Maxi Yacht Rolex Cup: Deutsche Yachten glänzen – Schümann und Wieser im Gleichschritt

Edel-Yachten vor Sardinien

41 Maxi Yachten bestreiten ihren Saison-Höhepunkt vor Porto Cervo. Beim Auftakt-Tag des Maxi Yacht Rolex Cups waren die deutschen Farben ganz vorne vertreten.

Einmal im Jahr versammeln sich die Schönen und Reichen im mondänen Porto Cervo an Sardiniens Costa Smeralda zum Maxi Yacht Rolex Cup. Die beeindruckendsten Yachten der Welt gehen an den Start, und die Eigner engagieren die besten Segler der Welt, um ihre glänzenden Kohlefaser-Racer angemessen über den Parcours zu bewegen.

Maxi 72

Die Maxis vor Porto Cervo. © Rolex

Es wird auf höchstem Niveau gesegelt, allerdings ist das Leistungsvermögen der Maxis in sechs verschiedenen Klassen sehr unterschiedlich, so dass Vergütungsformeln bemüht werden müssen, um ein Ranking zu erstellen. Sportlich funktioniert das nur bedingt, und wie immer werden je nach Windstärke verschiedene Yachten bevorteilt.

Schümann auf Wally 100

Dennoch kann ein schlechter Start oder ein schlechtes Manöver das Potenzial auf dem Wasser schnell zunichte machen. Deshalb war Jochen Schümann erleichtert, dass sein Team funktioniert hat. Die 64-Jährige Olympia-Legende sagt dem Briten Sir Lindsay Owen-Jones an, wohin er mit seiner 100-Fußer Wally “Magic Carpet Cubed” segeln soll.

Owen-Jones (72) hat den Kosmetikkonzern L’Oreal zu einer Weltmarke entwickelt und war bis 2011 Vorstandsvorsitzender. In den 90er Jahren war er als Rennfahrer unter anderem bei den 24 Stunden von Le Mans am Start. Inzwischen bewegt er regelmäßig die heißesten Yachten der Welt.

Maxi 72

Die Wally 100 Fußer eng beisammen auf dem Küsten-Kurs. © Rolex

Schümann sagt zum Verlauf des ersten Rennens entlang der Costa Smeralda: “Wir hatten den besten Start in Lee des Feldes und konnten die gleichgroße Wally “Tango” abquetschen. Sie mussten dann zusätzliche Manöver ausführen und lagen deshalb am Ende so weit zurück. Danach erwischten wir eine starke Linksdrehung und überstanden sogar die erste Luvtonne.” Danach hätten sie auf dem Zickzack-Kurs zwischen den La Maddalena Inseln dann einige gute Layline-Entscheidungen getroffen, aber auf dem letzten Schenkel zum Ziel, holten die Gegner mit stärkerem Wind von hinten auf.

“Ich denke, wir segeln am Wind ziemlich schnell”, sagt Schüman, “aber Galateia ist das Referenzboot mit dem größte Geschwindigkeitspotenzial. Sie ist 1,5 Tonnen leichter als wir und jünger”.

Deutsche “Topaz” in der J-Class vorne

So richtig alt ist auch die deutsche J-Class “Topaz” noch nicht. Sie wurde erst vor zwei Jahren in Dienst gestellt und kommt immer besser in Schwung. Vor Sardinien tritt sie im Rahmen der Super Maxi-Flotte gegen zwei weitere J-Class an und konnte “Svea” und “Velsheda” in Schach halten. Am Ende gewann sie das Rennen sogar nach Vergütung gegen die Baltic 130 “My Song” von Mode-Unternehmer Pier Luigi Loro Piana, die mit Abstand Schnellste auf der Strecke war.

J Class

Die J-Class im In-Fight. © Rolex

Ex Alinghi-Steuermann Peter Holmberg führt die schwere Yacht über den Parcours und freute sich darüber, die Konkurrenten von Anfang an kontrolliert zu haben. “Wir lagen von Beginn an vor ‘Svea’ und blockierten sie, wann immer sie von hinten näherte – tolle Ansagen von unserer Afterguard. Dann hatten wir mit Velsheda ein bisschen Glück. Wir lagen dicht beisammen nach berechneter Zeit, dann gerieten sie etwas in den Verkehr und machten keinen guten Job. Wir arbeiteten besonders in den letzten fünf Minuten gut und siegten schließlich mit einer Minute Vorsprung.”

Holmberg segelt auf “Topaz” mit der gleichen Afterguard – Tony Rey und Nacho Postigo – wie auf “Provezza” in der 52 Super Series.  Er glaubt, dass “Topaz” den geringeren Wellengang vor der Costa Smeralda zu bevorzugen scheint.

Bester Sport bei den Maxi 72

Den besten Sport liefert die Maxi 72 Klasse, die sogar um einen WM-Titel segelt. In Abwesenheit von Hep Fauths’ “Bella Mente” – dreimaliger Maxi72 Weltmeister und jetzt engagiert mit der New York Yacht Club-Herausforderung beim nächsten America’s Cup – segelt Dieter Schön mit seiner “Momo” vorneweg. Sie gewann beide Rennen auf dem Luv-Lee-Kurs vor Dario Ferrari’s “Cannonball”.

Maxi 72

Die Maxi-Flotte beim Start. “Momo” (3.v.r.) sschiebt den Bug voraus. © Rolex

Taktiker Markus Wieser sagt: “Das Boot hilft uns bei diesem Wind sehr. Wir hatten einen guten Start konnten unbedrängt unseren Kurs setzen und die Manöver minimieren. Unser ganzer Plan hat sehr gut funktioniert. Etwa zwei Minuten nach dem Start lagen wir in beiden Rennen in Führung.”

Neben einer hervorragenden Crew, zu der auch Michele Ivaldi und der mehrfache America’s Cup-Sieger Murray Jones gehören, profitiert “Momo” davon, dass in dieser Saison ein neuer, leichterer Mast montiert wurde. Die Rennen werden vor Porto Cervo bis zum bis 8. September fortgesetzt.

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Ergebnisse

Maxi 72

Die deutsche Maxi 72 “Momo” mit Dieter Schön und Markus Wieser. © Rolex

Maxi 72

Die Maxi 72 Klasse. © Rolex

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