Mini Transat: Außenseiter schlägt “Plattbug” – Bugspriet gebrochen 300 Meilen vor dem Ziel

Drama vor dem Ziel


Arrivée de Benoît Marie – 1er Décembre 2013 von minitransat

Am Sonntag haben die ersten beiden Skipper das denkwürdige Minitransat Rennen überstanden. Der Italiener Giancarlo Pedote führte 9/10tel der Regatta mit dem Plattbug-Siegerboot des vergangenen Minitransats, er musste aber einen Tag vor dem Ziel den Franzosen Benoît Marie vorbeiziehen lassen.

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Am letzten Tag zum Sieg gesurft. Außenseiter Benoît Marie. © Jacques Vapillion/Mini-Transat 2013

300 Meilen vor Pointe à Pitre auf Guadeloupe brach dem stark favorisierten Pedote der Bugspriet und er musste seinen französischen Kontrahenten ziehen lassen. Der absolvierte das mit einem Monat Verspätung gestartete Einhand-Rennen mit modifizierter Streckenführung ohne Zwischenstopp auf Lanzarote in 18 Tagen und 13 Stunden. Dabei betrug sein Durchschnitt über die 3670 Meilen 8,25 Knoten.

Pedote ging schließlich zwei Stunden und 55 Minuten nach dem Sieger ins Ziel und war bitter enttäuscht. Schon seit der Passage der Kanaren hatte er Laminierarbeiten zu erledigen und konnte sein volles Potenzial nicht entfalten. Zu Beginn segelte er deutlich das schnellste Schiff im Feld.

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Benoît Marie segelte einen Durchschnitt von 8,25 Knoten mit seinem 6.50 Mini. © Jacques Vapillion/Mini-Transat 2013

Pedote brach mit seinem 6.50 Plattbug auch den Mini-Etmal Rekord von 273 Meilen in 24 Stunden. Aber das reichte nicht aus, um Benoît Marie abzuschütteln. Schon zur Hälfte des Rennens übernahm der Außenseiter kurz für zwei Tage die Führung. Aber Pedote holte sich den Spitzenplatz zurück und zog zwei Tage vor dem Ziel bis auf fast 50 Meilen davon. Das Rennen schien gelaufen.

Dann brach der Bugspriet und Pedote segelte fast drei Knoten langsamer als sein Kontrahent. In weniger als drei Stunden war der Vorsprung aufgebraucht. Das Drama nahm seinen Lauf.

Während die Prototyp-Klasse mit ihren Neigekielen erwartungsgemäß zuerst auf Gouadeloupe eingetroffen ist, würdigt die Mini-Gemeinde besonders die Leistung des führenden Serien-Minis mit Skipper Aymeric Belloir. Der führt das Feld 53 gestarteten Serien-Boote souverän mit einem Vorsprung von 260 Meilen an und wird in der Gesamtflotte als sechstes Boot geführt.

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Drei Stunden nach dem Sieger im Ziel. Der Plattbug Mini von Giancarlo Pedote. © Jacques Vapillion/Mini-Transat 2013

Sorgen macht sich der Veranstalter um die zweitplatzierte Serien-Pilotin Justine Mettraux mit ihrer “Team Work”, die sich ein Zeit lang nicht gemeldet hatte und viele Meilen verlor. Über Funk berichtete sie schließlich von einem technischen Problem, das sie aber nicht genauer erklären wollte. Ihr gehe es gut.

Acht Protos zwölf Serienminis Insgesamt sind bisher bei den Protos acht von 27 Startern ausgefallen. Bei den Serienbooten sind noch 35 von 46 Startern im Rennen.

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Carsten Kemmling

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Ein Kommentar „Mini Transat: Außenseiter schlägt “Plattbug” – Bugspriet gebrochen 300 Meilen vor dem Ziel“

  1. avatar Hanjo sagt:

    Die 667 ist einer der schnellsten Protos die gebaut wurden. Isabell Joschke führte 2007 lange bei der Minitransat und wurde durch einen Schaden am Gelenk des Gennakerbaums gestoppt. 2009 gewann Thomas Ryant mit diesem Boot die Minitransat. 2011 lief die 667 als 5. Proto in Bahia ein. Dazu kommen jede Menge guter Plazierungen beim Mini Fastnet und den Regatten der Class Mini. Die 667 ist mit Sicherheit kein Außenseiter. Für mich ist es eher erstaunlich, dass die 747 (Prysmian) überhaupt heil auf der anderen Seite angekommen ist.

    die history der einzelnen Minis ist hier zu finden:
    http://www.histoiredeshalfs.com

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