Mini Transat: Bei voller Fahrt in den Mast – Witzmann und Bogacki beim letzten Test

Aufsteiger

Die irren Einhand-Helden machen sich im September wieder auf den Weg über den Atlantik. Unter den 69 Mini Transat-Teilnehmern befinden sich zwei Deutsche. Auf was man vorbereitet sein muss, zeigt Lauris Noslier.

Der Franzose Lauris Noslier zeigt im Video, welche Probleme einen Solosegler auf hoher See erwarten können und wie man sie löst. Auf seinem Mini 6.50 simuliert er im Training die Situation, wenn sich ein Fall im Masttopp verhakt. Selbst unter Spinnaker klettert er alleine in den Mast. Den Autopilot hatte er zuvor entsprechend eingestellt.

Der Aufstieg gelingt dem Aufsteiger scheinbar mühelos. Dabei dürfte es nicht schaden, dass der 28-Jährige auch nach einer soliden Jollen-Karriere im Laser über eine ausgezeichnete Fitness verfügt.

Nach dem zweiten Jahr in der Mini-Klasse will er nun den großen Wurf wagen und das Transat-Abenteuer bestehen. Dafür trainiert er seit Januar fulltime mit seinem Pogo 3 Serienboot BALLEC’H von 2015.

Zwischendurch fehlte ihm etwas Geld. Segel, Meldegelder, Transportkosten – es läppert sich. Aber in Frankreich scheint so etwas kein Problem für einen jungen Offshore-Segler zu sein. Noslier startete eine Crowdfunding-Kampagne, definierte 13.000 Euro als Zielvorgabe, und hatte in Nullkommanix 14.500 Euro beisammen.

Deutsche Transat-Ambitionen

Für alle Nichtfranzosen läuft das etwas anders. Die Hürden sind hoch, die Finanzierung ist aufwendig. Dennoch haben sich bei der 22. Auflage der alle zwei Jahre ausgetragenen Einhandregatta 19 Ausländer aus 11 Nationen unter die französisch dominierte 69-Boote-Flotte gemischt.

Aus Deutschland startet Morten Bogacki mit “Lilienthal” bei den 17 Prototypen. Drachen-Champ Hendrik Witzmann hat mit “Sunovation”, einem Verdier-Pogo-Design von 2016, gemeldet (SR-Interview). Er geht offiziell für die Vereinten Arabischen Emirate an den Start, wo er lebt und arbeitet.

Beide Skipper sind gerade beim Transgascogne-Rennen gestartet, dem letzten großen Form-Test vor dem großen Schlag. Insgesamt 72 Minis haben gemeldet. Sie mussten sich einen Tag gedulden bevor sie die erste Etappe von Les Sables d’Olonne nach Laredo in Spanien beginnen durften. Die Wettfahrtleitung hatte den Start verschoben, weil Tief Wolfgang 40 Knoten Druck bringen sollte.

Nun bleibt zu hoffen, dass sie nicht unbedingt in den Mast aufsteigen müssen.

Tracker Transgascogne 2019

 

avatar

Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
Spenden

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Sicherheitsfrage (SPAM-Schutz): *