Knarrblog: Alster Drachen-Auftakt mit Höhen und Tiefen

Gucken, atmen und genießen

Böige Winde auf der Alster. Jan Woortmann und Volker Kramer kommen mit dem Deutschen Meister Phillip Dohse an Bord bestens zurecht und gewinnen zwei Läufe. © Walter Beetz

Wir sind etwas früh auf dem Wasser. Das mag uncool und aufgeregt wirken. Diese Frühjahrsregatten sind ja nun keine Olympiaqualifikation. Im Drachen geht alles etwas gediegener zu. Aber es dauert etwas, bis sich in dem schweren Pott auch nur annähernd etwas Leichtigkeit erfühlen lässt.

Erster in Luv, was für ein Auftakt

Dann geht plötzlich alles sehr schnell. Ein paar Huptöne, eine riskante Wende vor einem sehr spitzen Bug und raus auf die rechte Bahnseite. Geht eigentlich gar nicht bei dieser Süd-Windrichtung, sagen die Revier-Füchse später beim Bier. Diesmal aber doch. Erster an der Luvtonne, das ist mal ein Auftakt.

Aber das Rennen wird zäh. Vorwind die falsche Seite, fünf oder sechs rutschen durch, wars das schon mit dem Hochgefühl? Geht’s jetzt ab nach hinten? Aber nach drei soliden Kreuzen ist Platz zwei gesichert. Der Sieg mag auf dem kurzen 300 Meter Stück nicht mehr drin sein. Eigentlich.

Das SR-Team ordentlich positioniert nach der Luvtonne nach einer heftigen Rechtsdrehung. © Walter Beetz

Die Jungs voraus bekommen an der Leetonne das bunte Tuch nur mit Schwierigkeiten rein, es hängt vom Bug. Und schwupps vor der Ziellinie rutscht es ins Wasser, macht den Treibanker. Aufschießer ins Ziel, es reicht um ein paar Zentimeter für den Sieg. Die Freude hält sich in Grenzen. So will man eigentlich nicht gewinnen, aber manchmal läufts eben.

Man sollte diese Momente genießen. Schon das zweite Rennen verläuft deutlich zäher. Diesmal geht rechts garn nix. Gut 20. an der Luvtonne, aber gut gekämpft, peu a peu nach vorne gesegelt, Platz acht fühlt sich klasse an.

Bloß nicht zu viel grübeln, einfach machen. Leichtigkeit ist Trumpf.  Aber die ist schon am Sonntag verflogen. Kopfschmerzen nach dem Aufstehen. Mit dem falschen Fuß aufgestanden? Alles wird zäh. Ich höre mich meckern, fluchen, sogar stampfen.

Luck oder Kack

Der Wind hat westlicher gedreht, die gesamte Länge der Alster wird zum Spielfeld. Wie war das noch links oder rechts? Man muss sich entscheiden. In der Mitte geht gar nichts. Also links. Und das Feld rutscht rechts rüber. Also noch weiter links. Luck oder Kack. Siehe da, die Kippe setzt doch noch ein. Zweiter an der Luvtonne. Wow!

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

4 Kommentare zu „Knarrblog: Alster Drachen-Auftakt mit Höhen und Tiefen“

  1. avatar Matze sagt:

    Bitte mehr! Toller Bericht.

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 12 Daumen runter 0

  2. avatar Ballbreaker sagt:

    Toller Bericht!

    Macht Lust auf mehr!!!

    Und alle Achtung: über 40 Drachen am Start, Respekt!

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 5 Daumen runter 0

  3. avatar Lyr sagt:

    wieder mal ein erstklassige Wortwahl Carsten! 🙂 Wann kommt eigentlich dein erster Roman über die Seglerwelt raus? 😉

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  4. avatar Wilfried sagt:

    prima Bericht Carsten, aber wie lange lassen die dich in Hamburg denn noch mit DYC starten?

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