Mini 6.50: Morten Bogackis Einhand Abenteuer – 24 gaben auf im Sturm

"Verstand vor Ehrgeiz"

Das Feld der 37 Mini-Piloten beim der Mini en Mai Regatta hat sich auf 13 dezimiert. Auch 505er As und Mini Beginner Morten Bogacki drehte nach einer guten Platzierung zur Mitte des Rennens ab. Er berichtet für SR.

Morten Bogacki

505er Steuermann Morten Bogacki hantiert mit dem Spigeschirr. © Th. Martinez

So, wenigsten ein paar Stunden geschlafen und mal das Boot am einen besseren Platz in La Trinité verholt und aufgeräumt…

Tja, wie lautet mein Fazit? Ich habe wirklich lange mit mir gehadert, ob ich abbreche. Aber dann habe ich doch einsehen und einfach anerkennen müssen, dass mir für diese Extrembedingungen die Erfahrung und das Training auf dem Mini fehlt.

Die ersten 20 Stunden waren wirklich top. Wahrscheinlich konnte ich den Bonus des Jollenseglers einsetzen. Der Start war richtig gut auch wenn zu viele Protos neben meinem Serien Pogo lagen, die mich schnell platt gemacht haben.

Geniale Kreuz

Auf dem Kurs in der Bucht hatte ich auch wenige Probleme. Insbesondere die Kreuz raus in die Bucht war genial. Ich glaube ich bin gut in den Top10 des ganzen Feldes durch die Enge gekommen.

Morten Bogacki

Morten Bogacki GER 553 beim Start mit den Großen der Szene. © Th. Martinez

Danach folgten dann drei Stunden Topfschlagen. Ich konnte aber bis zu den Glenans verlorene Plätze wieder gutmachen. Der Amwindschlag zurück verlief auch gut, auch wenn zwei drei Boote etwas schneller waren.

Zerlegt habe ich mich dann erst an der Belle-Ile. Erstmal habe ich wohl zu viel gerefft hatte wendete das Boot als ich gerade die Fock vorne vorbereitete. Da muss ich wohl noch mal die Einstellungen der NKE Selbststeueranlage optimieren…

Danach bin ich bei der gesamten Rundung nicht mehr so gut klargekommen. Der Speed fehlte und zu dicht unter Land war ich wohl auch. Dadurch verlor ich ziemlich an Boden  und fiel aus der zweiten Verfolgergruppe in die dritte. Dahinter kam aber schon nichts mehr, weil alle aufgegeben hatten.

Umgedreht nach Gewitter

Morten Bogacki

Ein gutes Stück nach dem Start liegt Bogacki (gelb fett) auf Rang sechs. Später dreht er als siebter ab wie der Großteil der Konkurrenz.

Zusammen haben wir uns dann gen La Rochelle gekämpft, aber als der Wind nach dem Durchzug eines heftigen Gewitterbandes nicht mehr unter 25 Knoten sackte und ich auch mit der Gruppe nicht mehr mithalten konnte, habe ich umgedreht.

Die Aussicht auf eine Nacht mit wenig Schlaf und anschließend 30kn++ haben mit dazu bewogen, den Verstand vor den Ehrgeiz zu setzen. Ich muss es erst noch lernen, eine solche Situation auf Dauer alleine bewältigen zu können. Wobei ich mir nicht sicher bin, ob ich das überhaupt will.

Mini Ruder

Abgerissene Ruderhalterung beim Nachbarboot. © Bogacki

Das Boot ist jedenfalls völlig Okay. Das ist die gute Nachricht, nur ein Wegspanngummi ist gerissen und ein Knoten aufgegangen. Bei den anderen gibt es größere Baustellen. Unter anderem habe ich schon ne rausgerissene Ruderhalterung gesehen…

Jetzt geht es nächste Woche erstmal zum Gardasee mit der Five spielen, bevor ich mich in der zweiten Juniwoche bei der Trophée MAP noch mal alleine mit dem Mini versuche. Das sind dann aber nur 220 Meilen. Ein wenig an der Küste rumspielen als letzter Test vor unserem Höhepunkt dem Mini Fastnet…

Schon früh ist auch der zweite Deutsche Chris Lükermann ansgefallen. An der Spitze hat von Anfang an der Italiener Giancarlo Pedote mit seinem Plattbug Mini “Prysmian” einen extremen Vorsprung von über 30 Meilen herausgesegelt. Der neue Plattbug “Cultisol” lag lange Zeit auf Rang zwei, gab aber schließlich auch auf.

Plattbug

Der neue Plattbug Mini “Cultisol” lag lange auf Platz zwei gab aber auch auf. © Th. Martinez

Plattbug

Der Plattbug Mini “Prysmian” führt mit über 30 Meilen Vorsprung. © Th. Martinez

 

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3 Kommentare zu „Mini 6.50: Morten Bogackis Einhand Abenteuer – 24 gaben auf im Sturm“

  1. Ausschlafen, etwas sacken lassen und dann die entsprechenden Momente neu beurteilen. Dann klappt es auch mit der Motivation für MAP und Fastnet. Es war jedenfalls toll zu sehen, dass Du Dich mit einem P2 so extrem lange vorne halten konntest und es wäre schade, wenn Du der Klasse wieder verloren gehen solltest. Und mit jedem Segeltag unter solchen Bedingungen verschiebt sich auch ein wenig der “Komfortbereich” …

    Ob man dann auch noch vorn mitfahren kann … steht aber wieder auf einem anderen Blatt. Leute wie Giancarlo, Jonas oder Damien sind praktisch Profisegler und segeln ihre Kisten ein paar Mal pro Woche.

    VG, Frank

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 14 Daumen runter 0

  2. Und wer sich fragt, wie es da gerade aussieht, dann ist dies hier ein “schönes” Bild, auch wenn es etwas “unscharf” ist. Aber vlt. will man das gar nicht so genau wissen, wie 25+ kn sich vor La Rochelle gerade anfühlen : https://www.facebook.com/photo.php?fbid=653929094656238

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  3. avatar Uwe Liehr sagt:

    Respekt, Morten! Eine großartige Leistung, die leider nicht bis zum Ende geführt werden konnte. Da ist noch mehr drin!

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