Maxi-Trimarane: Spithill rast 47 Knoten schnell mit Gabart durch die Nacht – Burling auf “Gitana”

"Vielleicht mal damit segeln? Warum nicht?"

James Spithill hat mit Francois Gabart dessen neu konfigurierten 100-Fußer-Enhand-Trimaran “Macif” auf Speed gebracht. Sein America’s-Cup-Bezwinger Peter Burling segelte den neuen Rothschild Ultim.

Die Segel-Welten der Profi-Sszene wachsen immer weiter zusammen. Waren früher America’s Cup, Volvo Ocean Race und die Vendée-Globe-Einhand-Szene Veranstaltungen mit völlig verschiedenen Akteuren, so gibt es jetzt immer mehr Segler, deren Fähigkeiten auch übergreifend gefragt sind.

Spithill und Gabart gemeinsam am Grinder. © Riou/Macif

Dieses Muster setzt sich nun fort bezogen auf die großen Ultim-Trimarane, die Ende 2019 zu einer der spektakulärsten Regatten des Jahrhunderts starten: Einhand nonstop mit fliegenden 100 Fußern um die Welt.

Erfahrungsaustausch© Riou/Macif

Dafür bereiten die größten französischen Rennställe ihre Projekte vor. Ein erstes Kräftemessen wird ab dem 4. November  stattfinden, wenn die Einhand-Regatta Route du Rhum über den Atlantik führt. Die Teams befinden sich in unterschiedlichen Phasen der Vorbereitung.

Lange, stabile Flüge

Da ist es mehr als ein PR-Termin, wenn Einhand-Fabelrekord-Halter Francois Gabart, den langjährigen BMW-Oracle-Steuermann James Spithill an Bord bittet, der inzwischen in Diensten des America’s Cup-Teams Luna Rossa steht.

Balancieren auf dem Mittel- und Lee-Foil. © Riou/Macif

Spithill ist mit der neuen umgebauten “Macif” durch die Nacht gerast und kann es nicht fassen, dass der Autopilot den Speed konstant über 45 Knoten Speed hält. “Macif” wurde gerade erst umgebaut und unter anderem mit einem T-Foil unter dem Hauptrumpf ausgerüstet. Damit sollen wie bei den Konkurrenten “Gitana” und “Banque Popularie” lange stabile Flüge möglich sein.

Das Macif-Team will Informationen sammeln für den geplanten Neubau eines Ultime-Trimarans. Auch dafür ist ihm der Input von Spithill wichtig. Pascal Bidégorry, Navigator des siegreichen Volvo Ocean Race Teams Dongfeng, gehört zum Macif-Rennstall, und er betont: “Es ist immer interessant, Leute an Bord zu bringen, die den Flug auf Rennmultihulls seit einigen Jahren beherrschen.”

James Spithill 2010 "USA 17"

James Spithill 2010 scheinbar allein auf dem Mega Tri “USA 17”. © BMW Oracle

Spithill gehört zu den Maxi-Multihull-Pionieren seit er für BMW Oracle den America’s Cup auf dem 34 Meter langen Trimaran “USA17” gegen Alinghi gewann und dann auch 2013 mit den 22 Meter langen AC72 erstmals auf Tragflächen.

"USA17".

Einsamer Mann auf großem Tri. Das legendäre Bild von Spithill am Steuer von “USA17”. © BMW Oracle

48 Stunden lang segelte er mit dem Macif-Team von in Port-La-Forêt aus und äußerte sich besonders überrascht von der großen Stabilität bei höchster Geschwindigkeit. Bei 30 Knoten Wind rasten sie dauerhaft mit 47 Knoten durch die Nacht.

Burling auf “Gitana”

Auch Peter Burling, der große Gegenspieler von James Spithill beim vergangenen Cup in Bermuda, hat das Erlebnis Ultim-Trimaran kürzlich abgehakt. Er segelt mit Sébastien Josse auf dessen “Gitana”. Die Verbindung wurde von Thomas Rouxel hergestellt, der zum Gitana Team gehört und auch mit dem Neuseeländer im Team Brunel beim Volvo Ocean Race segelte.

Josse erklärt: “Als wir Anfang Juni vor der irischen Küste segelten, trafen wir auf die Volvo-Flotte in der Nähe vom Fastnet Rock. Peter Burling sah uns nicht weit von ihm entfernt fliegen und das brachte ihn dazu, einen Ultimate ausprobieren zu wollen. Wir baten ihn, für einen Tag mit uns zu kommen, und er akzeptierte.”

Burling genoss die Erfahrung, am Steuer zu stehen. Bei fast 20 Knoten Wind  erreichte er mit 39 Knoten nicht ganz den Tagesrekord von 40,9 Knoten von Sébastien Josse. “Eine tolle Erfahrung. Ich soll vielleicht mal damit segeln? Warum nicht…….. Im Moment werde ich mich aber auf den nächsten America’s Cup und andere persönliche Projekte konzentrieren.”

Peter Burling (r.) auf “Gitana” mit Sébastien Josse. © Rothschild

 

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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