Knarrblog: J/70 im Norden – Intensive Rennen und hartes Alster-Training

Zwischen Liga und Klasse

Die J/70 Klassenregatten im Norden schwächeln in der ersten Ranglisten-Saison noch etwas. Aber wir waren in Kiel, Berlin und Glücksburg. Es gibt viele Impulse, die auf noch mehr Wachstum hoffen lässt.

Es gibt den Italiener Gianluca Vacchi, der seine Luxus-Törns auf einer Brenta zum exklusiven Posing nutzt.

Der Skipper beim Frühsport auf seiner Brenta. © Vacchi

Und es gibt Florian Thölen, unseren J/70 Vorschiffsmann, der beim Training manchmal einfach nicht ausgelastet ist:

Die Ähnlichkeit ist unverkennbar, aber Flo ist sicher der bessere Segler, würde den Italiener bodytechnisch schlagen, hat nicht so viele hässliche Tatoos auf dem Rücken, und das Beste: Er mag süße Hunde-Videos!

Wir haben nun das vierte Wochenende hintereinander zusammen mit David Heitzig an Bord von Klaus Brinkbäumers neuer J/70 verbracht. Unser Steuermann hat seinen 505er in dieser Saison gegen das Kielboot getauscht und fühlt sich darauf deutlich besser aufgehoben. Schließlich ist der ehemalige Volleyball-Leistungssportler (siebenfacher Jugend-Meister mit dem USC Münster) mit seinen zwei Metern Körperlänge weit von den Fiven-Optimal-Maßen entfernt.

Schönes Finish in Glücksburg. © Sven Jürgensen

Nun ist er durchaus konkurrenzfähig. Bei der MAIOR lief es sportlich zwar noch bescheiden mit Schaden, Sturm und schlechter Sicht, in Berlin glückte dann unerwartet der späte Sprung aufs Treppchen und Pfingsten in Glücksburg ein knapper Sieg gegen die Flensburger und Blankeneser Erstliga-Teams.

Erste echte Ranglisten-Saison

Dabei muss man anmerken, dass die Meldelisten im Norden nach der MAOIR (23 Boote)  mit zuletzt je 11 Crews nicht besonders üppig besetzt waren. Und so haben wir das Event in Kiel am Wochenende mit nur sechs Booten abgesagt. Aber es ist eben die erste echte Ranglisten-Saison der jungen J/70 Klasse, und der Fokus liegt bei vielen ambitionierten Teams immer noch auf der Segelbundesliga.

Zweikampf mit dem Team von Jan Hauke Erichsen. © Sven Jürgensen

Die Struktur muss sich erst entwickeln. Und es ist für viele mühsam, den Anforderungen der Klassen-Regeln zu entsprechen. Man darf nicht so ausreiten wie in der Liga und muss jede Menge Ausrüstung an Bord haben, wie zum Beispiel einen Motor.

Eine Lockerung dieser Anforderungen zumindest bei kleineren Regatten auf Seen würde helfen. So waren die drei Regatten nach Liga-Format in Hamburg und Berlin im Frühjahr ordentlich besucht.

Knapper Sieg vor den FSC- und BSC-Teams. © Sven Jürgensen

Boote sind ausreichend vorhanden. Am Bodensee hat das Battle im April immerhin 30 Boote auf die Meldeliste gebracht. Und zur Kieler Woche sind bis jetzt 45 Boote gemeldet. Die Klasse wächst weiter.

Helga Cup belebt die Klasse

Dafür sorgt insbesondere auch der Helga Cup. Gerade vor dem Event am Wochenende haben die gemeldeten Frauenteams den J/70-Chartermarkt abgegrast. Von den angekündigten 80 Teams sind zwar dann doch nur 62 auf der Meldeliste verblieben, aber der Enthusiasmus ist nach wie vor so groß, dass einige Crews den Verbleib in der Klasse erwägen und sich ein eigenes Schiff zulegen wollen.

Eine Menge Alarm an der Startlinie beim Alster Training. Die Helga-Mädels geben Gas. © Sven Jürgensen

Das hat auf der Alster zu mächtig Betrieb an der Startlinie geführt. Die Lübecker hatten zum Liga-Training geladen und kurze Kurse ausgelegt, so wie es dieser Tage eine Woche vor dem nächsten Liga-Event auf vielen Revieren in Deutschland passiert.

Ein geniales Wochenende mit Sonne und Wind. Es wurde vielleicht manchmal etwas lauter als sonst auf dem Wasser, aber so viele strahlende Gesichter und freudiges Gelächter hört man sonst selten auf den Stegen in Hamburg.

Spreader-Mark-Rundung in Glücksburg© Sven Jürgensen

Das “Brooklyn”-Team im hohen Norden. © Sven Jürgensen

© Sven Jürgensen

 

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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Ein Kommentar „Knarrblog: J/70 im Norden – Intensive Rennen und hartes Alster-Training“

  1. avatar TK sagt:

    No hate, aber in Flensburg ist der MSC Dritter geworden, nicht der BSC.
    Mensch Carsten, du kennst uns doch 😉

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