Les Sables-Acores Mini 6.50: Lennart Burke auf Platz zwei – Erster Foiler-Sieg bei Flaute

"Ich habe hart daran gearbeitet, so schnell zu sein"

Lennart Burke (21) hat seinen ersten großen Erfolg in der Mini 6.50 eingefahren. Bei der ersten von drei Etappen der Les Sables-Acores-Regatta segelte er gegen die Franzosen-Elite nach furiosem Start auf Rang zwei.

Burke zeigt sich von Anfang an auf seinem Pogo 3 vorne. © Blanchard

“Vorpommern” gut sichtbar ganz in rot. © Blanchard

“Ich hätte mir nie vorstellen können, so gut und schnell zu sein”, sagt Lennart Burke im Interview mit dem Veranstalter. “Mein Start war gut, aber zur Mitte des Rennens habe ich einige Fehler gemacht. Es war schwierig, wieder zur Führungsgruppe aufzuschließen. Aber jetzt bin ich wirklich happy. Ich habe hart daran gearbeitet, einen solchen Speed zu erreichen und eine solche Position.”

Der Twen aus Stralsund hatte nach gutem Start lange Zeit im Vorderfeld mitgespielt und die erste Wendemarke im Süden des Kurses nach einer lange Leichtwind-Kreuz auf Platz sechs gerundet. Beim nervenzehrenden langen Gennakerkurs schob er sich mit gutem Speed auf Platz drei vor, kaum zwei Meilen hinter dem führenden Franzosen.

Burke (grün) sichert kurz vor dem Ziel Platz zwei.

Nach der Rundung der Belle Ile auf Rang vier fand er mit der Spitzengruppe ein geöffnetes Strömungsfenster vor. Der Rest des Feldes der 55 Serienboote musste abreißen lassen. Der Führende Léo Debiesse konnte seinen Vorsprung bis auf zehn Meilen ausbauen und geriet nicht mehr in Gefahr, seinen Etappensieg zu verlieren. Er segelt wie Burke einen Pogo 3 Typ auf höchstem Speed-Niveau und kam schließlich mit einem Vorsprung von einer Stunde ins Ziel. Damit nimmt er ein gutes Zeitploster mit auf die nächsten beiden Etappen.

Starker Auftritt des Mini-Newcomers im 55 Boote Feld. © Blanchard

Burke schien den folgenden Dreikampf um Rang zwei gegen den Maxi 650 des Franzosen Fabrice Sorin und Quentin Riché mit einem Pogo zu verlieren. Er lag schon vier Meilen zurück. Aber bei der Passage der Insel Île d’Yeu kam er besser durch die Abdeckung und schob sich auf Rang zwei vor. Im Ziel behauptete er einen Vorsprung von zehn Minuten.

Die ersten drei der Serien-Klasse:

Video vom Start:

Neben der gefeierten Vorstellung des jungen Deutschen stand auch der Auftritt von Tanguy Bouroullec mit seinem Pogo-Prototyp-Foiler “Cerfrance” im Fokus, der bei der vergangenen Mini-Transat noch von Morten Bogacki geschlagen werden konnte.

“Cerfrance” unter Genaker. © Blanchard

Aber Bouroullec hat die Zeit genutzt, um seinen Foiler überraschenderweise auch bei Flaute konkurrenzfähig zu machen. Normalerweise wirken die Tragflächen bremsend, wenn der Winddruck nicht ausreicht, um das Schiff aus dem Wasser zu heben. Doch für “Cerfrance” hat Pogo nun offenbar eine Konfiguration gefunden, die sie auch bei leichtem Wind raketenschnell macht. Damit dürfte der Durchbruch für diese Art der Konstruktion in der Prototypenklasse gelungen sein. Die Prototypen dürfen unter anderem anders als die Serienboote den Kiel nach Luv neigen.

Das Leefoil von “Cerfrance” ist auch bei wenig Wind unter den Rumpf geklappt und scheint kaum zu bremsen. © Blanchard

Bouroullec erklärt: “Wir haben es geschafft, ein vielseitiges Boot zu bauen. Und jetzt gelingt es uns sogar auch, Rennen bei leichtem Wind zu gewinnen. Das ist es, was wir wollten. Und es ist sehr zufriedenstellend.” Er segelte mit 48 Minuten Vorsprung ins Ziel.

Überraschend war der zweite Platz der Russin Irina Gracheva. Sie segelte mit ihrem neun Jahre alten Lombard-Design 47 Sekunden schneller als der Franzose Antoine Perrin.

Weiter gut im Rennen in der Serienwertung liegt der erfahrene Österreicher Christian Kargl auf Rang 11. Und auch der zweite deutsche Youngster Melwin Fink (18) schlug sich bei seiner Premiere auf Rang 20 mit 4 Stunden und 15 Minuten Rückstand auf den Sieger prächtig. Lina Rixgen, die einen hervorragenden Luv-Start zeigte, kam dann auf dem Kurs aber nicht so gut zurecht. Sie benötigte noch eine Stunde und 15 Minuten länger als Fink für den 197 Meilen langen Kurs.

Die Sieger der Proto-Klasse mit dem Pogo-Foiler bei Flaute in Aktion:

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

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