dehler 30 One Design an der Ostsee und zu den Regatten ist ein immenser Logistik-Vorteil gegenüber einem Engagement in der Offshore-Szene in Frankreich. So kann das Team kurzfristige Trainingseinheiten ansetzen und mehr Zeit auf dem Wasser als für die Anreise nutzen.

Bogacki plant für Olympia

Morten Bogacki wird ein weiteres großes Ziel angehen. Als Jollensegler mit Erfahrung in einer Olympiakampagne und nun auch großem Hochsee-Rennerfolg nimmt der in Rendsburg arbeitende Radiologe mit dem OTG die Olympischen Spiele 2024 in Marseille in den Fokus.

In vier Jahren wird erstmals Hochsee-Segeln in Zweier-Mixed-Teams olympisch. „Die Mini-Kampagne war ein großartiges Erlebnis für mich. Aber ich habe auch gemerkt, dass ich Offshore-Rennen über drei, vier Tage wochenlangen Solo-Rennen vorziehe. Daher ist die neue Olympia-Disziplin mit einer Zweier-Crew über drei Nächte mit Offshore-Anteil, aber auch Momenten mit Kleinraum-Taktik wie zugeschnitten für mich“, sagt Morten Bogacki, der den Segelsport weiterhin mit seinem Beruf als Klinik-Arzt kombinieren will.

Eine Partnerin dafür ist noch nicht benannt. Vor Kiel will er erstmal zusammen mit Robert Stanjek bei der ersten Dehler 30od Bestenermittlung starten. Immerhin acht Boote sind in der jungen Klasse am Start. Eigner ist OTG-Teammanager Jens Kuphal, der seine Landmark 43 “Intermezzo” bei der ORC-Meisterschaft mit einem 10-köpfigen OTG-Team zum Vizetitel steuerte.

Jens Kuphal segelte mit seiner Landmark “Intermezzo” nach dem Titelgewinn 2019 bei der ORC-IDM diesmal auf Rang zwei. © segel-bilder.de

Das OTG wolle sich daran beteiligen, die neue deutsche Dehler-Offshore-Klasse groß werden zu lassen, bekundet Kuphal. „Die Tatsache, dass zur Kieler Woche schon acht Yachten gemeldet haben, zeigt, wie gut das Projekt ankommt. Ich erinnere mich noch sehr genau, als Kalle Dehler mir die Pläne von der Yacht in seiner Tischlerei gezeigt hat.“Er habe sofort Feuer gefangen hatte. Das OTG wolle künftig, mit seinem Imoca 60, der „Einstein“, an der ganz großen Runde um die Welt teilnehmen, und mit der Dehler 30od an den kleineren Runden in der Ostsee.

DSV-Präsidentin Mona Küppers sagt bei der Taufe: „Der Name ‘Humboldt’ ist unglaublich bedeutungsschwer, spricht für Abenteuer- und, Forschergeist sowie den Aufbruch ins Ungewisse. Das passt: Wir hatten noch nie solch eine Klasse in Deutschland.“

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