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Match Race Weltcup der Frauen in Miami

Lucy MacGreggor aus England ist die neue Nummer eins in der Matchrace-Weltrangliste der Damen. Damit beendet sie die fünfjährige Dominanz von Claire Leroy aus Frankreich.

Mit der Silbermedaille beim ISAF-Weltcup in Miami sicherte sich die erst 23-jährige Lucy MacGreggor mit ihrem Team Annie Lush und Ally Martin den ersten Platz der Weltrangliste. Die Französin Claire Leroy, ISAF-Rolex-Weltseglerin des Jahres 2007 und Führende der Weltrangliste seit 2005, rutschte nun erstmalig auf Platz 2. Ist das der von vielen erwartete Umbruch im Damen-Matchrace, seit die Disziplin den olympischen Status erreicht hat?

Lucy MacGreggor freut sich beim Weltcup in Miami über einen erfolgreichen Tag. Vielleicht hat sie schon gewusst, dass sie bald die Damen-Weltrangliste anführen wird.

Die Laser Radial Olympiasiegerin Anna Tunnicliffe aus den USA zum Beispiel, die in Miami gewinnen konnte, rückte bereits auf Platz 8 vor. Dabei hat sie nur sieben von acht möglichen Regatten in der Wertung. Tunnicliffe ist der kommende Star. Sie gilt als Ausnahmetalent.

Das Problem mit den gewerteten Regatten trifft allgemein alle Neueinsteiger in der Matchrace Szene. Die Umsteiger aus den olympischen Klassen haben es schwer, Einladungen zu den Matchrace Regatten zu bekommen, ohne ein entsprechendes Ranking in der Weltrangliste. Eine Teilnahme an hochrangigen Veranstaltungen ist jedoch Voraussetzung, um Punkte für die Weltrangliste zu sammeln – ein Teufelskreis.

Hinzu kommt, dass ein Team in den ersten zwölf Monaten nur vier von möglichen acht Events mit in die Wertung nehmen darf. Ein Hindernis, wenn es darum geht, in der neuen Klasse Fuß zu fassen. Ulrike Schümann (GER) und Ekatarina Skudina (RUS), die bei den Olympischen Spielen in Peking noch Platz 4 und Platz 5 belegten, hängen in der Matchrace Weltrangliste nach einem Jahr in den 30ern fest. Ihre Wertung ist auf vier von acht möglichen Wettfahrten reduziert. Fast alle anderen Seglerinnen vor ihnen zählen die Punkte aus acht Regatten.

Das routinierte Matchrace-Team von Europameisterin Silke Hahlbrock mit ihrer Schwester Maren und Kerstin Schulte belegt nach wie vor zuverlässig den 5. Platz. Eine Revolution wird es nicht geben. Dennoch muss sich nach einer chaotischen Saison 2009 etwas tun. Nach wie vor haben die Organisatoren keine Lösung für die Probleme.

Für Claire Leroy „nur“ Platz 2 in der Weltrangliste. Jahrelang hat die Französin die Wertung angeführt.

Für die Weltcups gibt es nach wie vor keine eindeutigen Kriterien, wer eingeladen wird. Die Zusagen erfolgen nur wenige Wochen vorher. Die australischen Teams planen unter Vorbehalt monatelange Trips nach Europa – ein unhaltbarer Zustand.

Nach wie vor wird das Feld der 24 Teams in drei Gruppen geteilt, von denen nur die ersten beiden weiter kommen. Zwar qualifizieren sich zwei weitere Mannschaften für die Hoffnungsrunde. Aber für die meisten Teilnehmer ist der Zug bereits am ersten Tag abgefahren.

Viele Beobachter favorisieren das Format mit einer vollen Round-Robin-Runde. Das heißt, alle 24 Teams segeln gegeneinander. So würde nicht nur vermieden werden, dass einige Sportler bereits am ersten Tag ausscheiden, sondern es würde auch mindestens einmal jeder gegen jeden segeln.

Team Hahlbrock aus Hamburg: Konstant stehen sie auf Platz 5 der Weltrangliste.

Diskussionen über faire und unfaire Bedingungen an bestimmten Tagen, sowie starke und schwache Gruppen würden sich erübrigen und über die Anzahl der Wettfahrten wäre man eher in der Lage eine verpatzte Wettfahrt oder eine fragwürdige Schiedsrichterentscheidung wieder auszugleichen.

So ein Format nimmt viel Zeit in Anspruch. Aber das Aussegeln der hinteren Plätze in Silber- und Bronzegruppe würde wegfallen. Die neuen oder schwächeren Teams bekämen die Chance geben, öfter gegen die Weltspitze anzutreten – ein möglicher Lerneffekt, der das Niveau der Klasse anheben würde.

Ulrike Schümann ärgert sich. Nur vier von acht Regatten darf sie im ersten Jahr mit in die Wertung nehmen.

Ein weiterer Aspekt wäre der Verzicht auf die Viertelfinals. Zwar ist dieses Format für Zuschauer spannend, aber Zuschauer gab und gibt es auf hoher See bisher sowieso keine. Treffen vielmehr zwei der möglicherweise stärksten Teams dort bereits aufeinander, scheidet eins der beiden zwangsläufig aus: Glück für den Rest. Aber von vielen wird dieses Verfahren abgelehnt, wenn es um die Vergabe der Medaillen geht.

Bei den Männern gab es an der Spitze der neuen Weltrangliste im übrigen keine Veränderung. Die segeln jedoch auch nicht olympisch.

Kathrin Kadelbach
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