Knarrblog, Class40 WM Interview: In Führung die Tonne falsch gerundet…

Shit happens

Vor dem ersten Class 40 WM Rennen in La Rochelle:
Nach den ersten beiden Läufen vor der La Rochelle Schleuse:

Es hätte so schön werden können. Gut 300 Meter Führung an der vorletzten Tonne, ein kurzer Blick zurück, um sich an der achteraus liegenden Konkurrenz zu ergötzen, dann der Alptraum. Die Kollegen runden die Fahrwassertonne des Inshore-Kurses anders herum.

"Mare" mit einer etwas ungeordneten Tonnenrundung und dem Spi noch auf dem Vordeck aber mit großer Führung. © www.facealamer.fr

“Mare” mit einer etwas ungeordneten Tonnenrundung und dem Spi noch auf dem Vordeck aber mit großer Führung. © www.facealamer.fr

“Äh, Pierre?” Unser Taktiker wird aschfahl im Gesicht, stürzt unter Deck zum Computer und checkt den Kurs. Der ärgerliche Schrei bedeutet nichts Gutes. Ich reiße die Pinne herum, zurück zur schwarzgelben Kardinaltonne, ein Doppelkreisel mit verdrehter Genua und schwupps sind fünf Class 40 durchgerutscht.

Pierre ist konsterniert, schlägt Hände vor das Gesicht. Jörg unterdrückt einen Ausbruch, alle versuchen mit dem aufsteigenden Frust klarzukommen. Es ist der Super Gau. Aber hilft ja nichts. Ich klappse Pierre auf die Schulter. “Shit happens…” Der Junge kann einem leid tun. Dabei hat er mit seinen Calls heute sehr oft sehr richtig gelegen. Auch wenn wir hartnäckig an der deutsch-französisch-englischen Kommunikation arbeiten müssen, damit ich seine Gedanken verstehe.

Segeln in Frankreich ohne Brimbamborium. WM Eröffnung in einer vollgemüllten Werfthalle.© SegelReporter

Segeln in Frankreich ohne Brimbamborium. WM Eröffnung in einer vollgemüllten Werfthalle.© SegelReporter

Weiter geht’s. Jeder Punkt zählt. Und wirklich. Auf dem letzten kurzen Vorwind schnappt sich “Mare” noch die Amerikaner. Ein gutes Zeichen. Die Moral stimmt.

So hören sich Plätze 4/5 von 17 Booten nach dem ersten Tag auch eigentlich nicht so schlecht an. Aber gefühlt ist es eine fiese Niederlage. Denn auch im ersten Rennen lagen wir auf dem letzten Vorwind noch auf Rang zwei bis zwei Gegner durchrutschten.

Egal, weiter. Acht Rennen sind zu fahren. Da muss noch was gehen. Der Speed sollte passen, auch wenn das neue Tyker Verdier Design von dem einarmigen Bruno Jourdren (4. bei den Paralympics im Sonar) sehr überzeugend mit 2/1 in die WM gestartet ist.

Ergebnisse

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Bootsmann Pierre Denjean steuert "Mare" im Dunkeln aus La Rochelle. © SegelReporter

Bootsmann Pierre Denjean steuert “Mare” im Dunkeln aus La Rochelle mit der unvermeidlichen Segler-Franzosen-Fluppe im Mundwinkel.. © SegelReporter

Brücken- und Schleusenöffnung in La Rochelle um 7 Uhr morgens wegen der Tide. Wer den Zeitpunkt verpasst, kann nicht segeln.  © SegelReporter

Brücken- und Schleusenöffnung in La Rochelle um 7 Uhr morgens wegen der Tide. Wer den Zeitpunkt verpasst, kann nicht segeln. © SegelReporter

 

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Carsten Kemmling

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Ein Kommentar „Knarrblog, Class40 WM Interview: In Führung die Tonne falsch gerundet…“

  1. avatar Friedrich sagt:

    Jung’s, gebt Gas! Tolle Berichte, klasse, wir fiebern mit! Und nicht unterkriegen lassen, Carsten, immerhin bist Du an Bord geblieben. So eine Reling ist doch gar nicht so blöd mit über 40. Und auch ohne Mütze geht das doch ganz gut 😉

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 4 Daumen runter 0

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