Kieler Woche: Politiker entscheiden über “Segeln plus X”

"Kleine Kieler Woche" ganz schön groß

Die Kieler Woche soll nach vielen Jahren wieder im Mittelpunkt des internationalen Regattakalenders stehen. Aber die Ratsversammlung hatte noch nicht zugestimmt. Und nun steigen die Corona-Zahlen.

Kiel und Schleswig-Holstein ist im Vergleich zum Rest Deutschland bisher relativ glimpflich durch die Corona-Krise gekommen. Aber gestern wurden in der Landeshauptstadt zehn neue Fälle registriert. Keine gute Vorgabe für die anstehende Ratsversammlung, die über das Corona-Konzept „Segeln plus X“ der Kieler Woche entscheiden sollte.

Das geänderte Kieler Woche Plakat für den September 2020. Motto:

Es sieht vor, auf das übliche Volksfest zu verzichten und stattdessen den Sport in den Mittelpunkt zu stellen. Für die Segler kein Problem. Die Teilnehmerzahlen in den Klassen wurden zwar begrenzt, aber trotzdem sind nun gut 1000 Boote gemeldet. Besonders die internationale Konkurrenz ist in fünf Olympischen Bootsklassen enorm hoch.

Diesen Zustrom aus ganz Europa könnte man auch als zu großes Risiko werten. Deshalb haben die Organisatoren heute sehr gespannt zum Kieler Rathaus geblickt. Aber dort stimmten die Politiker heute mit großer Mehrheit dem Konzept zu, das insbesondere auch die deutlich abgespeckten Festivitäten betrifft.

“Falsches Signal”?

Laut Kieler Nachrichten stimmte allein die Linke dagegen und bezeichnet die Veranstaltung zu Corona-Zeiten als „ein völlig falsches Signal“. Die SPD äußerte sich “beeindruckt vom Sicherheitskonzept“, die CDU betonte, dass man auch Zeit für Freude bräuchte, die Grünen lobten die geplanten live Streams der Musik-Veranstaltungen, FDP sieht „das richtige Zeichen“.

Chef-Organisator der Kieler-Woche Philipp Dornberger sagt gegenüber der KN: „Wir sind uns mit allen Partnern der Verantwortung bewusst“. Es bleibe aber ein Restrisiko. Einzelne Veranstaltungen oder sogar die ganze Kieler Woche könnte jederzeit abgesagt werden. Es gehe nun aber darum, ein positives Signal zu setzen.

Live-Konzerte werden auf maximal 500 Besucher beschränkt. Nutzer könne im Internet personalisierte Tickets für höchstens fünf Veranstaltungen buchen. Unter dem Motto „Eine Bühne – eine Stadt“ sollen Konzerte an besonderen Orten und vor kleinem Livepublikum stattfinden. Zusätzlich können Besucher die live Acts in Open-Air-Kinos  miterleben oder per Stream dabei sein.

Das Budget der Kieler Woche soll drei Millionen Euro betragen und könne diesmal kaum refinanziert werden. Die Stadt Kiel übernimmt die Kosten.

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

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