Mixed-Offshore-Olympia: Runden segeln auf einem 20×20 Meilen Quadrat vor der Küste

"Klarstellung"

Die Befürworter der geplanten olympischen Mixed Offshore Disziplin 2024 geben nicht auf. Ein neuer Vorschlag soll den Kritikern beim IOC den Wind aus den Segeln nehmen.

Weltumseglerin Dee Caffari, die selber im Oceanic and Offshore Committee sitzt und eine Olympiakamagne vorbereitet, mit James Harayda auf einer Sun Fast 3300 im Offshore-Mixed-Modus. © Paul Weyth RORC

Kann es doch noch Hoffnung für die geplante neue Olympia-Disziplin in Marseille 2024 geben? Das Oceanic and Offshore Committee des Weltverbandes World Sailing glaubt, mit einem angepassten Vorschlag die Chancen beim IOC zu verbessern. Es hatte das von World Sailing vorgeschlagene Mixed Offshore Sailing Event unter anderem wegen fehlender Sicherheit auf einem zu großen Parcours kritisiert.

In der Eingebung des Unterkomitees beim Weltseglerverbandes, das sich um Belange des Hochseesegelns kümmert, heißt es: “Wir empfehlen, dass World Sailing die Klarstellung bezüglich des Mixed Two Person Offshore Events anerkennt und diese neue Information an das IOC weiterleitet.”

Der Vorschlag für die angepasste Kursfläche bei der olympischen Offshore Disziplin (von rot zu blau) © OOC

In dem Vorschlag wird das Spielfeld des neuen Olympiakurses von ursprünglich 24.000 Quadratmeilen auf 400 begrenzt. Es soll auf einem Quadrat von 20 x 20 Seemeilen vor der französischen Küste gesegelt werden. Der könne besser überwacht werden und die Übertragung werde weniger komplex, da man sich im Rahmen der LTE Handynetz-Abdeckung befinde. Dadurch können Kosten für Tracking, Wettertelemetrie und Sicherheitsüberwachung reduziert werden.

“Mehrere Runden um Bojen”

“Der Kurs sollte aus mehreren Runden um Bojen innerhalb dieses Feldes bestehen, mit der Möglichkeit, Bahnänderungen vorzunehmen, um die gewünschte Zielzeit zu erreichen.” Die Technologie der elektronischen Kursbegrenzungen um das definierte Wettfahrtgebiet existiere bereits – etwa die Eisgrenzen beim Volvo Ocean Race/ Vendee Globe.

Ist das aber noch Offshore-Segeln? Um dieser naheliegenden Kritik den Wind aus den Segeln zu nehmen, weisen die Verfasser der Empfehlung Matt Allen und Corinne Migraine darauf hin, dass gerade während des Mittelmeersommers vor der Küste Frankreichs sehr wechselnde Winde herrschen. Sie schließen daraus, dass seglerisches Können noch mehr gefordert wird als auf einem langen Kurs auf offener See.

World Sailing hatte zuvor klar gemacht, dass die Mixed Offshore Disziplin nach wie vor der erste Wunsch für die zehnte Olympia-Medaille 2024 ist. Es war aber vom IOC aufgefordert worden, Alternativvorschläge zu machen. Am Samstag waren aus 26 Eingaben drei ausgewählt worden. Nun muss sich World Sailing bei seinem Treffen am 14. Mai auf zwei alternative Segeldisziplinen einigen, die dann am 26. Mai vom IOC zusammen mit dem überarbeiteten Offshore-Vorschlag diskutiert werden.

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

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