Les Sables-Acores: Lina Rixgen fast zu spät dran – Christian Kargl kämpft gegen mieses Karma

Zur Startposition gezwungen

Die zweite Mini 6.50 Etappe startet heute um 14 Uhr. Die Skipper hatten nur wenig Zeit die Erlebnisse vom ersten Schlag zu verarbeiten. Rixgen, Kargl und Burke gewähren weitere Einblicke vom ersten Teil.

Rixgen mit einem guten Start in Luv – aber dort läuft es nicht. © Blanchard

Lina Rixgen ist für ihren Start zur ersten Etappe des Les Sables-Acores-Regatta gefeiert worden. Ganz in Luv scheint die ehemalige Europeseglerin besonders gut von der Linie wegzukommen. Auf dem Foto sieht es gut aus, aber es ist die falsche Seite. Rixgen fällt früh zurück und kommt auch nicht mehr in Schwung. Sie hatte mehr erwartet als Platz 41 im Feld der 55 Serienboote.

Schon der Start geriet nicht wie erhofft. In einem Facebook-Post erklärt die Berlinerin, die 2017 ihr erstes Mini-Transat-Rennen absolviert hat und sich nun auf das zweite vorbereitet, dass ein später Schlepp aus dem Hafen eine bessere Positionierung an der Linie verhinderte.

Lina Rixgen mit ihrem Wevo 650. © Blanchard

“Ich kam gerade noch rechtzeitig zum Startschuss an, so dass ich überhaupt keine Zeit hatte, die Linie oder den Kurs zur ersten Markierung zu checken. So startete ich als  luvwärtigstes Boot. Großartig für die Fotografen, aber in Lee wäre es besser gewesen.” Eine falsche Segelwahl und der verpasste Rechtsdreher machten es nicht besser. Aber danach sei es ihr eigentlich “ein ordentliches Rennen mit guter Geschwindigkeit” gelungen. “Mit Ausnahme der ersten Kreuz nach Rochebonne bin ich mit der Geschwindigkeit des Bootes im Vergleich zu fast allen Booten um mich herum und auf allen Kursen sehr zufrieden.”

Rixgen wird nicht bei den Serienbooten gewertet, weil ihr Wevo 6.5 von der italienischen Werft Cima Boats noch nicht die notwendigen zehn verkauften Exemplare vorweisen kann. Erfolge mit dem neuen Plattbug-Design helfen ihr also im doppelten Sinn. Wenn sie damit 2021 in der Serien-Flotte ohne Neigekiel und Kohle-Mast antreten will, muss sie so schnell sein, dass sich weitere Eigner finden.

Kargl mit Serien-Plattbug

Der Plattbug des Österreichers Christian Kargl, dem Mini Transat-Absolventen von 2005, der es 2021 noch mal wissen will, ist da schon weiter. Kargl segelt mit einem Maxi 650. Das Schiff ist der erste Serien-Plattbug, hat schon sein Speed-Potenzial bewiesen und ausreichend Schiffe für eine Serienwertung ins Wasser gebracht.

Christian Kargl bei der Tonnenrundung. © Blanchard

Kargl, der beim Baltic 500 im Mai noch mit einem gebrochenen Ruderbeschlag aufgeben musste, hatte diesmal Ambitionen, vorne mitzusegeln. Aber er äußert sich bei der Nachbetrachtung der ersten Etappe frustriert über seinen Vorwind-Speed bei Flaute, ärgert sich über vergessenes Werkzeug, eine unerwartete Volldusche und halbdurchsichtige Kontaktlinsen. Aber als er den Code Zero setzen kann, rast er an einem großen Teil des Feldes vorbei, das unter Land im Gegenstrom ankern muss.

Auch Lennart Burke gewährt weitere Einblicke im Interview mit einer Fünfjährigen:

Um 14 Uhr erfolgt der Start zur zweiten von drei Etappen. Die Zeiten werden jeweils addiert. Die Flotte segelt 470 Seemeilen von Les Sables nach Roscoff. Dabei sollen insbesondere die ersten 24-36 Stunden des Rennens kompliziert werden und ein hohes Sturmrisiko beinhalten. Auch deshalb wurde der Start um eine Stunde verschoben.

Verlauf der zweiten Etappe

Am Wolf Rock werden bis zu 25 Knoten Wind erwartet. Zweimal ist der Ämelkanal zu überwinden. Die Segler rechnen damit, den Kurs in dreieinhalb Tagen bewältigen zu können.

Tracker Les Sables Acores

avatar

Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Sicherheitsfrage (SPAM-Schutz): *