Knarrblog: Uli Breuer taucht an der Spitze der Finn Dinghy Masters WM auf

Name aus der Vergangenheit

Sabine Breuer mit Helm an der Leetonne der Masters Worlds. © Dianthe Chirino

Die Finn Dinghy Szene wundert sich über einen Mann von der Rurtalsperre bei Aachen, der bei der Masters WM in Punta Ala nach drei Tagen im Feld der 278 Boote die Serie 1/2/2/1/1 hingelegt hat. Uli Breuer.

Er wird in der Presseerklärung als 55-Jähriger Grand Master bezeichnet. Aber da mag der Junge entweder geschummelt haben, oder der Pressemann hat etwas durcheinander bekommen. Zehn Jahre jünger sollte er sein.

Denn es dürfte wenige Uli Breuers vom Yacht Club Rursee geben, die in der Lage sind quasi aus dem Stand an der Finn Masters Spitze zu segeln. Mit dem, den ich kenne, habe ich einmal die deutsche Opti Rangliste angeführt. Hinter ihm natürlich. Gefühlt vor dem Krieg, aber es war wohl 1979. Daraus ergab sich eine Einladung zu einer Mega-Regatta auf Menorca. Das erste Mal alleine von zuhause weg. Spannend.

Bei der Deutschen Meisterschaft in Berlin übrigens schafften wir es nur auf zwei und drei. Damals schnappte uns Susanne Meyer den Titel weg. Erstmals lag ein Mädchen vorne. Heute mag man sich daran gewöhnt haben. Aber damals gab es kaum Mädels bei den Optis. Und wir Bengels fanden das überhaupt nicht witzig. Meyer wurde danach immerhin zweimal 470er Weltmeisterin.

Es eng zu bei den fast 300 Finn Dingies, die zur Masters WM in Punta Ala starten. © Dianthe Chirino

Dieser Uli Breuer also gehörte danach unter anderem als WM-Zweiter zu den besten Europeseglern der Welt. Wir absolvierten einige Trainingslager in Mallorca, er in der Europe, ich im Laser und stritten darüber, wer den verdammten Bus mit den Schiffen schleppen musste und wer fliegen durfte. Danach kreuzten sich die Wege nicht mehr.

Er tauchte noch einmal als Pirat- Europameister auf, als Deutscher Meister in der Dyas und segelte wohl auch Starboot. Aber nun sitzt er im Finn. Das Idealgewicht liegt immerhin knapp über 90 Kilo. Das dürfte darauf hindeuten, dass er sich nach der Europe auch körperlich in diese Richtung zum, sagen wir, stattlichen Mann entwickelt hat. So wie unsereins, der auch langsam das FD-Vorschoter Traumgewicht erreicht, das damals nur durch intensives Krafttraining in Reichweite rückte.

Uli erklärt in der Finn-Presseerklärung, dass er lange Zeit zusammen mit seiner Frau Sabine segelte. Als Opti-Eltern seien sie dann aber kaum noch selber auf das Wasser gekommen. Das sei nichts für ihn gewesen und er habe sich schließlich nach einem Einmannboot umgesehen. Laser und Finn seien in Frage gekommen, aber Laser sei nicht sein Ding.

Start bei der Finn Dinghy Masters WM. Das Mega Feld ist in vier Gruppen unterteilt. © Marina Prinzi

Nach einem von der deutschen Finn Klassenvereinigung organisierten Testsegeln sei er von dem Schiff begeistert gewesen. Inzwischen konnte er auch seine Frau mit in die Klasse bringen. Sie schlägt sich in Punta Ala wacker auf Platz 248.

“Ich habe bisher nur sieben Regatten mit einem Finn bestritten. Aber mein Ziel war es, hier die Top Ten zu erreichen.“

Uli liegt trotz der erstaunlichen Serie nur auf Platz vier. Denn die Mega-Flotte ist in vier Gruppen aufgeteilt worden. Der tschechische Titelverteidiger Michael Meier konnte bisher alle seine fünf Rennen gewinnen.

Blöd lief es bisher für den mehrfachen Titelträger André Budzien. Nach 4/1/1 startete er einmal zu früh und gab im letzen Rennen wegen einer Wegerechtsverletzung beim Start auf. Das hat ihn weit zurück geworfen.

Uli ist noch dran. Richtig ernst wird es aber erst, wenn er in der Goldflotte gegen die Guten antreten muss. Viel Erfolg dabei!

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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2 Kommentare zu „Knarrblog: Uli Breuer taucht an der Spitze der Finn Dinghy Masters WM auf“

  1. avatar Uwe sagt:

    “Das dürfte darauf hindeuten, dass er sich nach der Europe auch körperlich in diese Richtung zum, sagen wir, stattlichen Mann entwickelt hat.”

    Im Mai 2011 sah Uli folgendermassen aus: http://www.finn-dinghy.de/name-aus-der-vergangenheit/

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  2. avatar Uwe sagt:

    .. und hier sehen wir Uli Breuer, dem wir zu einem hervorragenden 3. Platz gratulieren – rechts im Bild – bei der Preisverteilung: : http://www.finn-dinghy.de/finn-world-masters-day-five-clean-sweep-for-michael-maierr/

    Am Start waren bei den Masters übrigens 282 Finnsegler aus 28 Nationen.

    “About the event: The 2011 Finn World Masters has attracted more than 300 entries from 28 nations worldwide. The Finn World Masters was first sailed for in 1970 with 18 boats competing. It has grown in size almost every year and the entry in 2011 is the largest ever entry for a Finn regatta. There
    are four categories of sailors: Master (40-49), Grand Master (50-59), Grand Grand Master (60-69) and Legend (70+). The defending World Masters Champion is Michael Maier (CZE) after winning the title for a second time last year in Split, Croatia.”

    Quelle: http://www.finnclass.org

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