Knarrblog: Bei der NRV Drachen-Mittwochsregatta über den Schlick gerutscht

Aufgelaufen

Gaanz sanft schiebt sich der Kiel in den Schlick. So vorsichtig, dass man den Speed-Verlust gar nicht wahrhaben will. Kann doch nicht sein. Eben sind wir hier auch vor dem Cliff-Café entlang geschrammt und es war der Bringer.

Peinlich! Aufgelaufen vor dem Cliff-Café. © Walter Beetz

Peinlich! Aufgelaufen vor dem Cliff-Café. © Walter Beetz

Gut, die Jungs unkten noch, dass sie zwei Blodinen den Cappucino vom Tisch hätten greifen können. Und ich fand mich vielleicht auch ein kleines bisschen cool, so eng an dem voll besetzten Steg vorbei zu rutschen. Aber auf der Kreuz im engen nördlichen Alster-Arm geht es bei der Drachen-Mittwochsregatta eben darum, möglichst wenig zu wenden.

In der zweiten Runde haben wir noch geunkt, dass Freund Wortmann kürzlich hier irgendwo aufgelaufen war und uns einen ersten Platz überlassen hatte. Der Mann saß dort bis zum Ende des Rennens auf Schiet, bis ihm jemand geholfen hat. Herrlich diese Schadenfreude. Aber das war doch gaaaanz woanders.

Von wegen. Eben kämpfen wir uns schön im 23 Boote Feld auf Platz drei vor, und wollen mit diesem langen Bananen-Schlag unter Land den Platz sichern, da fühlt sich der Dampfer so schwerfällig an, ruckelt kurz und steht. Hmm.

Was jetzt? Krängen hilft nicht. Der “Dragonheart” würde uns noch weiter auf den Schlick rutschen. Ich überlege, kurz auszusteigen und zu schieben. Aber vor den ganzen Leuten die uns erwartungsvoll ansehen? Diese Show muss dann auch nicht sein.

Warten, bis Hilfe per Mobo kommt? Von wegen. Am Steg reicht jemand am langen Arm ein Paddel herüber und will uns daran zurückziehen. Netter Versuch, aber 1700 Kilos bewegt man nicht so eben. Vielleicht funktioniert es per Leine. Bloß woher nehmen?

Ich fädel die Großschot aus, werfe sie zu den freundlichen Helfern und versuche mich gegen den Zug zu stemmen. Wow, die Jungs haben echt Bums. Ich kann es nicht halten. Besser, den Winkel verändern. Wenn sie es schaffen das Heck zu drehen, könnte der Bug durch den Wind gehen.

Das ist es. Die Kiste dreht sich, Genua back, etwas gekrängt und schwupp, weiter gehts. Gerade noch rechtzeitig bevor uns Wettfahrtleiter und NRV Sportchef Klaus Lahme mit dem Motorboot erreicht. Er hat seinen Spaß, besonders weil 470er Olympionikin Kathrin Kadelbach als Superviser an Bord ist. Sie wollen mit aufmunternden Sprüchen helfen.

Dabei können wir – wenn auch wenig glaubhaft – klar machen, dass fast nichts passiert ist. Gut, die Wende unter Land dauerte etwas lange und kostet etwa sieben Boote. Aber schließlich rauschen wir noch auf Platz sechs vor und halten den Schaden in Grenzen.

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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9 Kommentare zu „Knarrblog: Bei der NRV Drachen-Mittwochsregatta über den Schlick gerutscht“

  1. avatar T.K. sagt:

    Ähhh fremde Hilfe und dennoch 6. Platz. Is aber nicht so gaaaaaanz regelkonform – oder? TZTZTZ

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  2. avatar John sagt:

    RRS 41?

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  3. avatar SB sagt:

    Dafür ist eigentlich das RAF gedacht…

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  4. avatar Uwe sagt:

    “…fast nichts passiert”

    Das wär’ ja untypisch und auch irgendwie langweilig !

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  5. avatar alex sagt:

    sag ma Carstenl, daß muss man mit nem Drachen doch vom Bier holen im Cliff wissen, daß man da nur eben mit der Nase an den Steg kommt und sich dann wieder ordentlich aus dem Schiet abstoßen muß 😉

    Gruß aus Oostende
    Alex

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    • avatar Manfred sagt:

      Was für “Angeber”: Am NRV, der bekanntlich auch einen Zapfhahn hat ablegen und 300m gegenüber großkotzig mit nem Drachen vorfahren um drei Bier zu holen. Dann noch jung, blond und nen APCisten Pullover. Das hebt das Image für den Segelsport… schlagt mich, ich mein ja nur…

      Freut mich lieber Carsten, das es weitergeht mit den Mittwochsregatta Geschichten. Immer gerne gelesen.

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