Knarrblog: Mastbruch beim Drachen Saisonstart

+++ Schreck in den Gliedern +++

Der kaputte Mast wird ausgekrant:

Die Saison startet mit einem Mastbruch bei der Drachen Frühjahrs-Verbandsregatta auf der Alster. Eine schwere Kollision im Vorstart killt unseren alten Alu-Spargel.

Drachen Mastbruch

Der Drachen liegt mit geknicktem Mast am Steg, der Rest der Flotte kommt an Land. © SegelReporter

Links, oder rechts starten? Es ist mal wieder richtig schwierig auf der Alster. Im 10 Minuten Rhythmus kippt der Wind gut 20 Grad auf die verschiedenen Seiten. Noch 1:30 zum Schuss, die Entscheidung muss jetzt fallen. Also gut, lasst uns zum Pin End nach Lee schrubben. Sieht zwar gerade nicht so gut aus, aber der Kipper kommt dann bestimmt noch…

Plötzlich weiten sich die Augen von Dirk “Pass auf…!” “Kraaaaach.” Ein weißer Bug schiebt sich den Backbord Süll hoch. Gelcoat splittert. Die Bugspitze knallt ins Unterwant und gegen den Mast.

[ds_preview] (Ab hier Text für SR-Club-Mitglieder)

Drachen Mastbruch

Ein Wunder, dass der Spargel noch bis an Land gehalten hat. © SegelReporter

Der Schreck fährt in die Glieder. Was hab ich falsch gemacht? Wo kommt dieses Boot plötzlich her? “Sorry Männer, ich habe nicht aufgepasst”. Christopher Opielok steht der Schock ins Gesicht geschrieben. Mit Wind von Backbord ist er uns in die Seite gefahren. Er war gut unterwegs schon an diesem Tag. Erstes Rennen gewonnen, zweites auch Okay und nun das…

Ich bin immer noch im Rennmodus. Kein Loch im Schiff, alle Menschen an Bord, weiter geht’s. Der Start Countdown läuft. Dann starten wir eben in Luv. Aber irgendwie sieht das Groß so komisch aus. Kein Druck mehr im Rigg. Fiese Falte im Segel.

Drachen Mastbruch

Der Schaden an der Deckskante. © SegelReporter

Dann checke ich auch den Riss im Mast. Knapp über dem Lümmelbeschlag ist das Alu gespalten. Das wird wohl nichts mehr. Pfffft, so langsam geht der Druck aus dem Kessel. Mist. Da müssen wir wohl an Land.

Toll, wie fair sich die Jungs verhalten. Sie segeln mit uns in den Hafen. Müssten sie gar nicht. “Ihr bekommt unseren Mast für morgen”, rufen sie rüber. Von wegen. Das wollen wir nicht annehmen. Vielleicht hat noch jemand einen Ersatzmast. Aber passt der dann auch in unseren 25 Jahre alten Petticrow Drachen?

Wir sind noch gar nicht richtig an Land geflattert – das Groß will nicht mehr am Mast herunter –  da steht schon ein Tablet mit drei Biergläsern am Steg. “Tut uns wirklich leid”, sagt Opie noch mal. Aber wir sind ihm nicht böse. Das nächste Mal passiert uns so etwas. Immerhin kreuzen fast 50 Drachen bei der Frühjahrs-Verbandsregatta auf dem Bahn. So viele, dass diesmal Gruppensegeln angesagt ist.

Der Schaden am Mast:

Aber schließlich meint es das Schicksal gut mit uns. Ein Ersatzmast, der auf unser Boot passt, ist schnell aufgetrieben. Wir müssen uns um das Aufstellen nicht kümmern, die Versicherungsdaten werden ausgetauscht, wir bekommen nach der fälligen Protest-Verhandlung noch eine Wiedergutmachung für das ausgefallene Rennen – Mittel der ersten beiden Läufe, die wohl so um Platz sechs lagen – und morgen dürfen wir noch mal aufs Wasser.

Drachen Mastbruch

Mastschaden. © SegelReporter

Stark wie die Drachensegler zusammenhalten. Als sporadischer Alstersegler mag ich mich gar nicht richtig dazu zählen. Aber dieser Ablauf ist schon eine Werbung für die Klasse.

Mann wie aufregend. Fast ein wenig zu viel für den ersten Regattatag auf dem Wasser. Was soll diese Saison da bloß noch alles bringen?

 

Die Drachenflotte kommt nach drei Rennen an Land:

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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