Laser Radial WM: Svenja Weger ist zurück – Deutsche Frauen Power auf dem IJsselmeer

Grandioser Tag

Vor drei Jahren holte Svenja Weger im zarten Alter von 20 Jahren sensationell den EM-Titel im olympischen Laser Radial, tauchte dann aber ab. Nun ist sie zurück und hat eine große Schwäche ausgebügelt.

Svenja Weger

Svenja Weger beißt richtig auf die Zähne. © Tom Touw

2014 siegte Svenja Weger bei der Laser Radial EM gegen die Besten der Welt in Ungarn am Balaton. Der Sieg hätte eine Befreiung sein sollen und Selbstbewusstsein im Kampf um die Olympia-Fahrkarte für Rio bringen können, stattdessen schien er mehr und mehr zum Ballast zu werden.

Die Seglerin vom Potsdamer Yacht Club blieb als 33. und 30. der folgenden Weltmeisterschaften hinter den Erwartungen zurück und verpasste es schließlich auch, den olympischen Nationen-Platz für Deutschland zu holen. Dabei war der im Laser Radial noch relativ einfach zu erreichen, weil 35 Boote in Rio starten durften.

Svenja Weger

Maximale Ausreithaltung in Verbindung einem höheren Körpergewicht führen zum besseren Amwind-Speed im Laser. © Tom Touw

Die Enttäuschung war groß und mehr und mehr setzte sich bei ihr wohl auch selbst die Ansicht durch, dass der EM-Titel durch eine glückliche Fügung zustande gekommen sein mag. Tatsächlich wehte der Wind damals so schwach, dass nur ein nicht streichbares Goldfleet-Rennen gesegelt wurde. Und der Sieg in diesem Lauf bescherte ihr einen Vorsprung von 13 Punkten.

Viele Sportler zerbrechen an plötzlich gestiegenen Erwartungshaltungen. Svenja Weger aber scheint diese schwierige Phase gut überstanden zu haben. Bei der aktuellen im niderländischen Medemblik Weltmeisterschaft zieht sie im Feld der 100 Seglerinnen als Fünfte in die Goldfleet-Rennen ein.

Svenja Weger

Weger im Zweikampf mit der starken Japanerin Doi, © Tom Touw

Viel wichtiger als diese Zahl ist für sie aber der dritte Renntag, als sie bei starkem Wind auf dem IJsselmeer in ihrer Gruppe gleich zwei Siege einfahren konnte. Was auch immer noch passiert bei dieser WM, diese Erfahrung, bei physisch anspruchsvollen Bedingungen gegen die Besten der Welt zu bestehen, kann ihr keiner mehr nehmen. Aus einer Leichtwindspezialistin ist eine Allrounderin geworden.

Ob ihr diese Erkenntnis schon bei der aktuellen WM zu einem guten Ergebnis verhilft, muss sich zeigen. Denn bei dem für die Finals in Holland angesagten Leicht- bis Mittelwind sind viele Gegnerinnen schnell. Für die weitere Vorbereitung auf Olympia kann aber schon dieser eine grandiose Tag einen großen Unterschied machen. Er zeigt: Die harte Winter-Arbeit an Physis und Gewicht zahlt sich aus.

Das gilt insbesondere auch für Pauline Liebig, die trotz eines DSQ auf Rang zehn in die Gold Fleet rutschte. Und das ist sicher auch das Geheimnis der neuen deutschen Stärke in der Frauen-Disziplin: eine funktionierende Trainingsgruppe auf höchstem Niveau.

Bei Starkwind kann auch Pia Kuhlmann puschen, die sich als 49. noch knapp für das Finale qualifizierte. Lena Haverland (55.) und Laura Bo Voss (65.) verpassten den Cut.

Ergebnisse Laser Radial Worlds 2017

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Carsten Kemmling

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Ein Kommentar „Laser Radial WM: Svenja Weger ist zurück – Deutsche Frauen Power auf dem IJsselmeer“

  1. avatar Yachtie sagt:

    Dumm gelaufen: Pauline liegt aktuell zwei Plätze vor Svenja !

    Like or Dislike: Daumen hoch 3 Daumen runter 4

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