Knarrblog: NRW Cup mit dem virtuellen Segelteam

Vatertag mit der Männer-Gruppe

Team Extra Dry nach getaner Arbeit beim NRW Cup in Lelystad am IJsselmeer. © Extra Dry

Das letzte Mal trafen wir uns am Klo. Auf allen Vieren. Team Extra Dry regattierte vor zwei Jahren im Sturm Rund Rügen und gab alles – was es vorher zu sich genommen hatte. Logisch, muss man denken. Würfelhusten passiert eben, wenn sich Computersegler in allzu reale Wellen stürzen.

Extra Dry ist der amtierende Teamrace-Vize-Weltmeister beim Bedienen der Taktik-Simulation Virtual Skipper (VSK), immer noch die beste Echtzeit Internet-Segel-Software der Welt. Aber klar, dass Online-Nerds, die normalerweise ihr Schiff mit Tastatur und Maus über den Bildschirm lenken, anfällig gegen echte Unbilden sind. Ja ja, so’n Quatsch.

Nun nach zwei Jahren haben wir nämlich herausgefunden, dass damals irgendetwas mit Harmens Tomatensuppe schief gelaufen sein muss, oder mit den Makrelen oder dem Bier. Wie auch immer, das Erlebnis mit dem Charterschiff ist vergessen, und jetzt hat sich die Truppe von damals beim Stichwort „real sailing“ wieder zusammen gefunden.

Der NRW-Cup in Lelystadt am Ijsselmeer steht auf dem Programm. Schon viel davon gehört, noch nie mitgemacht. Ein heimeliges Gefühl stellt sich ein, weil auf den anderen Booten ein  wird wie im Umfeld meiner alten Duisburger Heimat.

Vatertag mit der Männertruppe

Logistisch ist die Veranstaltung viel einfacher zu machen als damals das Rund Rügen Rennen. Denn Harmen der Holländer hat inzwischen seine Dehler 29 gegen eine 39 am Schokkerhavn getauscht, sie noch schnell nach ORC vermessen lassen, die Sprayhout abgebaut und zünftig eingekauft. Vatertag mit der Männer-Truppe, das wird ein Spaß.

Ein Wunder, dass sie mich überhaupt mitnehmen. Materialprobleme haben mich die virtuelle Winter-Saison verpassen lassen. VSK läuft nicht auf dem neuen Rechner, keine Ahnung warum. Bisher gab’s keine Zeit für die Problemlösung.

Aber ein hochkarätiger Ersatzmann sprang ein. Der 20-Jährige Wirtschaft-Student Lucas aus Dänemark verjüngt das Team dramatisch. Der Yngling und Match Race Segler wird von seinem Vater in Lelystad vorbei gebracht. Der zwölfjährige Bruder segelt in Workum eine Opti Regatta.

Virtueller Segel-Star

Ich bin gespannt auf Lucas. Wie macht sich der Jungspund zwischen uns Säcken, die sich teilweise schwer der 50 nähern? Außerdem ist der Junge unter dem Kampfnamen Rakosi ein Star bei den virtuellen Langstrecken-Seglern. Er gewann die sechste Etappe beim Volvo Ocean Race Online Spiel gegen 200000 Konkurrenten und gewann als Preis eine Reise zum Etappenstopp nach Brasilien eingeladen. „War cool“, sagt Rakosi.

Viel mehr ist dem spröden Skandinavier anfangs nicht zu entlocken. Umso hübscher ist die Geschichte, wie er im Winter bei der Yngling WM in Sydney schuldlos ein mächtiges Loch in das Schiff des australischen Clubpräsidenten fuhr.

Auch Extra Dry Team Kapitän Matze, Oberarzt aus Hamburg, hat sich auf die virtuelle Hatz um die Welt begeben. Als Casino ist er immerhin bester Deutscher unter den Top 30 verflucht aber schon den großen Zeitaufwand, den die Nonstop-Etappen erfordern. In den entscheidenden Phasen müsse man durchaus nachts aufstehen, wenn man mithalten will.

Jan, der Mathematiker aus Rostock, der viel auf den Speedsailing Volvo60s seines Vaters segelt, trimmt die Großschot und eigentlich sollte der ehemalig Korsar-Segler Uwe noch dazu stoßen. Der Arzt aus Steinhude hatte fest zugesagt, aber eine Yacht-Überführung in der Nordsee viel heftiger aus, als geplant. Er muss sich erholen.

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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Ein Kommentar „Knarrblog: NRW Cup mit dem virtuellen Segelteam“

  1. avatar Lyr sagt:

    War ja wohl der beste Gennaker-Start (im Video), den die Welt gesehen hat 😉

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