Route du Rhum: Franck Cammas siegt mit “Groupama 3”

Kleiner Mann besiegt Monster-Multi

Franck Cammas neben seinem Monster-Mast. © AFP/Route du Rhum

Franck Cammas (38) hat mit seinem 31,50 Meter großen Trimaran “Groupama 3″ klar die neunte Route du Rhum gewonnen. Er lief nach neun Tagen und drei Stunden in Pointe à Pitre auf Gouadeloupe ein. Damit lag er rund zehneinhalb Stunden vor Francis Joyon der mit seiner „IDEC“.

Cammas ist der Größte, einer der großen Segelstars dieser Zeit. © AFP/Route du Rhum

Der 54-Jährige hält seit 2008 den Einhand Weltrekord auf dem Kurs um die Welt mit 57 und 13,5 Stunden. Er fing kurz vor dem Ziel noch Thomas Coville mit „Sodebo“ ab, der in den letzten beiden Tagen von Norden her nach Gouadeloupe kreuzen musste.

Der Sieg von Cammas ist keine Überraschung. Er hat das schnellste Schiff und das größte Budget. Aber es ist kaum für möglich zu halten, wie man ein solches Geschoss wie „Gropama 3“ einhand bedienen kann, ohne auf Maschinenkraft zu vertrauen.

Der König hält Hof. Das Interesse der französischen Medien ist enorm. © AFP/Route du Rhum

Der Monster-Tri ist von ihm immerhin in 48 Tagen und 8 Stunden um die Welt zu einem neuen Fabelrekord gepuscht worden. Aber dabei waren weitere neun Crewmitglieder an Bord. Ihre Arbeit musste er diesmal miterledigen.

Francis Joyon ist der Gegenentwurf zu Cammas. Für den erfahrenen, schweigsamen Salzbuckel ist Platz zwei ein großer Erfolg. © AFP/Route du Rhum

Deshalb sei es manchmal etwas frustrierend gewesen, das Schiff nicht mit 100 Prozent segeln zu können, sagt der Franzose  nach dem Zieleinlauf. Schließlich hatte er auch aus Sicherheitsgründen den Mast etwas gekappt.

Gouadeloupe hält ein Feuerwerk für Joyon bereit, nachdem "IDEC" kurz vor dem Ziel noch Thomas Coville überholt hat. © AFP/Route du Rhum

Aber so überlegen, wie es der Sieg glauben macht war das Schiff nicht allein. Zu Beginn des Rennens lagen die großen Multihulls noch eng beisammen. Doch Cammas fand eine optimale Spur im Süden des Azoren Hochs vorbei. Er ist einfach gut gesegelt.

Den erwarteten Rekord konnte er allerdings nicht abliefern. Den hält immer noch Lionel Lemonchois mit seiner kaum fast halb so langen „Gitana 11“  mit 17 Tagen und 17 Stunden. Das zeigt, wie schwierig die Bedingungen in diesem Jahr waren.

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Carsten Kemmling

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