Mein verrücktestes Rennerlebnis: „Dampfnudelregatta“ mit dem 18 Footer am Otterstädter Altrhein

Kleiner Mann ganz groß

Und während die Mannschaft den 18-Footer mit dem Heck aus dem Wasser hielt, rasierte Werner im Eiltempo die Kohlefaser-Foils ab – Hauptsache wieder rechtzeitig am Start!

Zurück zum Altrhein: Wir erwischen erstaunlicherweise einen passablen Start und setzen uns sofort an die Spitze des Feldes. Zum Glück wehen nur zwei Windstärken, denn das Fehlen eines Pinnenauslegers ist bei einem 18-Footer ein echtes Handicap. Wir segeln konzentriert und im vollen Regattafieber.

Steuermann Stefan macht seine Sache wirklich gut, er steuert präzise und setzt alle 10 bis 20 Sekunden saubere Wenden. Erst als wir einen taktischen Fehler machen und ein paar Meter zu weit in die Landabdeckung segeln, zieht die Highlight fast an uns vorbei.

Riss im Spi, die “Highlight” rauscht vorbei

Endlich runden wir die Läwwerwurschtinsel, und von Werner kommen die Worte „Spi hoch!“. In kurzer Zeit setzten wir uns deutlich von der Highlight ab. Doch das Vergnügen währt nicht lange, denn der Wind schlägt um. Während wir mit dem Gennaker kämpfen und dann unsere Wunden ob des großen Risses im Segel lecken, rauscht die Highlight an uns vorbei.

Jetzt hat Werner endgültig Hummeln im Hintern. Sobald die Windrichtung es zulässt, ertönt sein bereits bekanntes Kommando: „Spi hoch!“ „Aber der hat ein Riesenloch, der geht doch ganz kaputt“, wende ich ein. „Sch…egal, wir müssen die Highlight kriegen.“ Ok, dann halt hoch mit der Blase.

Überraschenderweise steht der Spi ganz ordentlich, und der rund 2 Meter lange Riss im Achterliek wird auch nicht größer. Die Highlight bleibt in unserem Kielwasser zurück, und nach einigen bangen Minuten passieren wir die Ziellinie.

Geschafft, wir haben die Dampfnudelregatta gewonnen! Stefan strahlt über beide Backen, und Werner ist wieder ganz entspannt. Zur Belohnung gibt es eine riesige Dampfnudel, jenes pfälzische Traditionsgericht, nach dem die Regatta benannt ist. Wir haben sie uns hart verdient.

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Christian Stock

Näheres zu Christian findest Du hier

3 Kommentare zu „Mein verrücktestes Rennerlebnis: „Dampfnudelregatta“ mit dem 18 Footer am Otterstädter Altrhein“

  1. avatar Holger sagt:

    Die Story hätte aber in Lautschrift im Dialekt us Heidelbersch geschrieben sein müssen……..!!!

    Mittlerweile ist der kleine Stefan größer als Werner und hat als 29er Testpilot mit unseren 2 29ern
    jeden Abend bei der Opti IDJüM die heissen Opti Segler/innen auf der Strande Bucht zum breit vor Freude grinsen gebracht beim wieder anlanden nach dem segeln……Stefan hatte da jeden Abend gut zu tun Testsegelkandidaten

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  2. avatar tiefenrausch sagt:

    Superbericht! Mehr davon! Was ist dagegen schon ein Mastbruch beim VOC?
    Hier kämpfen die wahren Helden, selbst mit dem Hochdeutsch!
    Ahoi

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 11 Daumen runter 1

  3. avatar Udo sagt:

    Besonders die kniffligen Reviere sind eine gute Schule fürs Regattasegeln. Auf dem Otterstädter Altrhein haben übrigens auch die 49er Bronzemedaillen-Gewinner von Peking 2008 Segeln gelernt.

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 16 Daumen runter 0

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