Mann-über-Bord-Manöver: Boris Herrmann über das System auf der “Maserati”

"Anregung zum Nachdenken"

Der aufgemotzte Volvo 70 "Maserati" wird für das Rekordtraining gewassert. © Boris Herrmann

Interessanter und wichtiger Artikel über die Mann-über-Bord-Problematik!
Regt mich zum Nachdenken an. Wir bereiten uns gerade mit einer 9 Mann Crew mit der “Maserati” auf Ozeanrekorde vor einschließlich MOB-Training.

Ich habe folgendes System bei uns auf “Maserati” eingerichtet:
Wir nutzen AIS-Bojen, die jeder in seiner Hosentasche trägt (Ölzeughose). Die AIS-Boje hat einen GPS Empfänger. So können wir per AIS die Position der Person im Wasser in Echtzeit an unserem Kartenplotter sehen.

Da wir Ipads als Remotebildschirme für die Navigation im Cockpit nutzen, kann man direkt neben dem Steuermann an Deck stehen und die Peilung und Distanz zu der Person im Wasser ansagen, bzw per Mausklick-Wegepunkt, den ich auf das AIS Signal setze, auch auf die Instrumente übertragen.

Wir haben die UKW/AIS Antenne extra ins Masttopp versetzt, um eine größere Reichweite zu einer niedrig zwischen den Wellen schwimmenden AIS Sendeboje erreichen zu können.

Die Bojen werden von WeatherDock bereitgestellt und heißen “easyrescue”.

Der aktuelle Vorfall beim Global Ocean Race erinnert mich an unser eigenes Segel Über Bord Mannöver bei 30 Knoten Wind währen des Barcelona World Races. Der Screenshot zeigt den Weg, den unser Plotter damals aufzeichnete:

Maserati-Projekt Website

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http://nouveda.com

8 Kommentare zu „Mann-über-Bord-Manöver: Boris Herrmann über das System auf der “Maserati”“

  1. avatar T.K. sagt:

    Schöne Sache mit den Easyrescue.

    Aber wie funtionieren die in der Hosentasche? Nur ein bei Bewusstsein befindlicher
    Segler kann die dann rausholen und über der Wasserlinie halten.
    Unterwasser geht da glaube ich nix. Oder funktionieren UKW frequenzen auch unter Wasser?

    Bei weatherdock sind die Dinger immer in den Rettungswesten montiert………d.h diese können dann auch auslösen und auf sich aufmerksam machen wenn der Segler ohnmächtig ist, da die Weste das Gerät über die Wasserlinie drückt……

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  2. avatar poco sagt:

    @boris
    Ipad als remote bildschirme ?? Ist euer Budget so klein …
    möchte nur ungern wissen wie die aktualisierung bei 20-25kn Speed ist. Zumal WLAN beim IPad oder auch anderen Tablets enorme ressourcen verbrät , zumindest wenn man in realtime über sockets aktualisieren möchte.

    und naja echtes Remoting(also wie Remote-Desktop) ist da nicht wirklich euer Ernst oder ?

    Trotzdem viel Spass und viel Erfolg !

    Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 6 Daumen runter 3

    • avatar Tramp sagt:

      Hallo Poco,

      das würde mich ja auch interessieren, welche Hard- und Software hier eingesetzt wird. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Boris mit einem NMEA/WLan-Adapter und “Navionics Mobile” auf Rekordjagt geht 😉
      Bedienung des Hauptrechners über Remote stelle ich mir (unter anderem) auf Grund der geringen Auflösung des iPads und der nicht angepassten Bedienoberfläche des Wirtsrechners eher schwierig vor.

      Vielleicht gibt uns Boris hier ja auch noch mal einen Einblick.

      VG

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  3. avatar Jens sagt:

    Die Ais transmitter gibt es in 2 Varianten: a) manuelle Ausloesung b) automatische Aktivierung bei Wasserkontakt. Wir haben uns fuer die automatische Variante entschieden und tragen die Geraete in der grossen Brusttasche in unseren Smocks. So haben wir auch trotz Rettungsweste die Moeglichkeit das Geraet herauszuholen und die Antenne aufzurichten. Das erhoet die Sendeleistung enorm, bzw so funktioniert das Geraet ueberhaupt. Ein automatisches Ais muss so gestaut werden, dass bei MOB sofort Wasser an das Geraet gelangen kann, ansonsten bleibt die Aktivierung aus. Die Geraete loesen bei viel Wind und Aktion zT auch ohne Notfall aus, so z.B beim letzten Fastent bei 30knt und Welle. Ansonsten super, da jedes Schiff mit Ais im Umkreis von 2-7 nm die MOB Daten empfangen kann… vG, Jens

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    • avatar Chriggel sagt:

      Die Dinger gehören vor allem in das Jon-bouy! Damit kann man dann auch unausgerüstete Crewmitglieder wieder einfangen:
      http://www.oceansafety.com/index.php?option=com_content&view=article&id=51:volvo-ocean-race-crews-choose-kannad-r10-safety-recovery-system-from-ocean-safety-&catid=4:news&Itemid=45

      AIS SARTs gibt es inzwischen von verschiedenen Anbietern – schwimmfähig, wie auch nicht schwimmfähig und vor allem deutlich kleiner als die easyrescue. Kostenpunkt um die 300 Euro. Allerdings würde ich von Wasserkontaktauslösern Abstand nehmen. Was nützt einem ein Gerät, das bei Schietwetter dauernd Fehlalarme gibt?

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    • avatar Michl sagt:

      Der easyRESCUE löst eben nicht bei jedem Schietwetter aus! Auslösung bei Wasserkontakt heisst, dass das Gerät für mind. 1 Sek. komplett mit Wasser in Berührung kommen muss und nicht nur kurz und partiell bei Spritzwasser.
      Am besten befestigt man den easyRESCUE-Automatic in einer Tasche der Schwimmweste. Die öffnet sich bei Wasserkontakt, legt den easyRESCUE frei, der sich dann ebenfalls durch den Wasserkontakt aktiviert, und alles wird gut.
      In der aktuellen YACHT-Ausgabe ist ein Testbericht zu AIS-S.A.R.T.: Das erste Foto zeigt deutlich, wie’s geht.

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  4. avatar jens sagt:

    Hi Chriggel,
    Groesse und Gewicht sind eigentlich ok. Aber stimmt schon, kleiner und leichter, gleiche Leistung vorausgesetzt, ist besser. Die manuelle Ausloesung setzt voraus, dass Du auch imstande bist ausloesen zu koennen.
    Eine Fehlausloesung kannst Du schnell deaktivieren. Danach bist Du sofort wieder im aktiven Modus – Aehnlich wie ein LWS beim Skifahren. Wahrscheinlich eher eine Frage des Einsatzes… vgj

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  5. avatar jens sagt:

    ein paar mehr infos hierzu stehen auch auf sjambok.de unter safety

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