Mini Transat 6.50 Rückblick: Björn Freels über Bruch, Biskaya, Bier und Blitze

"Das Ankommen - ein unbeschreiblicher Moment"

Der deutsche Einhandsegler Björn Freels auf dem Atlantik. © Freels

Björn Freels, 35, auf der Serien-Pogo2 Rikki Tikki erfolgreicher Finisher der Minitransat 2011 (Rang 25), erinnert sich an unheimliche Momente, an den Verlust eines Spinnakers, an den Geschmack des einzigen Biers an Bord und hat noch die Musik im Ohr, die auf der Ziellinie für ihn gespielt wurde. Schon die “überwältigende” erste Etappe nach Madeira hatte ihn schwer beeindruckt.

Über die Nervosität vor und beim Start:

Irgendwie hat sich alles zugespitzt. Ich konnte überhaupt nicht mehr still sitzen, musste mich dauernd bewegen während der letzten  Stunden vor dem Rennen. Fast 2 Jahre hat sich alles auf diesen Moment hinbewegt, und ich habe ihn voll verschlafen!

Es ist unglaublich, wie viele Zuschauerboote da unterwegs waren, die Startlinie war schwer  auszumachen, die Vorbereitungssignale konnte ich teilweise nicht hören, weil zwei Hubschrauber über uns kreisten. Nach dem Startschuss stoppten wir die Boote und hielten eine Gedenkminute für unseren verstorbenen Mitsegler ab.

Es war kaum Wind und ich bekam danach  keine Geschwindigkeit ins Boot, wurde von vielen anderen überlaufen und war erstmal im Windschatten   An der zweiten Boje war ich dann Vorletzter!  Aber die Nervosität hatte sich gelegt.

Über die Biskaya:

Den größten Respekt hatte ich tatsächlich vor dem Bereich rund um das spanische Cap Finisterre: Starker Wind, Seegang, dichter Schiffsverkehr. Die Biscaya war aber von Flauten übersäht und als wir nach vier Tagen endlich dort ankamen herrschte immer noch Schwachwind vor einer blockierten Kaltfront.

Und auch mit den portugiesischen Tradewinds, ein ziemlich verlässlicher Raumschotkurs in Richtung Madeira, war es diesmal nichts. Bis Südportugal hatten wir Am-Wind-Kurse.  10 Tage habe ich für die erste Etappe bis Madeira gebraucht, das war wohl die längste erste Etappe in der Geschichte des Minitransat.

Über Ruderschäden und Notstopps:

Insgesamt 19  Boote dieser Minitransat mussten die Regatta aufgeben, die meisten haben  die Kapverden angelaufen. Viele mit Ruderschäden. Dabei handelte es sich  nur selten um Kollisionen – lediglich Jean-Marie Oger ist wohl wirklich mit  einem Wal kollidiert, sodass die Ruderbeschläge am Heck beschädigt wurden.

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Ein Kommentar „Mini Transat 6.50 Rückblick: Björn Freels über Bruch, Biskaya, Bier und Blitze“

  1. avatar hanseatic sagt:

    Da hatte einer einen Traum – hat ihn unter harten Bedingungen wahr werden lassen und dabei noch eine großartige Leistung abgeliefert – und das ganz ohne eine einzige Nürnberger Rostbratwurst an Bord 😉 ! Chapeau Björn! Buch folgt hoffentlich!!!? Wie sollen die Oberfranken denn sonst mal einen Blick über den Rand des Baggersees hinaus werfen können… 🙂

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 4 Daumen runter 0

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