Les Sables-Acores: Lennart Burke bestätigt starke Form – Führender findet Ziellinie nicht

Ins Ziel geflogen

Lennart Burke, 21-jähriger deutscher Shooting-Star in der Einhand-Offshore-Szene, hat bei der zweiten Les Sables-Acores-Etappe mit Rang 5 Comeback-Qualitäten gezeigt. In der Gesamtwertung steht er auf dem Podium.

Begrüßung für Lennart Burke vor der Ziellinie von einem französischen Foil-Surfer. © SAS Mini

Der deutsche Mini-Class-Newcomer Lennart Burke hat bei der dreiteiligen Les Sables-Acores-Regatta seinen starken Auftakt, den er im SR-Interview erklärte, bestätigt. Im Feld der 55 Serienboote mit den besten französischen Einhand-Skippern der Klasse ist der Stralsunder bei der zweiten Etappe auf Platz fünf gesegelt , 43, 5 Minuten hinter dem Sieger Quentin Riché.

Freude über Rang fünf. Burke bestätigte seine Form auf der zweiten Etappe. © SAS Mini

In der Addition der Zeiten beider Abschnitte belegt Burke damit einen sensationellen dritten Platz. Sein Rückstand zum Gesamtführenden Leo Debiesse – Sieger der ersten und Vierter der zweiten Etappe – beträgt 1 Stunde und 42 Minuten. Zum Zweitplazierten Quentin Riché fehlen kaum acht Minuten. Der Vorsprung auf Rang vier beträgt gut 40 Minuten.

“Vorpommern” schnell unter GEnnaker. © SAS Mini

Beste Voraussetzungen für die letzte Etappe, die von Roscoff wieder durch den Ärmelkanal in spanische Gewässer führt und wieder zurück nach Les Sables d’Olonne. Sie ist mit 866 Meilen länger als beide vorherigen Abschnitte zusammen. Es sind entsprechend größere Zeitabstände zu erwarten.

Etappe 3

Lennart Burke hat sich den 5. Platz hart erkämpfen müssen. Erneut wurde die Etappe von langen Schwachwindphasen geprägt. Der Deutsche kam wieder gut mit seiner “Vorpommern” vom Start weg und segelte lange Zeit in den Topp-Drei.

Start der zweiten Etappe:

Aber dann erwischte er die Ansteuerung des stärkeren Windsystems im Westen nicht besonders gut und wurde auf dieser Seite vom Feld überlaufen. Zeitweilig führte ihn der Tracker auf Platz 24. Das Verkehrstrennungsgebiet am Eingang des Ärmelkanals passierte das rote Boot auf 17. Position, bei der Rundung von Wolf Rock an Englands Südost-Spitze reihte er sich auf Rang 12 ein mit rund 13 Meilen Rückstand zum Führenden.

Interiew nach dem Ziel. © SAS Mini

Beim finalen rund 100 Meilen langen Gennakerkurs zeigte „Vorpommern“ auf direktem Kurs noch einmal sein großes Speedpotenzial und verkürzte den Abstand auf knapp 4 Meilen – auch weil die Spitzenboote kurz vor dem Ziel noch von einer Flaute eingebremst wurden.

Positionskampf kurz nach dem Start. © SAS Mini

Ein besonderes Drama spielte sich für den eigentlich uneinholbar mit acht Meilen Vorsprung führenden Franzosen Victor d’Ersu ab. Seine Elektronik war ausgefallen, und so fehlten ihm kurz vor dem Ziel gegen 1:30 Uhr in dunkler Nacht die Navigationsdaten – er fand die Ziellinie nicht. Zwei Stunden lang kurvte er in der Bucht von Morlaix herum, suchte das angekündigte Blinklicht des Zielschiffes, überlegte schon zu ankern bis es hell würde, aber dann konnte er sich an die Fersen des bisherigen Zweitplatzierten Quentin Riché heften. Der kam schließlich 1,20 Minuten vor ihm  ins Ziel.

Up and Down für Fink

Dahinter erlebte auch der zweite deutsche Youngster Melwin Fink (18) ein Rennen mit Höhen und Tiefen. Kurzzeitig wurde er einmal auf Platz zehn geführt, fiel bei der Ansteuerung des Kanals aber zeitweise hinter Platz 30 zurück, schob sich nach einem starken Finale aber noch auf Rang 19 vor. In der Gesamtwertung belegt der jüngste Teilnehmer Platz 22 mit einem Rückstand von 5 Stunden 49 Minuten.

Melwin Fink. © SAS Mini

Eine halbe Stunde schneller auf Gesamtrang 20 segelte der Österreicher Christian Kargl. Er berichtet über seine zweite Etappe: “Das Regattagebiet war wie ein Mienenfeld aus Flautenlöchern. Irgendwie hab ich wohl immer “hier” gerufen. Fuchsteufelswild verwünsche ich das Mini Segeln und mein abgebrochenes Meteo-Studium – hätte ich doch fertig studieren sollen???”

Für Lina Rixgens lief es auch nicht so gut. Sie berichtet über Autopilot-Probleme, nachdem sie in einer kurzen Starkwindphase bei 30 Knoten Wind die Daten von der Windmessung verlor. Ohne sie kann die Selbstteuerung nicht automatisch den Windwinkel halten. Unter Gennaker sind Minis dann kaum zu bändigen.

Die Sperrzone bei Ouessant erreichte sie im Vergleich zu den anderen Serien-Minis etwa auf Platz 30. “Nach der Rundung von Wolf Rock geriet ich irgendwie in den Gegenstrom, und fast das gesamte Feld passierte.” Vor dem Ziel in Roscoff wartete noch eine große Nebelbank und absolute Flaute. Für die letzten drei Meilen benötigte sie sieben Stunden. “Man kann sich vorstellen, das war wirklich nicht mein Rennen.” 

Foiler-Pogo dominiert weiter

Tanguy Bouroullec taucht im Leichtwindmodus nur seine Foilspitzen ins Wasser. © SAS Mini

Schnellster Mini war wie schon auf der ersten Etappe der neue Pogo-Foiler-Mini von Tanguy Bouroullec. Zwar konnte er sich bei dem überwiegend leichten Wind kaum auf seine Tragflächen stützen, aber er hat eine Konfiguration gefunden, die ihn auch ohne ausreichend Druck mehr beschleunigt als die Konkurrenz. Er war fast zwei Stunden schnelle im Ziel.

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

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